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Das waren Zeiten, als Libyen („We came, we saw, he died“) der Welt ein voll blutiges, humanistisch-imperialistisches Spektakel geboten hat. In den Hauptrollen die drei Hyänen Hillary Clinton, Samantha Power und Susan Rice, eigentlich sind es vier, wenn man Hillarys kleine Mentorin und Seelenverwandte Madeleine Albright hinzuzählt.

 


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von Pepe Escobar

Popzyniker waren damals versucht, diese Amazonen im Wartestand als Brünhild und die Walküren (Schlachtjungfern) zu bezeichnen. Oder wenigstens die Dauergrinserin Hillary als Attila die Henne zu bezeichnen.
Und es gibt Neuigkeiten. Wie vorauszusehen war gibt es eine Fortsetzung. Und dazu gibt es sogar eine hochtrabende Einleitung mit dem Titel „Expanding American Power“, herausgegeben von der Denkfabrik Center for a New American Security (CNAS). Mitbegründerin – und Leiterin – von CNAS ist die ehemalige stellvertretende Verteidigungsministerin Michele Flournoy, sie diente in der Obama-Regierung unter Leon Panetta.

Wie zu erwarten liest sich CNAS und sein kampflustiges Papier wie eine pompöse Neuauflage von PNAC – mitsamt den selben alten Neokons/Neoliberalkons-Gesichtern: Elliot Abrams, Robert Zoellick, Martin Indyk, Dennis Ross und natürlich Flournoy selbst. Sie wird in Washington schon als die neue Pentagon-Chefin unter einer Präsidentin Clinton gehandelt.
Dazu gehört: Das Land der Unentbehrlichen herrscht an allen Fronten – von den Fördermitgliedern mit den saftigen Spenden bis zur Betonung einer Handels-NATO mittels TPP und TTIP. Nach dem Brexit wird die Umsetzung von TTIP jedoch eine riesige Herausforderung – und das ist noch eine Untertreibung.

Vor kurzem wurde die Pentagon-Kandidatin Flournoy zitiert, sie sei bereit „mehr amerikanische Truppen in den Kampf gegen ISIS und das Assad-Regime zu schicken als die Obama-Regierung.“
Nun ja, nicht ganz. Sie hat auf ihr Zitat geantwortet und argumentiert nun so: sie sei „für eine militärische Unterstützung der USA für die gemäßigte syrische Opposition im Kampf gegen ISIS und das Assad-Regime, zum Beispiel die Southern Front, und nicht für einen Einsatz von US-Truppen in diesem Kampf.“

Sie sagte auch, die USA sollten „unter gewissen Bedingungen auch einen beschränkten Einsatz militärischer Gewalt in Betracht ziehen – vorzugsweise mit Bombardement durch Abstandswaffen – um gegen syrische militärische Ziele zurückzuschlagen.“ Und sie fügt hinzu, dass sie somit „nicht für einen Einsatz von US-Kampftruppen am Boden wirbt, um den Streitkräften Assads Gelände abzugewinnen oder Assad von der Macht zu entfernen.“ OK. Also kein Regimewechsel. Nur „beschränkter Einsatz militärischer Gewalt“. Und nicht vergessen: die Einrichtung einer „Nicht-Bombardierungs-Zone“. Soll heißen: „Wenn ihr unsere Jungs bombardiert, dann schlagen wir mit unseren Abstandswaffen auf die (russischen) Stellvertreterkräfte ein, oder in diesem Fall auf syrische Anlagen.“ Als würden die Syrisch-Arabische Armee – und die russische Luftwaffe – nur herumsitzen und Poker spielen und auf die amerikanischen Bomben warten.

Jeder kann sehen, wie verblüffend ähnlich dies zu Hillary Clintons eigener Syrien-“Politik“ ist – der Bedeutung nach reduziert auf eine „Flugverbotszone“. In Zusammenhang mit dem syrischen Kriegsschauplatz bedeutet „Flugverbotszone“ eigentlich Regimewechsel. Ohne Zweifel ist Hillary Clinton eine eifrige Leserin von George Orwells „Politics and the English Language“
Heizt Ihnen ein!

Flournoy ist somit Hyäne Nummer Zwei in der neuen Kriegsserie „Syrien Remixed“ und sie ist offenkundig in Einklang mit Hyäne Nummer Eins Hillary. Hillarys Harpyien Verdienste, gar nicht mal vollständig, sind allzu bekannt. Für die Bombardierung und Zerstörung des Irak, oberste Cheerleaderin für alles was mit GWOT (Global War on Terror) zu tun hat, Cheerleaderin für die Truppenverstärkung in Afghanistan, für eine „Flugverbotszone“ und mehr in Syrien, damit es einen Regimewechsel gibt, für eine rabiate „Eindämmung“ des Iran, sogar nach dem Atomdeal letztes Jahr in Wien. Putin ist der neue Hitler, und das ganze Zeug. Das Ganze natürlich schön versteckt hinter diesen dubiosen Staaten – hauptsächlich die Petrodollar-Bande – und Konzernen, die ein Vermögen an die Clinton Foundation spendeten. Das Vorspiel für eine ordentliche Erhöhung der Waffengeschäfte zu ihrer Zeit als Frau Außenministerin.

