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Mit dem üblichen Propaganda-Tam-Tam berichtete Tagesschau.de am 8.8.2016 :

"In Aleppo gibt es laut UNICEF seit vier Tagen kein fließendes Wasser. "Diese Einschränkungen kommen inmitten einer Hitzewelle, die Kinder einem großen Risiko wasserverursachter Krankheiten aussetzen", sagte eine UNICEF-Vertreterin. Es bleibe keine Zeit, um eine Ende der Kämpfe abzuwarten." Zugleich werde die medizinische Versorgung wegen gezielter Angriffe auf Krankenhäuser immer schwieriger, warnte die Weltgesundheitsorganisation WHO. Allein im Juli habe es zehn Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen gegeben," sagte WHO-Sprecher, Tarik Jasarevic, in Genf. »http://www.tagesschau.de/ausland/syrien-un-109.html

 


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von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Sehr geehrter Herr Marmor,

Wieder einmal sind die Angaben durch nichts belegt. Der zitierte WHO-Sprecher sitzt gemütlich in Genf. Woher er seine Weisheiten hat, ist unklar, nachgeprüft wird es aber nicht. Und trotzdem, übliche Propagandapraxis, werden sie in Umlauf gebracht, unter aktiver Mitwirkung der ARD-aktuell-Redaktion. Die Absicht ist dank des ideellen Kontextes unverkennbar (in Aleppo wird nur deshalb geschossen und gebombt, weil die bösen Russen und die syrische Armee damit nicht aufhören, obwohl der Westen andauernd eine 48stündige Waffenruhe verlangt):

Die Assad-Regierung wieder und wieder anzuschwärzen. Agenturmeldungen ungeprüft den Zuschauern offerieren, das ist Gniffkes-Qualitätsjounalismus.

In "Wir im NDR Nr. 127, der NDR-Betriebszeitung, tönte er kurz vorher noch großspurig gegenüber seinen NDR-Kollegen:

"Das einzige was hilft (er meint:gegen Glaubwürdigkeitsverlust), ist Qualitätsjournalismus. Wir müssen Tag für Tag akribisch unsere Arbeit machen, selbstkritisch bleiben, gewissenhaft recherchieren, dann informieren und dabei niemals missionieren".

Der klassische Gegensatz von Schein und Sein.

Nur einen Tag später, nachdem der Al Quaida-Freundeskreis von Volker Schwenck in Ost-Aleppo mit der Kamera auf Erkundungsgang gegangen war (natürlich gegen Bares aus Rundfunkgebühren) bastelte der besagte ARD-Korrespondent aus dem Material ein Filmchen: Es zeigt einen Terroristen in Aleppos al-Nusra-Hochburg bei der Bewässerung seines Gemüsedachgartens und seine Kinder zur Abkühlung in fließendem Wasser im Planschbecken spielend. Ein typisches AgitProp-Produkt, dieses Video, mit Kindern, Alten, der Klage über fehlende Medikamente und terrorverharmlosenden Schein-Information. Nur das Ding mit den vier Tagen ohne Wasser, der Trinkwasserversorgung, und den verdurstenden Kindern kam darin nicht vor. Miese Koordination bei Zusammenstellung der Propagandawerke, werter Herr Dr.Gniffke: gewissenhafte Recherche sieht anders aus.

»http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-206229.html

Die Gniffke-Schwenck-Märchenschau verstößt gegen die Programm-Richtlinien. Die haben noch Rechtswirkung, auch wenn sie formal längst außer Kraft sind.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

Grafik: mit freundlicher Genehmigung © www.egonkramer.de

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