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...und da sage noch einer "Programmbeschwerden bringen nichts".

Ne, nee... wenn der Gniffke meint, "den Herren Klinkhammer und Bräutigam" mal so richtig in die Parade fahren zu können, dann tut er das auch!

Blöd nur,

  • das er das, genau wie "Qualitäts-Nachrichten", nicht kann und
  • das "die Herren Klinkhammer und Bräutigam" vom Fach sind und, wenn sich der Herr Doktor schon mal zu einer Stellungnahme herablässt, dann auch noch antworten.

Dreimal dürfen Sie raten, wer dabei eine schlechte Figur macht...

*"...dieses renitente Fußvolk! HERGOTT SAKRA...!"

(ts)

 


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Betreff: Programmbeschwerde vom 27.11.2016 / "Rentenberichterstattung"
Datum: 04.Mai 2017 um 23:41:28 MESZ
An: "NDR RR VWR" gremienbuero@ndr.de, l.marmor@ndr.de

Unsere Programmbeschwerde vom 27. Nov. 2016 / "Rentenberichterstattung"

von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte,

die Stellungnahme des Chefredakteurs Dr. Gniffke ist eine blanke Zumutung: Wir kritisierten »detailliert und begründet zwei konkret benannte Beiträge im Rahmen der - generell unzulänglichen - Berichterstattung über die Rentenentwicklung, und was passiert? Wir erhalten keine konkrete Stellungnahme, sondern werden zugeschüttet mit unzähligen Beiträgen, die früher einmal von ARD-aktuell gesendet wurden, zwar zum Thema, aber nicht in irgend einer Weise tauglich, unsere Kritik zu widerlegen. Das übliche Nebelkerzen-Werfen von ARD-aktuell, Ausdruck arroganter Unaufrichtigkeit. Mit keinem Wort geht dieser Chefredakteur exakt auf unsere Beschwerde ein: Kein Wort darüber, warum nicht einordnend in den Nachrichten darauf Bezug genommen wird, dass das deutsche BIP zwischen 1995 und 2015 von knapp 1,9 Billionen Euro auf mehr als 3 Billionen Euro gestiegen ist, viel schneller als der Anteil der Rentner an der Gesamtgesellschaft, und dass damit absichtlich ein wesentlicher Faktor bei Beurteilung der Rentenentwicklung außer Betracht blieb. Nicht anders verhält es sich mit der ignorierten Relation zum Einkommen der Erwerbsbevölkerung, ...keine Begründung dafür, warum fast ausschließlich Verfechter von Rentenkürzungen unter den „Experten" zu Wort kommen und keine Experten, die deren Thesen und Vorschläge widerlegen könnten.

Dass der Gniffke-Truppe keine Zweifel an der Einseitigkeit des "Experten" Ragnitz kommen, zeigt das höchst fragwürdige intellektuelle Niveau der „Flaggschiff“-Besatzung und liefert die Bestätigung unserer Kritik an der einseitigen Berichterstattung über Rententhemen.

Ministerin Nahles als Zeugin für die "Breite der Berichterstattung" zu nennen, ist wahrlich nicht nur ein schlechter Witz. Schändlich, dass sich ein Journalist zur Rechtfertigung der eigenen Parteilichkeit auf die im Zweifel opportunistischen Äußerungen einer Berufspolitikerin beruft, die ihre Aufgabe nicht etwa in der Entwicklung eines Rückwegs in ein einst gesundes Rentensystem sieht, sondern sich als Kompromisslerin zwischen nicht vereinbaren sozialen Gegensätzen versteht, die sich zwischen der Geld- und Wirtschaftselite einerseits und der lohn- bzw. rentenabhängigen Bevölkerungsmehrheit andererseits aufgetan haben; ein Kompromisslerin, deren hauptsächliche Aktivität das politische Einknicken vor den Interessen der Wirtschaftskartelle besteht. Sie ist ja geradezu Symbolfigur der Rentenkürzer-Garde ihrer Partei geworden.

Klaus W. Zimmermann, ein anderer „»Experte", meint, dass eine Weiterbeschäftigung der Älteren notwendig sei, inklusive der Rente ab 67 und später sogar ab 70.

Der Sozialforscher Florian Blank ist zwar ein Experte, der vom herrschenden Renten-Verschlechterungs-Diskurs abweicht. Er ist aber eine Ausnahme-Erscheinung in der Berichterstattung von ARD-aktuell. Indem die Redaktion ihn in seiner Außenseiter-Funktion darstellt, macht sie sich doch zugleich zum Transporteur der „herrschenden Meinung". Zum letzten Mal übrigens hörte man von Blank vor mehr als einem Jahr. ARD-aktuell tut so, als gäbe es nicht unzählige andere Fachleute, die Alternativen zum gegenwärtigen Rentensystem und seiner inhärenten Garantie weit verbreiteter Altersarmut entwickelt haben, als gäbe es nicht zahlreiche höherwertige und im Ausland praktizierte Rentenmodelle mit größerem Anspruch auf Gerechtigkeit und Zuverlässigkeit... (Beispiele: Skandinavische Rentenmodelle, Schweizer Rentensystem)

Den Mathematiker Bosbach hier aufzuführen, zeigt, wie schwach ARD-aktuell in ihrer Argumentation ist. Den erwähnten Beitrag gab es vor vier Jahren (Anm. 0815-Info: der, von Gniffke, angeführte Beitrag ist online nicht mehr abrufbar, da er [O-Ton!] "die genehmigte Verweildauer" überschritten hat). Bosbach maßt sich allerdings nicht an, "Rentenexperte" zu sein, sondern äußerte sich als Statistiker.

Fazit: Der hiesige Rentendiskurs wird von der Gniffke-Truppe nur selektiv und unter größter Rücksichtnahme auf neoliberale, neokonservative Interessen begleitet, entgegen dem Informationsanspruch der Rentenbezieher und der Öffentlickeit insgesamt. Die Redaktion leistet der politischen Elite im Land Helotendienste, den Programmauftrag jedoch erfüllt sie nicht.

Wir bleiben bei unserem Vorwurf des Richtlinienverstoßes.

Mit freundlichen Grüßen
»Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

Grafische Bearbeitung/Linksetzung durch 0815-Info.com