aktuelle News

Das schrieb die Bremer Lokalpresse:

Das führende Bremer Hafenunternehmen, die Bremer Lagerhausgesellschaft (BLG) kündigt 450 "Leiharbeitern" des Gesamthafenbetriebes (GHB).

 


ghb.jpg

 

Historische Errungenschaft der Hafenarbeiter in Gefahr
von RA Dr. Rolf Geffken

Diese Meldung sieht harmlos aus, denn immer wieder beenden größere Unternehmen (etwa in der Automobilindustrie) auf Grund von Beschäftigungsschwankungen die Zusammenarbeit mit sog. Zeitarbeitsfirmen. Doch hinter dieser Meldung steckt etwas grundlegend anderes:

 

  1. Der GHB ist k e i n e Zeitarbeitsfirma. er ist eine historische »Errungenschaft der Hafenarbeiter, da die ursprünglich "unständig Beschäftigten" in den Häfen neben den Stauereifirmen, bei denen sie eingesetzt wurden nun einen zusätzlichen Arbeitgeber zu ihrem eigenen Schutz erhielten. Zudem wurde und wird in den GHB-Betrieben der Hafentarif bezahlt und in den Verwaltungsgremien ist auch die Gewerkschaft ver.di neben den Hafenfirmen vertreten.
  2. Hinter den jetzigen Angriffen auf den GHB steht mehr. Zum einen ist den Hafenunternehmen der GHB deshalb ein Dorn im Auge, weil er das Hire-Fire-Prinzip beschränkt und eine Beschäftigung nach Zeitarbeitstarifen verhindert. Zum anderen aber steht hinter dem von der BLG erhobenen Vorwurf angeblich mangelnder "Flexibilität" ein Angriff auf den amtierenden GHB-Betriebsrat in Bremen. Dieser verteidigt konsequent die Interessen der GHB-Beschäftigten und steht in Opposition zur sozialpartnerschaftlich ausgerichteten Gewerkschaft ver.di.
  3. Mehr als bemerkenswert ist, daß der GHB-Geschäftsführer Bernt Kamin-Seggewies (em. selbst Betriebsratsvorsitzender in Hamburg und DKP-Mitglied) sein "Verständnis" gegenüber den "Kündigungen" der BLG zum Ausdruck gebracht hat und "sein" eigenes Unternehmen der mangelnden Flexibilität UNTER HINWEIS AUF DEN AMTIERENDEN BETRIEBSRAT bezichtigt hat. Noch bemerkenswerter: Kamin-Seggewies hat einen "Sozialplan" ins Gespräch gebracht. Was heißt das im Ergebnis ?
  4. Das bedeutet, daß nun im Zusammenwirken von Hafenfirmen und Geschäftsleitung Entlassungen zwecks DISZIPLINIERUNG DES BETRIEBSRATES zu erwarten sind. Nur scheinbar hält sich dabei die Gewerkschaft ver.di (noch) zurück, denn die Bereitschaft der GL mit ver.di dabei zusammenzuarbeiten ist deutlich erkennbar. Wiederholt war die Beteiligung des Betriebsrates in der Vergangenheit durch die Zusammenarbeit zwischen Gewerkschaft und GHB unterlaufen worden.
  5. Das alles bedeutet aber nun, daß Hafenunternehmen (und das Land Bremen, das an der BLG maßgeblich beteiligt ist) und GL des GHB sowie ausgerechnet die Gewerkschaft der Hafenarbeiter im Zusammenwirken mit der sog. Zeitarbeit der historischen Errungenschaft GHB den Todesstoß versetzen.

Ein aus unserer Sicht ungeheurer Vorgang!

Grafik © Gesamthafenbetriebsverein im Lande Bremen e.V.

Grafische Bearbeitung/Linksetzung durch 0815-Info.com