aktuelle News

Als eine, aus 109 Staaten gebildete, UN-Arbeitsgruppe im August 2016 empfahl, die UN-Generalversammlung möge Verhandlungen zum Verbot der Atomwaffen beschließen, berichtete ARD-aktuell nicht über diesen Vorgang, obwohl Deutschland empörenderweise mit Nein gestimmt hatte.

 


tagesschau.jpg

Betreff: Programmbeschwerde wegen Informationsunterdrückung: Abrüstung
Datum: 02. November 2016 um 15:35:43 MESZ
An: "NDR RR VWR" [email protected], [email protected]

Programmbeschwerde wegen Informationsunterdrückung: Abrüstung

von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Werte Damen und Herren Rundfunkräte, werter Herr Intendant,

unsere Programmbeschwerde dagegen ist hier nachlesbar

»http://www.rationalgalerie.de/schmock/eine-nukleare-muecke.html

Christian Nitsche, stellv. Chefredakteur ARD-aktuell, entblödete sich nicht, das Verschweigen dieser deutschen Schändlichkeit in den ARD-aktuell-Nachrichten folgendermaßen zu rechtfertigen:

„(...) Wie die Beschwerdeführer richtig angemerkt haben, handelt es sich bei o. g. Beschluss um eine unverbindliche Resolution einer UN-Arbeitsgruppe. ... Würden wir dazu übergehen, Absichtserklärungen, unverbindliche Beschlüsse oder Verlautbarungen in unsere Angebote aufzunehmen, sprengte das unweigerlich deren Rahmen. (...)“

Nun hat nicht nur eine Arbeitsgruppe, sondern das UN-Komitee für Abrüstung und internationale Sicherheit im Verlauf der UN-Generalversammlung über das Projekt „Verbot nuklearer Bewaffnung“ abgestimmt. Und wieder war Deutschland dagegen. Quelle:

»https://www.un.org/en/ga/first/71/PDF/CRP_3_Rev_3.pdf

Und wieder berichtete ARD-aktuell über dieses schändliche Verhalten der Bundesregierung mit keinem Wort. Wir hätten nun doch gerne gewusst, wie die öffentlich-rechtliche Qualitätsjournalisterei sich diesmal reinzuwaschen versucht.

Hier kurz die Fakten:

Am 25. Oktober 2016 beschlossen 123 der 191 Mitgliedsstaaten in der UN-Vollversammlung eine Konferenz über das Verbot der Atomwaffen. Die Beratungen sollen im kommenden März beginnen. Die Befürworter folgten dem Antrag Brasiliens, Irlands, Mexikos, Nigerias, Österreichs und Südafrikas. Unabhängig von der Frage des Erfolgs eines solchen Versuchs: Er ist für sich genommen ein begrüßenswerter Vorgang, über ihn zu berichten ist Journalistenpflicht.

Es ist auch zu berichten, welche wichtigen Mächte sich für ihn aussprachen und welche dagegen. Dafür war u.a. das atomar bewaffnete Nordkorea. Dagegen waren die Atommächte USA, Russland, Großbritannien, Frankreich und Israel. Enthalten haben sich die Atommächte VR China, Pakistan und Indien. Deutschland, willfährige Abschussrampe für US-Atomwaffen, folgte natürlich im Kielwasser der USA und der übrigen NATO-Länder.

Welchen Eindruck dieses Stimmverhalten in der Weltöffentlichkeit macht, brachte das Magazin Telepolis ebenso eindrücklich so auf den Punkt, wie ARD-aktuell sich beim Verschweigen als regierungsfromme Zensurbehörde bewährte: Deutschland in schlechtem Licht

Pjöngjang gegen die Atombombe, Berlin ist dafür

Quelle: »https://www.heise.de/tp/news/Pjoengjang-gegen-die-Atombombe-Berlin-ist-dafuer-3453530.html

Peinlich, nicht? Bringen wir das Verhalten der ARD-aktuell auf den Punkt:

  • Schändlich unprofessionell,
  • liebedienerisch,
  • regierungsfromm,
  • bellizistisch,
  • kurz: staatsvertragswidrig!

Mit freundlichen Grüßen
Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

  • Grafik: mit freundlicher Genehmigung © www.egonkramer.de

Grafische Bearbeitung/Linksetzung durch 0815-Info.com