Der Dalai Lama: Eine Kultfigur verblendeter Esoteriker
Kein Friedensengel, sondern Agitator
Der Dalai Lama ist ein agitatorischer Sezessionist – und kein
Friedensengel. Die Mönche in Tibet sind keine gewaltlosen Freiheitskämpfer,
sondern einige dieser Kuttenträger waren die ersten Mörder in einem vom Ausland aus
aufgewiegelten Mob. Die ersten Opfer der Krawalle in Tibet waren nicht Tibeter,
sondern chinesische Bewohner in Lhasa und eine Reihe erstochener chinesischer
Schutzpolizisten (siehe dazu u.a. Zeugnisse der Jugendherbergsgäste aus der
Schweiz und aus Schweden in Lhasa).
Deutschland erliegt nicht erst seit jüngster Zeit einer geradezu schwachsinnig gefährlichen Tibetophilie, sondern diese Haltung hat ihre Wurzeln in einer Epoche, in der Heinrich Himmler Forschungsexpeditionen in den Himalaja schickte (1938) und nach dem Shangri-la suchen ließ, wo er Überreste der arischen Rasse vermutete. Heinrich Harrer („Sieben Jahre in Tibet“) war nicht nur Schriftsteller und Bergsteiger, sondern SA-Mann im österreichischen Untergrund, später SS-Oberscharführer, der seinem Schüler, dem Dalai Lama, schon im Kindesalter die Überlegenheit der arischen Herrenrasse über Chinesen und anderes Kroppzeug beibrachte und den Vorzug des Führerprinzips vor demokratischen Regierungsformen vermittelte.
Tibet gehört seit 2500 Jahren zum chinesischen Reich, war nie ein selbständiger Staat, seine halbautonome Verfassung ist zuletzt 1951 in Verträgen mit Peking definiert. Und bevor wir uns treudoof von unseren deutschen Massenmedien über die aktuellen Ereignisse in Tibet desinformieren lassen, sollten wir mehr die schweizerische NZZ und andere, neutralere Quellen für unsere Meinungsbildung anzapfen.
Und wir sollten zu begreifen versuchen, welche
undiplomatische, saudumme Dreistigkeit unser Trampel aus der Uckermark, diese
tumbe Gefolgsfrau des US-Präsidenten und neuerdings israelischer militanter
Zionisten, also unsere unsägliche Änschiii, mit ihrer „Aufforderung“ an Peking
begeht, einen „Dialog mit dem Dalai Lama“ aufzunehmen.
Krawalle in Tibet
von Volker Bräutigam*
Wieder einmal sind in Tibet Menschen gewaltsam ums Leben gekommen. Wieder verbreiten unsere sprachgeregelten Massenmedien Gräuelmärchen darüber, statt das Wissen über Tibet und seine Menschen zu mehren. Bedenkenlos wurden Gerüchte über „... mehr als hundert Tote!“ als bare Münze ausgegeben; chinesische Soldaten hätten „...rücksichtslos in die Menge geschossen“. China habe Tibet „von der Außenwelt abgeriegelt“, deshalb sei nun eine „humanitäre Katastrophe“ zu befürchten. Quelle solcher Tatarenmeldungen sind die „Exilregierung“ des Dalai Lama und sein von der CIA gut geschmierter Propagandaapparat einschließlich mehrerer Radiosender und weltweiter Netzwerke. Sie sind allzeit bereit, die VR China jedweden Unrechts zu bezichtigen. Die „Exilregierung“ ist zwar nicht demokratisch legitimiert und sitzt zudem weitab vom Schuss in Indien, von wo aus sie Agitation und Subversion in Tibet steuert. Aber ihre Dubiosität als Informationsquelle wird geflissentlich ignoriert.
Die tibetischen Agitatoren tönten sogar, es seien „möglicherweise schon mehrere hundert (!) Tote“ zu beklagen. Der Dalai Lama, seines Friedensnobelpreises restlos unwürdig, sprach von einem „kulturellen Völkermord an den Tibetern“. Die chinesischen Behörden wiesen die im Ausland produzierten Nachrichten zwar als haltlose Behauptungen zurück und erklärten, es habe bis dahin 14 Tote gegeben, ausschließlich Chinesen, zumeist erstochene Angehörige der Bereitschaftspolizei. Aber Sachlichkeit hatte in der voll entbrannten Propagandaschlacht keine Chance mehr. Die Frankfurter Rundschau titelte „Das Sterben der Tibeter“ und lag mit dieser Schlagzeile plus dem Unsinn darunter immerhin voll im internationalen Medientrend.
