Die LINKE und die DKP

aktuelle News Die Hetzkampagne der neoliberalen Einheitsmedien hierzulande hat voll ins Schwarze getroffen.
Ein ganzer Kommunist, oder in diesem Fall eine Kommunistin, hat es in ein Landesparlament geschafft und die gesamte Bananenrepublik stand Kopf. Inzwischen ist die Landesparlamentarierin isoliert, fraktions- und damit ziemlich wirkungslos, in Hamburg hat es die DKP weder in den Landtag noch in die Bezirksämter geschafft, die Linkspartei rückt wieder ein Stückweit nach rechts, schließt ihre „offenen Listen“ und erklärt, das Verstaatlichung mit ihr nicht zu machen ist.

von Tilo Schönberg

Foto: google.deIn der Zeitschrift Sozialismus erschien dieser Tage ein Kommentar der dortigen Redaktion zu diesem Thema, das ich hier in Auszügen wiedergeben möchte. Ich stelle die Bemerkung voran, dass es lediglich Zitate sind. Wer meint, das diese aus dem Zusammenhang gerissen sind – hier ist der gesamte Text zu finden:
http://www.sozialismus.de/socialist/pages/kommentar.php?para=1561

Auszüge:

„Die Ausgestaltung einer nachkapitalistischen Gesellschaft wird nicht von einer Partei oder einem Komitee entwickelt. Ihre Stabilität und Überlebensfähigkeit wird gewiss nicht von irgendwelchen Diensten oder Sicherheitsorganen abhängen, sondern davon, ob sie von großen Teilen der Bevölkerung akzeptiert, getragen und weiter entwickelt wird. Im Kern geht es um die Frage des Verhältnisses von Demokratie und Sozialismus im 21. Jahrhundert und um die Lehren aus der Geschichte des Staatssozialismus im Allgemeinen und der DDR im Besonderen. Sie sind für die Erneuerung der Linken und für die Formierung einer neuartigen Partei von grundlegender Bedeutung.

Diese Position wird von Teilen der DKP abgelehnt. Auch wenn es dort und in anderen sich als kommunistisch definierenden Strömungen unterschiedliche Positionen gibt: Der aktuelle Konflikt und die sichtbar gewordenen Reaktionen belegen, dass Wegners Äußerungen nicht nur eine Einzelmeinung sind, sondern auch über die DKP hinaus ein weit verbreitetes Grundverständnis ausdrücken. Deshalb ist eine grundsätzliche Klärung und Positionierung in dieser Frage unverzichtbar. Das betrifft nicht nur die KandidatInnnen als Einzelpersonen, sondern die DKP als politische Partei.

Die sichtbar gewordene Denkweise ist für eine moderne Linkspartei mit einer Sozialismuskonzeption für das 21. Jahrhundert völlig unakzeptabel. Es handelt sich um den hilflosen Versuch, das Scheitern der Sozialismusversuche im 20. Jahrhundert zurechtzuräsonieren. Hinter der Sehnsucht nach einer Organisation zum Schutz gegen die Konterrevolution steht die Relativierung und nachträgliche Rechtfertigung der im Namen des Sozialismus begangenen Verbrechen.

Dies ist nicht nur eine Verhöhnung der Opfer, sondern dazu noch eine Missachtung des kollektiven Gedächtnisses der innerlinken Geschichte …“

Nun muss man wissen, dass die Kommentatoren zum linken Spektrum innerhalb der Linkspartei zählen.  Und wenn die Partei „Die Linke.“ zum Großteil aus Menschen mit dieser Denkweise bestehen würde – ich bräuchte mir keine Sorgen über den weiteren Werdegang dieser Truppe machen. Muss ich aber, weil die Partei, die für sich den Begriff „Links“ vereinnahmen möchte, mit LINKS als Ausdruck einer politischen Richtung nichts oder nur sehr wenig zu tun hat. Link ist sie allemal. Das Zeder- und Mordio-Geschrei gegen Wegner hat einen politischen Flurschaden innerhalb der deutschen Linken angerichtet, der nur schwer wieder zu bereinigen ist. Gysis „Mit uns Nicht!“-Gesülze zum Thema Verstaatlichung – von der eigentlich im Wahlkampf nirgends die Rede war! – hat die Richtung für die Zukunft vorgegeben. Ab in die Sozialdemokratie. Dies dürfte auch den politischen Schwenk von Kurt Beck und Genossen erklären.

