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Eine der letzten großen deutschen Reedereien betreibt seit 2 Jahren systematisch die Ausflaggung der von ihr "betreuten" Schiffe.

 


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von RA Dr. Rolf Geffken

Alle von uns im Zusammenhang mit unserer Petition »RETTET DIE SEESCHIFFFAHRT kritisierten Maßnahmen der Bundesregierung zugunsten der Reeder wurden beiseite gefegt. Die deutsche Flagge ist, d.h. deutsche Seeleute sind zu TEUER. Punkt.

Und dies obwohl gerade mal nur ein Drittel des seefahrenden Personals überhaupt (noch) deutsche Seeleute sind. Und dies obwohl Ver.di noch kurz zuvor mit einem "Beschäftigungssicherungstarifvertrag" mal eben die Heuern zugunsten der Reederei um 12,5% senken ließ.

Wie sah der "Kampf" für die Erhaltung der Arbeitsplätze aus?
Mittels eines vom Seebetriebsrat abgesegneten Interessenausgleichs mit NAMENSLISTE wurde den gekündigten 500 Seeleuten jede reelle Chance in den Prozessen beim Arbeitsgericht genommen. Mit einer sog. Auswahlrichtlinie ebenfalls.

Noch schlimmer: In einem ITF Vertrag für die ausgeflaggten Schiffe, auf den Ver.di unmittelbar Einfluss hatte, wurde die Übernahme der gekündigten deutschen Seeleute AUSGESCHLOSSEN.

Aber das ist noch nicht alles: Ver.di gab das Gutachten eines Wirtschaftsprüfers in Auftrag, in dem die Maßnahmen der Reederei als nachvollziehbar und notwendig eingestuft wurden. UND: Die Prozessvertretung der NSB liess es sich nicht nehmen, dieses "Ver.di-Gutachten" zur Rechtfertigung der Entlassungen beim Arbeitsgericht Hamburg vorzulegen...

MERKE: Eine Gewerkschaft, die kleinen neuen Gewerkschaften in sog. Statusverfahren so gerne vorwirft, nicht "kampfbereit" und nicht mächtig genug zu sein, um als GEWERKSCHAFT zu gelten, verzichtet auf JEGLICHEN Kampf gegen die Ausflaggung und für den Erhalt der Arbeitsplätze deutscher Seeleute, ja, sie sichert die Prozessstrategie der Reederei NSB auch noch argumentativ ab...

Was folgt daraus?

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