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Angesichts des Koalitionsstreits um den weiteren Einsatz des Unkrautgifts Glyphosat haben Sie sich nicht entblödet, Ihre sozialdemokratischen Koalitionspartner vor „Großdemonstrationen gegen die konventionelle Landwirtschaft“ zu warnen.

 


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Spitzmarke*
von Volker Bräutigam**

Gegenüber der Süddeutsche Zeitung erklärten Sie, daraus könne „ein grundsätzlicher Gesellschaftskonflikt“ werden, schließlich sei ein Wirtschaftszweig betroffen, „an dem in Deutschland Millionen Arbeitsplätze hängen“. Landwirtschaft und Umwelt haben Ihrer Ansicht nach „gleichberechtigte Interessen. Die gilt es, miteinander auszugleichen.

Von Gleichberechtigung kann hier allerdings wirklich keine Rede sein. Ein Interessenausgleich mit der Umwelt ergäbe sich zudem nur beim vollständigen Wechsel von der intensiven zur Bio-Landwirtschaft. Bekanntlich widerspräche das diametral dem Interesse der Agrar-Großindustriellen und ist deshalb mit Ihnen nicht zu machen.

Vielleicht zeigt sich Ihnen nun aber auch der Glyphosat-Hersteller Monsanto erkenntlich. Immerhin waren Sie bereit, sich mit der öffentlichen Behauptung lächerlich zu machen, ein Glyphosat-Verbot bedrohe Millionen Arbeitsplätze.

© Volker Bräutigam

Grafik: © mit freundlicher Genehmigung www.stuttmann-karikaturen.de

*Als »Spitzmarke wird vor allem im Journalismus eine einleitende Information zu Beginn einer Nachricht oder einer Pressemitteilung bezeichnet.

**»Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net).

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