Da nützt es auch nicht, dass die Kommentatoren zur Belehrung der DKP auf Marx zurückgreifen:

Die Staatsfixiertheit vieler Linker, wie sie bei Wegner u.a. zum Ausdruck kommt, ist nicht nur spießbürgerlich, sondern steht auch völlig quer zur Grundintention des Marxismus, auf den sie sich selbst in ihrem "revolutionärem Gestus" beziehen. Marx bestand darauf, dass zukünftige soziale Emanzipationsbewegungen entfremdete und verselbständigte politisch-staatliche Strukturen des Kapitalismus in die Gesellschaft zurückholen müssten …

… Der Bolschewik V.I. Lenin plädierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowohl gegen die orthodoxe (Kautsky) wie auch die revisionistische Strömung (Bernstein) innerhalb der Sozialdemokratie für eine Zurücknahme des Staates. Die Tragik und das Scheitern des Sozialismus im 20. Jahrhundert besteht nun gerade darin, dass neben der Sozialdemokratie auch die Kommunisten zu Vorreitern eines staatssozialistischen Entwicklungsweges wurden, den Marxismus auf den Hund brachten und den Revolutionszyklus seit 1917 deformierten.“

Ich will jetzt gar nicht anfangen, das Thema umzudrehen und die Partei „Die Linke.“ nach marxistischen Gesichtspunkten zu durchleuchten. Ich darf an dieser Stelle daran erinnern, dass weder Marx & Engels noch Lenin in den „Eckpunkten“ – ein Programm gibt es noch nicht - der Partei „Die Linke.“ auch nur entfernt irgendeine Rolle spielen. Dort kämpfte der linke Flügel schon darum, die Wörter „Demokratischer Sozialismus“ in der Präambel unterzubringen, vergebens übrigens.

Der Satz von Christel Wegner, den auch die Sozialismus-Redaktion zitiert: „"Ich denke ..., wenn man eine andere Gesellschaftsform errichtet, dass man da so ein Organ wieder braucht, weil man sich davor schützen muss, dass andere, reaktionäre Kräfte die Gelegenheit nutzen und so einen Staat von innen aufweichen.", bewahrheitet sich dagegen – siehe z.B. Venezuela - jeden Tag aufs Neue.

Das ich der Meinung der Kommentatoren der Zeitschrift „Sozialismus“ (ich betone das immer, damit das Wort „Sozialismus“ überhaupt mal im Text vorkommt), sagen wir mal, etwas konträr gegenüberstehe, konnte man bei 0815-Info schon hier, hier und hier nachlesen.

Ich möchte noch einen weiteren Text beifügen, der meines Erachtens viel eher, viel mehr und viel deutlicher den Kern der Sache trifft. Auf diesen Text gestoßen bin ich, wie so oft, bei  SteinbergRecherche.com, die auch gleich freundlicherweise den Kontakt zum Autor herstellte.



Partnerschaft ohne Zukunft
von Volker Bräutigam*

Wer mit wem regieren, wer sich von wem (nicht) wählen lassen wolle /dürfe/könne/werde, mit welcher Koalition Macht resp. Teilhabe daran erreichbar wäre: Alleweil spielen im öffentlichen Diskurs solche Fragen eine weit größere Rolle als das Wozu, die Diskussion über Programme und politische Aussagen. Gegenwärtig nervt es ganz besonders, das Geschwafel über Koalitionen, weil damit verhindert werden soll, was gemäß den Interessen des Wirtschaftsimperiums keinesfalls sein darf: Nachdenken über Ziele und Chancen (halb-)linker Regierungsbündnisse. Die wären möglich, und gerade deshalb werden sie heftig tabuisiert.

Und wie singt die Linke in diesem Chor, die Linke links neben der SPD?

