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Der bekannte Journalist »Walter van Rossum trifft den Nagel auf den Kopf:

Die sogenannten Qualitätsmedien unserer Tage qualifizieren sich in der Regel durch ein außerordentlich flaches Potpourri aus Verlautbarungen und Erregungsereignissen. Prämoderne Narrative der Sorte „die Guten und die Bösen“ oder „wir und der Rest der Welt“ fügen sodann Agenturmeldungen zu einer „sinnhaften Welt“. Unter bis vor Kurzem noch für unmöglich gehaltener Missachtung elementarster journalistischer Regeln ergreifen diese Medien dabei Partei und schüren mit aller Macht Konflikte, die analytisch zu durchdringen ihre vornehme Aufgabe wäre. Mit anderen Worten, die Qualitäten dieses Qualitätsjournalismus erschöpfen sich in handwerklich plattester Propaganda.
»https://www.rubikon.news/artikel/qualitatsjournalismus-im-giftgas-einsatz

 


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Betreff: Programmbeschwerde: zu "Strafaktion mit Bedacht"
Datum: 07.April 2017 um 21:19:35 MESZ
An: "NDR RR VWR" [email protected], [email protected]

Programmbeschwerde: zu "Strafaktion mit Bedacht"

von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte,

ein neues, makabres Beispiel hierfür lieferte die Nachrichtenshow des Dr. Gniffke, der in einer Endlosschleife darauf hinzuweisen pflegt, unabhängigen und professionellen Journalismus zu betreiben:

Anstatt sich mit den Tatsachen des „Giftgasangriffs“ auseinanderzusetzen, sie zu analysieren und z.B. zu fragen, für wie irre man Russen und Syrer eigentlich halte, wenn man ihnen unterstelle, Giftgas gegen Gegner einzusetzen, die fast schon mausetot sind, in einer Phase des Syrienkriegs, in der sie auch alle Verhandlungen zur Konfliktlösung auf internationaler Ebene dominieren, sondert die Tagesschau persönliche, subjektive Meinungen ihrer mehr oder weniger wichtigen Qualitätsjournalisten ab.

Im Beitrag auf Tagesschau.de kommt der „Sicherheitsexperte" des NDR, »Andreas Flocken, zu Wort. Er darf seine Einschätzung des Raketenangriffs der USA auf einen syrischen Flugplatzes kundtun.

An keiner Stelle seines Elaborats findet sich ein Hinweis darauf, dass der „Giftgasangriff“ noch gänzlich unaufgeklärt ist und vor diesem Hintergrund eine militärische Aktion gegen Syrien überhaupt nicht zu rechtfertigen ist, jedenfalls aber einen Völkerrechtsbruch darstellt, also selbst ein Kriegsverbrechen ist. Im Gegenteil, Flocken findet sogar lobende Worte:“Der US-Militärschlag in Syrien ist mit Bedacht ausgeführt worden“ – so, als sei damit keine zusätzliche Kriegsgefahr erzeugt worden.

Folgt man der Expertise des expertischen Flocken, dann ist auch sonst bei diesem „Luftschlag“ alles super gelaufen, die Raketen seien niedrig geflogen, um keine Flugzeuge zu gefährden, sogar die Russen hätte man vorab informiert. Die paar Toten, die spielen natürlich keine Rolle, das waren ja bloß Syrer, es ging doch darum, Druck auf Assad auszuüben. Der Beitrag enthält nur Spekulationen und subjektive Einschätzungen. Richtig oder falsch? Gleichviel, dieser Erguss ist menschenverachtend und rechtsnihilistisch obendrein.

Man fragt sich, wie das alles mit der Pflicht des NDR in Einklang zu bringen ist, „Informationen zu liefern, die dazu beitragen, über das Geschehen in der Welt zu unterrichten und die selbstständige Meinungsbildung der Zuschauer und Zuschauerinnen zu fördern“. Was hier stattdessen passiert: Es werden Meinungen ausgekübelt, um die Zuschauer am eigenen Nachdenken zu hindern, sie stattdessen mit vorgefassten und.spekulativen Vorstellungen zuzudecken. Auseinandersetzung mit Fakten findet nicht mehr statt. Genau auf dieser Linie liegen auch die anderen Beiträge von Tagesschau.de vom 7.4.17.

Hierin sehen wir die Verletzung der Programmrichtlinien gem. NDR-Staatsvertrag. Zudem ist zu beanstanden, dass ein völkerrechtswidriger, militärischer Angriff mit Toten verfälschend als „Strafaktion mit Bedacht“ gerechtfertigt wird.

Mit freundlichen Grüßen
»Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

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