Geschichte und politische
Gegenwart Tibets
Tibet wird als widerrechtlich besetztes Land dargestellt. Die VR China habe Tibet „gewaltsam annektiert“. Das wird zwar mit keinem völkerrechtlichen Diktum belegt (UN-Beschlüsse, Urteile des Internationalen Gerichtshofs) gilt aber als unumstößlich. Skeptische Stimmen werden mit farbenfrohen, romantisierenden Darstellungen einer buddhistischen Idealgesellschaft in Tibet übertönt. Die Entwürfe dieser Trugbilder stammen vom österreichischen Nazi Heinrich Harrer, der damit eine unerschütterliche Tibetophilie in unser gesellschaftliches Genom implantierte, nachdem er sich aus seinem behaglichen Asyl beim befreundeten Dalai Lama wieder herauswagen und in Deutschland blicken lassen durfte. Fernöstliche Mystik eignet sich sehr dazu, der Kundschaft den Verstand zu benebeln.
Die Kulturregion Tibet ist seit
Jahrhunderten ans chinesische Reich gebunden. Gut zur Hälfte, nach Norden und
Osten hin, ragt sie in die chinesischen Provinzen Qinghai, Gansu, Yunnan und
Sichuan. Das südliche Tibet war über große Zeiträume autonom, aber – weltweit
völkerrechtlich und politisch unbestritten - kein unabhängiger Staat, schon gar
nicht ein Nationalstaat neuzeitlicher Prägung.


Tibet war bis in die erste Hälfte des vorigen Jahrhunderts eine Theokratie, ihr Dalai Lama geistliches und weltliches Oberhaupt eines von Gewalt und sogar von Sklaverei geprägten Gemeinwesens. Das bettelarme Bauernvolk hatte Heerscharen unproduktiver Mönche zu ernähren, „die ihnen die Hölle auf Erden bereiteten“, wie kritische Historiker später feststellten. Ein geknechtetes Volk wurde ausgesaugt zur Finanzierung des Feudallebens eines absolutistischen Gottkönigs. Die tibetische Klosterkultur mit ihren reichen Tempeln erwuchs nicht aus der Großmut erleuchteter Oberhirten, sondern aus der Knochenarbeit des in Aberglaube, Unwissenheit und Analphabetentum gehaltenen Bauernvolks.
Chinesen in Lhasa
Seit die Chinesen den mönchischen
Herrscherclan des Dalai Lama verjagten, haben sie fraglos viel Anlass zu
berechtigter Kritik gegeben, hinsichtlich ihrer Vorgehensweise (u.a. mit
Zerstörungen während der sog. Kulturrevolution) und ihrer Verwaltungspraxis. Überdies
ist Pekings Umgang mit den Menschenrechten inakzeptabel, und
zwar generell, nicht nur bezogen auf Tibet und auf heute.
Dass aber die
Chinesen, wie derzeit wieder behauptet, „Tibet wegen seiner reichen Bodenschätze
usurpiert“ hätten, ist hingegen horrender Unsinn. Selbst heute noch kann Tibet
nicht aus eigener Kraft ein modernes Gemeinwesen entwickeln. Rund 80 Prozent der
Gesamtkosten für Bildungs- und Gesundheitswesen, Wohnungsbau, Verkehrsnetz
(einschließlich Eisenbahnbau hinauf in den Himalaja), Energie- und
Wasserversorgung, wirtschaftliche Infrastruktur, Technisierung von Handwerk und
Landwirtschaft etc. und für die Gebietsverwaltung werden von Peking getragen.
Tibet wird von den Chinesen nicht lediglich bevormundet und übervölkert, es wird
von Peking auch kräftig subventioniert.