Euphorisch nahm die DKP auf, dass über die Liste der  LINKEn nach Jahrzehnten erstmals wieder eine Kommunistin in einen Landtag einzog. Der Euphorie folgen aber nach medizinischer und auch nach soziologischer Erkenntnis meist nur die Agonie und danach der Exitus. Inzwischen ist die Abgeordnete Wegner denn auch schon fraktionslos. Ergebnisse und Gewicht ihrer Arbeit werden mit diesem einsamen Status korrespondieren. Es wäre albern, mehr zu erwarten.

Antikommunismus pur
Nach wie vor versprechen sich auch Vertreter der LINKEn, soweit sie frei sind von Berührungsängsten, noch Vorteile von einer Zusammenarbeit mit der DKP, vor allem auf kommunaler und regionaler Ebene. Es scheint sich kaum jemand daran erinnern zu wollen, dass und warum in den drei Jahren nach 1990 das Projekt scheiterte, Linkssozialisten (PDS) und Kommunisten (DKP) aus Ost und West unter einer gemeinsamen Dachorganisation zusammenzuführen. Das Nicht-Erinnern verwundert, denn sozialdemokratisch gewendete Repräsentanten der LINKEn wie Gregor Gysi und Bodo Ramelow müssten die Mitglieder ihrer eigenen Partei ebenso wie die der DKP eigentlich wachgerüttelt und ihnen klargemacht haben, was für die LINKE Sache ist: Antikommunismus pur.

Die LINKE braucht die DKP nicht (mehr). Die DKP stört. Besonders bei LINKEn-Schmuseversuchen mit der SPD und beim Hangeln nach Regierungsbeteiligungen, nach geld-bringenden Parlamentsmandaten, bei der Pöstchenjagd nach Staatsämtern. Die DKP sollte sich nicht länger Illusionen hingeben, sondern schleunigst auf den Boden der Tatsachen zurückkommen.

Garantiert kommunistenfrei
Auf Bundesebene hat der Gesetzgeber das „Huckepackverfahren“ (Mitglieder fremder Parteien kandidieren auf den Listen der Wahlparteien) bereits ausgeschlossen. Die Länder werden bald nachziehen. Niedersachsen (und Hamburg, wo es für einen auf Listenplatz 10 der LINKEn angetretenen Kommunisten ohnehin nicht zum Einzug reichte) werden einmalige Sonderfälle bleiben. Bei den nächsten Landtagswahlen kommen keine Kommunisten mehr in die Parlamente. Garantiert nicht.

Mag sein, dass Kooperationen auf kommunaler Ebene noch ein Weilchen in kleinen Projekten Erfolge zeitigen. Wie lange das gut geht, ist offen. Bei den Kommunalwahlen in Bayern traten auch Kommunisten noch auf den Listen der LINKEn an. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) lässt beide Parteien vom Verfassungsschutz überwachen und verlas die Namen der DKP-Mitglieder auf den Wahllisten bei seinen öffentlichen Auftritten. CSU-Chef Erwin Huber hat im Bayerischen Fernsehen („Münchner Runde“, 26.02. 08), mitgeteilt, wie riesengroß die kommunistische Bedrohung von Freiheit und Demokratie in Bayern schon ist: Unter mehreren hunderttausend bürgerlichen Mitbewerbern um Mandate in den Gemeindevertretungen waren genau 44 Kommunistinnen und Kommunisten. Das zu ermitteln war offenkundig einfacher, als in Bayern Schwarzgeldkonten, Schmiergeldzahlungen und Steuerhinterzieher ausfindig zu machen.

Wie lange wird die LINKE dem Druck, sich „kommunistenfrei“ zu machen, noch standhalten? Ihr Parteitag wird es zeigen: Es geht um Monate, nicht mehr um Jahre.

Viel deutet zwar darauf hin, dass unser Gemeinwesen revolutionären Bedarf entwickelt. Bis zu einem vor-revolutionären Stadium der Gesellschaft ist es aber noch ein sehr weiter Weg. Die LINKE wird ihn ganz sicher nicht bis zu seinem Ende mitgehen. Es besteht schon jetzt kein Grund mehr zu der Hoffnung, eine nennenswerte gemeinsame Basis DKP-LINKE könne aus der konkreten gemeinsamen Arbeit auf den unteren Ebenen allmählich erwachsen.

