Ahmadinejad in Genf: Hört mir gut zu!

aktuelle News Wieder einmal erlebe ich, wie ich dem iranischen Präsidenten Ahmadinejad beifällig zustimme und seine Worte voll und ganz unterstütze. Kein anderer hätte es besser schaffen können, die diskriminierenden rassistischen Überzeugungen der Europäer ans Licht zu bringen.


von Gilad Atzmon, 21 April 2009, palestinethinktank

Foto: Channel4.com

Was wir gestern beim Anti-Rassismus Forum der UN erlebten, war das Aufbäumen von nacktem, kollektivem und tief verankertem islamophobischem Rassismus, eine koordinierte Zurschaustellung von fanatischem westlichen Chauvinismus. Eine Bande von europäischen Diplomaten, die sich wie eine Herde Schafe benimmt und dabei die vollständige Ablehnung jeder Form von Recht auf freie Rede und Diskussionskultur erkennen läßt. Präsident Ahmadinejad hat nichts als die Wahrheit gesagt  und einige allgemein anerkannte Wahrheiten ausgesprochen.

Israel ist tatsächlich ein rassistischer Staat.

Israel definiert sich selbst als den „jüdischen Staat“. Obwohl Juden keine einheitliche Rasse darstellen, ist die Gesetzgebung ihres Landes nach rassischen Gesichtspunkten orientiert. Das israelische Rechtssystem benachteiligt jene, die keine Juden sind. Und als wäre das noch nicht genug, erweist sich die israelische Armee den einheimischen Bewohnern des Landes gegenüber als mordlüstern und blutgierig. Aufgrund dieser institutionalisierten Diskriminierung darf man Israel als Apartheids-Staat betrachten und sollte eigentlich erwarten, daß das Genfer Anti-Rassismus Forum in erster Linie dazu dient, sich mit Staaten wie Israel auseinanderzusetzen. Aber die tragische Wahrheit ist, daß Israel weit und breit der einzige Staat ist, der nach Rassen unterscheidet. Und gestern konnten wir sehen, wie der „Westen“ es wieder einmal nicht schafft, sich dem einleuchtendsten humanistischen Aufruf zum Handeln zu stellen.

Es ist überflüssig zu  bemerken, daß Ahmadinejad´s Beschreibung der historischen Umstände, die zu der tragischen Geburt Israels führten, vollkommmen zutreffend war.

Es war in der Tat jüdisches Leid, das zur Gründung des Staates Israel führte. Es ist ebenfalls wahr, daß der jüdische Staat auf Kosten des palästinensischen Volkes gegründet wurde, dessen Angehörige in Wirklichkeit die letzten Opfer der der Nazi-Zeit sind, die immer noch leiden.

Worum es hier geht, ist ganz einfach. Europäische Diplomaten bewiesen gestern, daß sie die Wahrheit nicht ertragen können, wenn sie von einem Moslem ausgesprochen wird. Und so läßt sich korrekt argumentieren, daß diese Art von westlichen Diplomaten von vorne herein gar nicht an einem ‚Forum gegen Rassismus‘ hätte teilnehmen dürfen. Die Tatsache, daß sie sich intolerant verhalten haben, beweist, daß sie und die Regierungen hinter ihnen die Wurzel des gegenwärtigen Rassismus und insbesondere der Islamophobie sind.

Jene Europäer, die die Wahrheit aus dem Mund eines Moslems nicht ertragen können, wären besser beraten, sich auf einer Konferenz zu treffen, auf der die Überlegenheit des Westens gefeiert wird. Ich bin sicher, daß in Tel Aviv und Jerusalem jedes Jahr einige solcher Veranstaltungen stattfinden.


Schließlich wäre noch anzumerken, daß die britische Regerung, wenn sie schon darauf besteht Delegierte zu einer solchen Konferenz zu schicken, sie bessser sicherstellt, daß diejenigen, die mit einer solchen Aufgabe betraut werden, auch fähig sind, mit ausreichender sprachlicher Gewandheit Diskussionsbeiträge zu liefern. Der britische Botschafter bei den Vereinten Nationen Peter Gooderham ist dieser Aufgabe eindeutig nicht gewachsen. Der Botschafter erklärte öffentlich: „Solch empörend antisemitische Äußerungen sollten vor einem Forum der UN keinen Platz haben.

Botschafter Gooderham sollte uns unbedingt erläutern, wo genau er „Antisemitismus“ ausgemacht hat. Präsident Ahmadinejad hat sich nicht auf eine jüdische Rasse bezogen, auch nicht auf das Judentum. Er sprach auch nicht über das jüdische Volk, wenn überhaupt hat er dessen Leiden angesprochen.

Botschafter Gooderham, falls Sie es fertiggebracht haben, überhaut nichts zu verstehen, während Sie sich aufführten wie ein Schaf in einer Herde: Präsident Ahmadinejad hat nur die Wahjrheit über ein paar allgemein anerkannte Tatsachen gesagt.

Es würde uns in Zukunft einiges an Peinlichkeit ersparen, wenn britische Diplomaten dahingehend ausgebildet würden, die Komplexität der Welt der Gegenwart und die Ideologien, die diese Welt prägen, zu verstehen. Es würde es uns ersparen solchen als Diplomaten verkleideten Komikern zuzuhören, wie sie sinnlos Worthülsen ausspucken, die sie selbst nicht verstehen.

