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Der Chefredakteur ARD-aktuell, Dr. Gniffke, geruht uns herablassend „Petenten“ zu nennen. Das zeigt seine Arroganz.

Wir sind keine Bittsteller, wir verlangen etwas:

seriöse journalistische Arbeit in der Nachrichtenzentrale der ARD,

  • bei Tagesschau,
  • Tagesthemen,
  • Nachtmagazin & Co.

Allerdings bisher vergeblich. ARD-aktuell bringt es einfach nicht.

 


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Betreff: Programmbeschwerde. Islamkonferenz Grosny
Datum: 04. Oktober 2016 um 21:20:19 MESZ
An: "NDR RR VWR" [email protected], [email protected]

Programmbeschwerde: Wenn „der Russe“ was schafft, schweigt ARD-aktuell - Garantiert!

von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Werte Damen und Herren Rundfunkräte, werter Herr Intendant,

Das führen wir Ihnen und zugleich der kritischen Öffentlichkeit vor. Die versteht genau, woher der zunehmende Glaubwürdigkeitsverlust des „Qualitätsjournalismus“ kommt:

Sie haben ihn in Intensivpflege genommen.

Dank Ihrer Untätigkeit und Weigerung, sich gründlich und kritisch mit den Defiziten der ARD-aktuell-Berichterstattung auseinanderzusetzen, wächst und gedeiht der Vertrauensverlust weiter.

Diesmal zeigen wir eine auffallende Lücke im Nachrichtenangebot: Die Islam-Konferenz Ende September in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny war eine bemerkenswerter Erfolg des Präsidenten Putin und seines Außenministers Lawrow in der Auseinandersetzung mit dem Islam. Gemäß dem Vollständigkeitsgebot in den Programmrichtlinien des Staatsvertrags, „umfassend“ über Weltereignisse zu berichten, hätte ARD-aktuell dieses Ereignis redaktionell berücksichtigen müssen. Die Konferenz befand, obwohl unterstützt und begleitet von einigen der engsten Verbündeten Saudi-Arabiens, dass die saudische Finanzierung des ultra-konservativen Islam und des darauf beruhenden Weltbildes nicht in Einklang stehen mit den liberalen Auffassungen vom Islam in den übrigen muslimischen Ländern und in Russland.

Quelle: »http://www.theglobalist.com/soul-of-islam-uae-saudi-arabia-religion-gulf-countries/

Warum diese Konferenz so große Bedeutung hat:

  1. Es handelte sich um einen Frontalangriff auf den saudischen Wahhabismus, Salafismus und Deobandismus, d.h. auf die konfessionellen Grundströmungen im Terrorismus-affinen Teil des sunnitischen Islam. Zu diesen Strömungen wurde eine scharfe Trennlinie gezogen.
  2. Selbstverständlich markierte die Konferenz damit auch politische Differenzen. Saudi-Arabien und die Emirate sind zwar im Golf Kooperationsrat CCC, doch herrscht dort nicht nur schiere Harmonie. Die arabischen Staaten stellen unter den Ländern mit muslimischer Bevölkerung keinen dominanten Einheitsblock, wie sich z.B. auch an der Teilnahme Ägyptens an dieser saudi-kritischen Konferenz und an deren starker Förderung seitens der VAE zeigt.
  3. Die Konferenz in Grosny hatte darüber hinaus Signalcharakter, nicht nur für die muslimisch dominierte autonome russische Republik Tschetschenien, sondern für alle vormals sowjetischen Staaten mit muslimischer Bevölkerung, von Aserbaidschan bis Usbekistan.

Die Konferenz und ihr Ergebnis werden (nicht nur) in der islamischen Welt als ein großer Erfolg russischer Konfliktklärungspolitik gesehen. Russland habe vermittels dieser Konferenz zugleich ein Schlaglicht auf das Erzübel der Waffen- und Kriegsbrüderschaft zwischen Saudis, USA und NATO geworfen.

Und ARD-aktuell? Hat wieder einmal eine vorzügliche Gelegenheit verpasst, seinen Informationsauftrag umfassend zu erfüllen, dem deutschen Publikum den Facettenreichtum des politischen Islam darzustellen und ein tieferes Verständnis von Kriegsursachen in Syrien zu ermöglichen. Staatsvertragswidrig.

Anbei etwas Lesestoff. Besonders empfehlenswert die Lektüre der Rede des syrischen Botschafters im Schiller-Institut. Wer wie die Gniffke-Qualitätstruppe stets aus der gleichen Richtung auf einen Kriegsschauplatz starrt, wird blind für das Ganze.

Mit freundlichen Grüßen
Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

Grafik: mit freundlicher Genehmigung © www.egonkramer.de

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