Beteiligung im Parlamentsbetrieb
Die LINKE wird der DKP die Wahlempfehlungen, die Unterstützung in den Wahlkämpfen, das Mitwirken mit personellen und sachlichen Mitteln und die ideelle Mitarbeit nicht danken. Sie wird der DKP zeigen, dass sie Kommunisten als politisches Hindernis und ihre Partei als Gegner betrachtet und eben nicht als potentielle Verbündete. Die LINKE will mit ihrem Kurs Richtung Beteiligung im Parlamentsbetrieb Erfolg haben. Wohlmeinende und schärfer denkende LINKE- Mandatsträger wie Wolfgang Gehrcke und Sahra Wagenknecht ändern das Verhältnis zu und den Umgang mit der DKP nicht.

Neigung zum Verrat
Die LINKE wird höchstens noch fünf Jahre und damit viel weniger Zeit als seinerzeit die GRÜNEN brauchen, bis sie in dieser bürgerlichen Gesellschaft „ankommt“ (d.h. bis sie sich unter Preisgabe ihrer sozialistischen  Prinzipien den herrschenden Verhältnissen assimiliert hat. Berliner Verhältnisse gab es ja auch schon einmal in Mecklenburg-Vorpommern). Die Zukunft der LINKEn ist die Zukunft einer linkssozialdemokratischen, bürgerlichen Partei ohne marxistischen Hautgout. Allerdings mit der seit Ebert, Noske und später Brandt traditionell sozialdemokratischen Neigung zum Verrat; zum Verrat an den kommunistischen Weggefährten ebenso wie an den eigenen Grundsätzen. (Brandt? Ja doch: u.a. Urheber des der Demokratie abträglichen „Radikalen-Erlasses“, des Berufsverbots für abertausend „Verfassungsfeinde“; Brandts Anspruch: „Mehr Demokratie wagen“).

Die GRÜNEN brauchten zwei Jahrzehnte für einen vergleichbaren Prozess. Sie starteten bekanntlich als „Anti-Partei-Partei“ Anfang der 70er Jahre. Erst Mitte der 80er stießen sie ihren öko-sozialistischen Flügel ab (Trampert, Ditfurth, Ebermann). Fortbestehende Spannungen zwischen „Fundis“ und „Realos“ lösten sich erst Ende der 90er Jahre, als ihr Vormann Fischer alle pazifistischen Ansprüche verwarf und die GRÜNEN zur Kriegpartei, zu einer olivgrünen FDP machte. Heute dominiert in der Partei eine ökofarbene, stockkonservative, gewerkschaftsfeindliche Mehrheit. Ströbeles rote Stola taugt, genau wie der Kerl selbst, nicht einmal als linkes Feigenblatt.

Sozialdemokratisch

Den gleichen Weg zur respektierlichen Bürgerpartei wird die LINKE sehr viel schneller zurücklegen. Der Kern der LINKEn ist eh längst bodenständig sozialdemokratisch und wird umspült von einer reaktionären Strömung aus dem Bereich der ehemaligen PDS. Diese zentralen Kräfte der LINKEn behandeln ja schon ihre eigenen Parteigenossen von der internen Kommunistischen Plattform geradezu als Feinde und schieben gleichzeitig den ganzen Parteikarren nach rechts. Das wird in allen Fragen ersichtlich, nicht nur in denen, die sich zum Umgang mit Kommunisten und nach der Konsequenz aus einer sozialistischen Menschen- und Weltsicht stellen.

Die LINKE will keine grundsätzlich neue Gesellschaft. Folgerichtig hat sie auch keinen Entwurf dafür. Sie folgt keiner Utopie. Sie strebt nur die Korrektur gegenwärtiger gesellschaftlicher Fehlentwicklungen an. Das ist zwar nicht eben wenig. Die Korrekturen sind durchaus auch im Sinne der DKP. Aber sie reichen einer kommunistischen Partei nicht, weil sie keine grundsätzliche Veränderung herbeiführen. Beispiel: „Keine Kriegseinsätze der Bundeswehr“ (die LINKE), das wäre fortschrittlich. Aber nur der sofortige Austritt aus der NATO in Verbindung mit einem Bekenntnis zu absoluter Neutralität Deutschlands wäre etwas grundsätzlich Anderes, wäre radikal.

