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Die nicht neue, gleichwohl immer wieder erschreckende Botschaft des Hasses am Ufer des Sees Genezareth ist der alarmierende Beweis dafür, dass der Hass extremistischer jüdischer Israelis sich nicht nur gegen Palästinenser, sondern auch gegen Christen richtet.

 


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Schutz durch Polizei und Justiz?
von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait*

Nach dem »Brandanschlag auf ein benediktinisches Kloster in Genezareth ist die ganze Christenheit getroffen. Das ist neu und fordert eine konsequente Reaktion von Christen und ihren politischen Vertretern. Erstaunlich, dass ARD und ZDF keine Spezial-Sendung zu dieser Hass-Aktion jüdisch-israelischer Extremisten bringen, jedoch fast immer, wenn es islamische Anschläge sind.

In einem Land der chronischen Verwüstung sind häufiger Moscheen das Ziel der wahnsinnigen Wut. Jetzt ist es ein christliches Kloster, das in Brand gesteckt wurde. "Das Feuer wurde offenbar an mindestens zwei Stellen gleichzeitig, mit krimineller Energie gelegt". Eine ernsthafte Antwort, wie die vom benediktinischen Abt erbeten, blieb aus; "bislang ist nichts passiert... alle polizeilichen Nachforschungen sind bisher im Sand verlaufen", berichtet Peter Münch (SZ, 19.6.15: "Botschaft des Hasses"). Was bedeutet das?

Ein Staat, wo Justiz, Gerichte und Polizei nicht funktionieren, hört auf, Rechtsstaat zu sein. Rassistische und religiöse Diskriminierung, Verfolgung von Dissidenten und Kritikern an der israelischen Regierungspolitik wecken schlimme Erinnerungen an das Dritte Reich, wo auch Dissidenten und Kritiker aller Art, also Andersdenkende grausam verfolgt und ermordet wurden. Keine Justiz, keine Polizei gab für diese Menschen im Dritten Reich wirksamen Schutz genauso wie es jetzt auch in den USA zu beobachten ist, wo rassistisch motivierte Morde geschehen und der US-Präsident ohne Autorität gegenüber den rassistischen Gruppierungen erscheint, die sich gegen die Verfassung und Gesetz erheben.





 

Gerade diese Supermacht, die sich längst als das Recht verachtender Staat offenbart, wurde Garant Israels als ihre Exklave im Nahen Osten, ein weiterer Staat, der auch Recht nicht universal gelten lässt. Die Existenz, das Leben aller Menschen in Palästina - Juden, Christen und Moslems - sichert der Staat Israel nicht. Alle im Heiligen Land lebenden Menschen, seien es Moslems, Christen oder Juden, haben das Recht auf Leben. Ihre Existenz garantiert nur ein Staat Palästina. Das ist offenbar der Hintergrund der jüngsten »Anerkennung des Staates Palästina vom Vatikan am 26.6., was eine Spezial-Sendung verdient. Der Heilige Stuhl hofft, dass die rechtliche Anerkennung des palästinensischen Staates dabei helfen werde, Frieden mit den Israelis zu fördern. Der Außenminister des Vatikans, Paul Gallagher und sein palästinensischer Kollege Riad Al-Malki unterzeichneten den Vertrag mit dem "Staat Palästina". Palästina hat immer existiert. Es ist das Heilige Land für alle Christen der Welt. Deshalb hatte der Vatikan lange sogar die Internationalisierung des Heiligen Landes als Position vor den Vereinten Nationen vertreten. Jetzt ist die Anerkennung von Palästina durch den Vatikan eine Wende, eine erfreuliche praktische realistische Wende, die der aktuellen Wirklichkeit entspricht. Palästina existierte bereits, als der Staat Israel als eine Exklave der USA auf diesem Territorium aufgrund einer Fremdbestimmung der Vereinten Nationen geschaffen wurde, und zwar gegen den Willen der damaligen mehrheitlich palästinensischen, arabischen Bevölkerung. Israel benahm sich im Heiligen Land ständig als Räuber und illegitimer Besatzer, wo eine vielfältige moslemische, jüdische und christliche Bevölkerung das Recht auf ein friedliches Leben hat. Dies zu gewährleisten, ist ein aggressiver Staat mit seiner expansiven hässlichen, völkerrechtswidrigen Besatzungspolitik nicht in der Lage.

Christen aller Welt gehören zum Heiligen Land. Das Land, ursprünglich Palästina, gehört allen Menschen, die dort leben, nicht ausschließlich den Juden, die später, wie bekannt ist, dorthin kamen. Die Christenheit ist jetzt aufgerufen, die Aggressivität Israels gegen sich nicht zu dulden. Alle katholischen Länder sollten ihre diplomatische Beziehungen mit einem solchen kriminellen antichristlichen Staat abbrechen.


© Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkai

Quellenangaben:

  • Süddeutsche Zeitung (SZ) von 19.6.15: "Botschaft des Hasses" von Peter Münch

Grafik: mit freundlicher Genehmigung © www.egonkramer.de

Foto: Tlaxcala*Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist eine chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Studium der Rechtswissenschaften an der Katholischen Universität in Santiago de Chile mit Spezialisierung auf das Völkerrecht und Praxis im Strafrecht. Nach ihrer Arbeit im Außenministerium war sie Diplomatin in Washington D.C., Wien und Jerusalem und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen.

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