Auch die andere Seite
hören
Bewertet man die aktuellen Nachrichten aus Lhasa kritisch und berücksichtigt die Darstellung auch der anderen, der chinesischen Seite, so gab es äußert gewalttätige Randale, Straßenkrawalle mit Brandschatzung und Plünderungen. Davon betroffen waren chinesische Läden und Fahrzeuge sowie Einrichtungen chinesischer Behörden. Die Polizei ging gegen die Exzesse gewaltsam vor. Die Volksarmee war, entgegen anderslautenden Behauptungen, bisher nicht im Einsatz. Mit Hinweis auf die gefährliche Lage (und wohl auch zur Entfernung von agents provocateurs) wurden alle Ausländer aufgefordert, Tibet zu verlassen. Ob und wie reguläre und Bereitschaftspolizisten den Gewaltausbruch in den Griff bekommen werden, lässt sich noch nicht sagen. (Nebenbei: Wie hätte unsere Staatsmacht bei vergleichbaren Ausschreitungen in Deutschland reagiert?)
So kurz vor den Olympischen
Spielen in Peking (und, nicht auszuschließen, während dieses internationalen
Sportereignisses) mindern die Vorfälle natürlich das Ansehen der VR China in den
„Augen der Welt“ (gemeint: der Medienmonopole in der von Washington angeführten
„westlichen Wertegemeinschaft“). Die Clique um den Dalai Lama erntet vermehrte
Beachtung und Hilfe bei ihren revanchistischen Bestrebungen. Der Dalai Lama will
nicht nur „Autonomie für Tibet innerhalb der VR China“. Dieser Separatist
betreibt die Abspaltung Tibets mit allen Mitteln, auch mit heimlichen/indirekt
formulierten Aufrufen an seine Mönche und Anhängerschaft zur Gewalt. Der Dalai
Lama ist eine Kultfigur der Esoterik-Szene, ein Friedensapostel ist er nicht. Er
und seine Unterstützer, die Lenker der „freien Welt“ wittern derzeit eine
Chance, „Kosovo“ zu spielen und das Völkerrecht ein weiteres Mal auszuhebeln.
Geostrategisches Ziel: Tibet als Idealstandort für US-Raketenbasen, von denen
aus Washington die Macht- und Wirtschaftskonkurrenten China und Indien unter
Druck setzen, den ostasiatischen Großraum unter Kontrolle halten und Russland
noch enger als bisher militärisch umstellen kann. So gesehen ist die chinesische
Darstellung durchaus glaubhaft, dass die Anstifter der blutigen Krawalle im
Ausland sitzen.
Unterschiedliche
Strategien
Indien, zu keiner Zeit ein freundlicher Nachbar der VR China, hat diesmal nicht in den Aufschrei „Peking verletzt Menschenrechte!“ eingestimmt. Die indischen Behörden haben Protestaktionen von Exiltibetern ebenfalls gewaltsam unterbunden und tibetische Mönche inhaftiert. Man kann sich durchaus einen Reim drauf machen, warum die Regierung in Delhi diesen Kurs hält.
Im Unterschied dazu kocht Berlin sein Giftsüppchen auf dem tibetischen Feuer. Angela Merkel hat im vorigen Jahr den Dalai Lama im Kanzleramt empfangen. Das war eine der wichtigsten Stationen des Gottkönigs auf seiner Rundreise durch westliche Hauptstädte, die im Oktober in Washington endete und den Separatisten zum internationalen Gegenspieler der chinesischen Regierung aufwertete. Wurden im Kanzleramt Details des gegenwärtigen tibetischen Gewaltausbruchs vorbesprochen? Zufällig ereignete er sich nicht, gerade jetzt. Absicht liegt jedenfalls in einem neuer Affront gegen die VR China: Merkel fordert nun den direkten "Dialog" zwischen Peking und dem Dalai Lama. Merkels Stellvertreter im CDU-Vorsitz, Roland Koch, verlangt gar, die Olympischen Spiele in Peking abzusagen.
Propaganda, Hetze und Subversion mit Unterstützung seitens der USA und Deutschlands stellen die Souveränität Pekings über die Westgebiete der VR China infrage. Derart aggressive Politik kann weitere Menschenleben in Tibet kosten und wird Folgen für das Verhältnis der VR China und Deutschlands haben. Die Wühlarbeit geht weiter: Der Dalai Lama kommt schon im Mai wieder nach Deutschland.
* Volker Bräutigam schreibt regelmäßig für die Politikzeitschrift Ossietzky (www.sopos.org/ossietzky)

Bravo