Reparaturen
Es gibt wohl einen (minimalen) „Linksruck“ in unserer Gesellschaft (=eine Abwanderung vormaliger SPDler zu den LINKEn). Das Geschrei der sprachgeregelten Konzernmedien über diese Erscheinung („Wie links wählen die Deutschen?“ usw.) ist allerdings völlig abwegig, wenn auch nicht absichtslos: Es dient der Verstetigung des neokonservativen Kurses. Hinter dem „Linksruck“ steckt jedoch nicht die Spur von Begehr nach radikaler Umwälzung und Neubeginn. Ein leichter bürgerlicher Linkstrend ist eben keine revolutionäre Erscheinung. Der gegenwärtige Erfolg der LINKEn beruht darauf, dass sie nichts radikal ändern, sondern nur überfällige Reparaturen am Bestand vornehmen will und sich keinerlei politische Neuanschaffung zum Ziel setzt. Hätte sie weitergehende Ansprüche, dann teilte sie ihr Schicksal mit dem der DKP. Aber Armut und fehlende gesellschaftliche Relevanz fürchtet diese LINKE mehr als der Teufel das Weihwasser.

Die LINKE und die DKP können nicht auf Dauer zusammengehen. Sie sind keine potentiellen Partner, sondern bereits jetzt tendenziell Gegner. Gysis und Ramelows und Bries ver-ächtliche und verurteilende Sprüche über die kurzfristigen Kooperationen mit der DKP in Niedersachsen und Hamburg zeigen das deutlich.

Deutsche unter den Letzten
Kommunisten müssen sich wohl oder übel in Geduld üben und ertragen, dass ihre Partei in Deutschland nur en miniature existiert. Der DKP kann es noch auf lange Zeit nur um Qualität gehen, nicht um Quantität. Ums Mitdenken, nicht ums Mitwirken. Es mag sie trösten, dass die radikale Veränderung der Welt ohnehin nicht von Deutschland aus möglich ist und hier nicht beginnen wird. Deutsche werden bei einem zweiten Anlauf wohl unter den Letzten sein. Das macht ihr Ringen um eine bessere Zukunft aber nicht bedeutungslos.

* Volker Bräutigam, (* 21. Juni 1941 Gera, Thüringen), Publizist. Ursprünglich Tageszeitungs-Redakteur, später TV-Nachrichtenredakteur (ARD-Tagesschau) in Hamburg; schließlich Berufs- und Lebensmittelpunkt in Taiwan, Republic of China. Zahlreiche Veröffentlichungen zu sozial-, medien- und umweltpolitischen Themen sowie zu Fragen der internationalen Politik.
Im Juli/August 1988 geriet Volker Bräutigam kurzzeitig ins Blickfeld großer bundesweiter Aufmerksamkeit, als er für die IG Medien/RFFU (heute ver.di) im Norddeutschen Rundfunk NDR die ersten mit Programmausfällen verbundenen Arbeitsniederlegungen in der deutschen Rundfunkgeschichte organisierte. 

Jo, Treffer! und Versenkt!, um mal ein altes Spiel zu zitieren.
So sehr ich den Mannen der Sozialismus-Redaktion um Jochim Bischoff und Björn Radtke und Bernhard Müller auch glauben möchte – neeee … Volker Bräutigam hat den Nagel auf den Kopf getroffen und den Weg skizziert – den die Partei „Die Linke.“ gerade einschlägt.

Alles andere wäre Augenwischerei.