Die Rede  von Ahmadinejad

auf Englisch:

www.foreignpolicyjournal.com

auf Deutsch:

www.badische-zeitung.de

gilad.co.uk*Gilad Atzmon  ist 1963 in Israel geboren. Er lebt und arbeitet als Jazzmusiker und Autor in London. Seine Essays sind viel gelesen und seine zwei Romane „Guide To The Perplexed“ und „My One And Only Love“ wurden in insgesamt 24 Sprachen übersetzt. 

Übersetzt vom Englischen ins Deutsche von Hergen Matussik, einem Mitglied von Tlaxcala, dem Übersetzernetzwerk für sprachliche Vielfalt (www.tlaxcala.es). Diese Übersetzung unterliegt dem Copyleft: sie kann frei verwendet werden unter der Bedingung, daß der Text nicht verändert wird und daß sowohl der Autor als auch die Quelle genannt werden.

 







Ahmadinejad in Genf: Hört mir gut zu!

Für den Inhalt der Kommentare sind die Verfasser verantwortlich.


  1. finaz schreibt am 01.05.2009 02:27
    Wenn ein Gott, dazu nur eine Teilbevölkerung bestimmender, wieder die Leitgestalt werden soll, also das versubjektivierte unbekannte Wirkliche als Reflex im menschlichen Kopf, und nur seine Propheten festlegen sollen was den Wahr sei und was nicht, was wäre gebessert an der Lage? Heuer ist der WERT dieser globale Gott! Es gilt diesen letzen Gott zu überwinden und sich nicht unter die Fittiche eines rückständigen Reflexes zu flüchten.

    Zweifelsohne ist die Gerechtigkeit der schlechteste Maßstab um ein menschliches Miteinander hervorzubringen. Den die Gerechtigkeit verlangt an die sehr verschiedenen Menschen den gleichen Maßstab anzulegen und somit die Ungleichheit der Menschen noch zu befördern die in einer einschneidenden Weise zu einer Ungleichbehandlung führen muß, weil sich diese Menschen eben auf dem Boden der Gerechtigkeit letzlich in dem Zustande befinden in dem sie sich heuer begegnen: Als scheinbare Gesellschafswesen.

    Der Frieden wird als großes Ziel befeiert und als heres Ziel gestellt, aber der Frieden ist nur der Zustand nach dem Kriege, in welchem brutalstmöglich Festgestellt wurde, wer sich wem zu unterwerfen hat und wer die Bedingungen dieses Zustandes Frieden diktieren kann. Wer den Frieden fordert verlangt, ob er es will oder nicht, den Krieg.

    Das das Kapital ein gesellschaftliches Verhältnis, ein Produktionsverhältnis und damit ein Eigentumsverhältnis ist, welches in der Trennung von Stoff und Arbeit und deren Zusammenbringung in bestimmter historischer Formgestalt hervorgebracht werden muß , kann nicht durch die Veränderung des "Verwaltungsaktes des Staates oder der sogenannten Staatengemeinschaft" erfolgen, weil dieser Staat, diese "Staatengemeinschaft"  das Ergebnis jenes Aktes der Trennung ist. Dem politischen Denken, weil bürgerliches Denken, bleibt dies verschlossen weil es nicht über seine Formbestimmtheit als politisches Denken hinauskommt.

    Wenn Ahmadinejad Aussagen gibt über den Zustand der Welt so sind diese weitesgehend Richtig aber die Lösung kann nicht durch einen, wie auch immer gearteten, politischen Verstand geleistet werden. Seine Gleichstellung von Kapitalismus und Kommunismus als nun Überwindbaren Zustand b.z.w. schon überwundenen Zustand der Welt, dem nun ein gottesfürchtiger Mensch folgen soll, ist unter aller Würde. Der gute Mann ist mit seiner Kommunismusfresserei auf gleicher Augenhöhe mit seinen westliche "Feinden", sein Verstand kann nicht die Bedeutung der historischen Abfolge von Klassengesellschaften erfassen, geschweige denn eine befriedigende Antwort auf die Metaepoche der Klassengesellschaften geben, er kann nicht das Wesen des Rassismus bestimmen, dem vom Menschen unabhängigen Voraussetzungen desselben und doch von ihm in tausenden von Jahren geschaffenen Voraussetzungen. Das Wesen des Kapitals ist faschistisch, weil er ein zusammenfassendes, auf ein aussermenschliches Ziel gerichtetes und die darin nicht statthabenden aussonderndes Wesen besitzt. Der Krieg aller gegen Alle. Wer sich mit wem verbündet um gegen die anderen Krieg zu führen ist durch das Ziel des stabilen Friedens, des Kommandos über Andere bestimmt. Die Sorgfalt der politischen Ökonomie in ihrer ganzen Scheinbarkeit kann bei Marx studiert werden.

    Das sich die "Freiheitströten" der ersten-besten Welt erst gar nicht an der Sache beteiligt haben, oder wie geschehen, sich voll Entrüstung aus dem Saal geflüchtet haben, ist der allzu weichherzigen Demokratenseele geschuldet. Denn "die Demokratie ist die höchtse Machtform des Kapitals" und die lässt man sich nicht von einem dahergelaufenen Schaffhirten mit einer vermutlichen Atombombe unter dem weiten Hirtenmantel kaputtreden.

    Die Welt ist ein Irrenhaus, wer nicht auffallen will muß sich anpassen oder doch zumindest sich die Zudringlichkeiten der Anstaltsinsassen gefallen lassen. Oder?

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