Wir haben also Hyäne Eins und Zwei, die fast die ganze Welt als „Bedrohung“ sehen (das Pentagon identifiziert fünf davon: Russland, China, Nordkorea, Iran und „Terrorismus“, in dieser Reihenfolge, die Hyänen haben vielleicht noch mehr). Sie sehen ständig eine Menge amerikanischer Kerninteressen durch diese Bedrohungen gefährdet. Sie sind enthusiastische Cheerleader eines humanitären Imperialismus und/oder gleich für Regimewechsel. Und sie wollen den strategischen Rivalen China und Russland richtig einheizen.

Kein Wunder dass der Ober-Neokon Robert Kagan diese rachsüchtige Show liebt. Zusammen mit einer ganzen Galaxie aus Neokons/Neoliberalkons, die über Washington verstreut sind. Von Libyen bis Syrien und der „Hilfe“ für das Haus Saud bei der Zerstörung des Jemen, sieht das nicht prima aus? Und somit kommen wir zu Hyäne Nummer Drei. Jemand, der tatsächlich für die Nummer Eins im Außenministerium arbeitete – es werden die schlimmsten Wörter der Englischen Sprache sein, falls Nummer Eins in 1600 Pennsylvania Avenue (Anm.d.Ü.: das Weiße Haus) landet: Secretary of State (Außenministerin) Victoria Nuland – die Neokon-Anhängerin, die die Worte „F**k the EU“ schon vor dem Brexit unsterblich machte. Das sollte sie sich patentieren lassen und die Tantiemen in US-Dollar ausbezahlen lassen und nicht mit schwächelnden Pfund.

Es ist bekannt, dass die ehrenwerte Domina aus dem Kaganat von Nulandistan einen blitzsauberen Drehtür-Rekord hält: Außenpolitische Beraterin von Vizepräsident Dick Cheney, ins Obamaland eingeschleust von ihrem Schutzherren und Boss bei Brookings, Strobe Talbott, Nummer Eins Pressesprecherin im Außenministerium und gegenwärtig im Außenministerium für Europa zuständig, verantwortlich für die Dämonisierung alles Russischen. Machen wir uns nichts vor: Diese drei Hyänen zusammen in einer Arena, und sie prügeln alle Wrestling-Stars ins Jenseits.

Und den 51 Kriegshetzern gefällt es

Zu Orlando musste Hillary Clinton anmerken: „Das ist die tödlichste Massenschießerei in der Geschichte der Vereinigten Staaten und es erinnert uns wieder einmal daran, dass solche Kriegswaffen nichts auf unseren Straßen verloren haben.“ Wenn aber diese „Kriegswaffen“, getragen oder „beraten“ von US-Personal, im Nahen Osten und Nordafrika (im Pentagon nennt man das MENA) unschuldige Zivilisten töten, dann ist das natürlich kein Problem.

Keine Frage, dass diese drei Hyänen Remixed – Hillary, Flournoy und Nuland – „ihren“ Krieg in Syrien bekommen werden, egal welche Orwellsche Semantik zum Einsatz kommt. Schließlich haben 51 kriegstreibende „Diplomaten“ das bereits befürwortet. Und wie WikiLeaks enthüllt hat, hat die Hyäne Nummer Eins bereits vor langer Zeit kundgetan, „der beste Weg, um Israel beim Umgang mit den zunehmenden nuklearen Fähigkeiten des Iran zu helfen, ist es, dem syrischen Volk zu helfen, das Regime von Bashar Assad zu stürzen.“ Die Realpolitik hat vielleicht bewiesen, dass der Iran gar keine nuklearen Fähigkeiten hat. Ach, zum Teufel damit, Regimewechsel sind einfach saucool!

Andere, darunter der Stanley Kubrick-Typ Dr. Strangelove, Verzeihung, General Breedlove, früherer NATO Oberkommandeur, bewirbt sich auch schon um einen Posten Im Verteidigungsministerium einer mutmaßlichen Clinton-Regierung. Aber mit dem Dreamteam der drei Hyänen kann er nicht mithalten. Es ist halt viel gemütlicher, ein Familienspaß für den Deep State, wenn man die Full Spectrum Dominance – die Doktrin von der ewig währenden Freiheit – mit einer erstklassigen Frauenriege ausspielen kann.
Sie kamen, sie sahen, sie werden bombardieren.

Quellenangaben:

© Grafik: © »a katz | Shutterstock.com

Übersetzung: "FritztheCat" / Propagandaschau

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