Die LINKE und die DKP

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. GünterCorneliaLauterbach * schreibt am 02.04.2008 17:43
      Nun Marx ist Tod und das Pfeifen allein im dunklen, sehr dunklen Walde hat auch nicht so eine richtige Trostspende im Gepäck. Was soll es also, wenn der olle Mann mit Bart mal bei Gelegenheit fallen ließ, dass das politische Denken vor allem das ausgeprägte und scharfe politische Denken ein besonders einseitiges Denken sei und es darum nicht den Grund der geselligen Not erkennen könnte. Nun ja, da ist halt nix dran zu schrauben und zu nähen. Soll man sich wirklich in die Niederungen der Produktion des täglichen Lebens begeben, dort wo das Leben eigentlich gar keines mehr ist, sondern man von Robbis, Halb-, Viertel  und gar nicht Automaten und Billiglöhnern, natürlich mit Mindestlohnregelung, um die Wette schuften sieht? Nun ja, eigentlich schuften ja nur die Billiglöhner, den Robbis geht die Chose am kalten uuups vorbei, wenn sie denn einen solchen besäßen. Allerliebst ist dann zu hören, dass man Arbeitsplätze schaffen müssen, an denen dann, so bringt es der kapitale Ismus mit sich, sich das Humankapital auslutschen lassen darf. Aber diese Aussage, dass die herrschende Ideologie immer die der herrschenden Klasse sei, ist grundsätzlich verkehrt. Schaut auf diese unsere Praxis: Es ist nun mal so und war so und wird immer so bleiben. Denkste!

    Bis jetzt hinterließ das Menschengeschlecht wenn es sich in seine Haupt- und Lieblingsbeschäftigung, die Arbeit, stürzte immer ein Ergebnis zurück, das sich nicht von allein Reproduzierte. Was aber wäre, wenn es dieses Ergebnis, nach der Enträtselung der Frage: Was ist das Leben und wie können wir es nachbauen, schlicht nicht mehr geben würde, weil es sich von allein Fortpflanzt, das Mittel der Produktion, und auch noch Anpasst, an diese unsere menschlichen Bedürfnisse? Was wäre, wenn die von mir bezeichnete Biologisierung der Produktionsmittel, also die ultimative Produktionskraft tatsächlich eine Wirklichkeit hätte? Da wär Ausbeutung nicht nur kein Thema mehr, sondern schlicht unmöglich, weil ökonomisch und nicht nach Art des Hauses, der politischen Schlaumeierei, gängig, unmöglich? Gelle, da versagt einem der politische Verstand ein wenig und man denkt man ist im Wald, tja aber diesmal in einem wo einem die Trauben in das Maul wachsen. Nach gut bürgerlicher Manier ist es aber Abscheulich nicht mehr arbeiten zu müssen um sich ein paar Krümel vom Produktionstisch zu holen zu dürfen. Da geht die protestantische Arbeitsseele auf Tauchfahrt und macht die Torpedos scharf um den Feind die Arbeitslosigkeit, die in Wirklichkeit eine Existenzlosigkeit im Mensch-Maschinensalat bedeutet (Früher, in den streng religiösen Zeiten des Marxismus, war es dies der StaMoKap mit seiner Speerspitze dem Finazkapital, mit in die Tiefe zu nehmen.

    Gelle, Du sollst Töten, wenn es danach  Dir und allen Anderen besser geht. Tötet dieses Ungeheuer indem ihr ihm das Leben selbst einflößt. Nur jetzt sogleich kein menschliches Leben mehr. Wobei mir dieses Töten ein bisschen Sinnverwirrend erscheint, aber diese Verdrehung ist dem modernen Homo sapiens in seiner täglichen Schlacht um den Wert ohnehin verloren gegangen. Darum haben wir heut auch den Homo sapiens Dummensis: Der sich mit Verstand sinnlos Umbringende. Alles braucht seine Zeit. Manchmal ist das Geniale eben das Einfache, das sehr Schwer zu machen ist, oder was sollte die Bemerkung von dem Bartträger, dass die Menschen zuerst Essen, Trinken und sich manchmal Kleiden und eine Behausung zimmern müssen, bevor ihr Gehirnskasten allerlei lustige Modelle von der Welt liefere, zu der sie sich dann verhalten wie das Wirkliche zum Gewollten und das jenes Wollen von ihrem Zustande abhänge wie und was sie sich zu Bauche und zu Gemüte führen könnten. Da schlag einer hin. Also nur zu lieber politischer Realkabarettist: Gib Schmalz so viel du nur hast, ich brauche dich, du bist mein Kontrast (ist zwar geklaut aber trotzdem sehr schön).

    Bis die Lösung kommt, werdet ihr noch ein Haufen schreiben können über den politischen Gegner, der

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