Winnenden: Fehler in der offiziellen Darstellung
Über die Ungereimtheiten der „offiziellen“ Berichterstattung zum Amok-Lauf von Winnenden wurde im WWW bereits zahlreich berichtet. Als Beispiel sei hier nur das spiegelverkehrte und nachvertonte Handy-Video über den angeblichen Selbstmord von Tim K. genannt. Aber das Verschleiern, Zurechtrücken, Fälschen und Neuerfinden geht munter weiter. Andreas Hauß hat auf seiner Website die zahllosen Widersprüche festgehalten und sammelt fleißig weiter. Seiner Bitte um Veröffentlichung komme ich nur zu gern nach. (T.S.)
Der Klo-Pass von Winnenden
von Andreas Hauß

• Amoklauf Winnenden: Falsche Täterbeschreibung verzögerte Fahndung
Erinnert an den Flatterpass am WTC: so wird die Polizei immer fixer: noch während die Tat abläuft, sind die Attentatteriche extrem freundlich und weisen sich per Pass oder Personalausweis aus.
Denn was macht die Polizei gewöhnlich bei Amokläufen? Genau. Die einen erschießen, wer zu erschießen ist, die anderen gehen aufs Örtchen, mal nachschauen. Und erkennen natürlich aus dem Täschchen dort flugs: ei der Ausweis gehört gewiss dem Jungen, der da drei Stockwerke über uns schießt. Das geben sie per Funk an Kollegen weiter, die gerade in der Nähe des Elternhauses Patrouille fahren, zu denen besteht eine direkte Funkverbindung. Die haben gerade bei der Staatsanwaltschaft einen Blanko-Hausdurchsuchungsbefehl erhalten, und auf-auf, zack zack, schon ist alles durchsucht. Und die verräterische Spur im Computer gefunden, die den Amoklauf ankündigt. Und die Gewölbe mit den Schiesskellern und die Panzer in der Garage und A-Bomben im Schlafzimmer.
Pardon - soeben erfahren wir, letzteres sei gar nicht so gewesen, eher übertrieben. Wie weit reicht "letzteres"?
Unterschiedliche Personenbeschreibung - hier geht die Polizei offenbar ebenso auf die laut gewordene Kritik der interessierten Öffentlichkeit ein: schwarze Kampfuniform ist eben nicht graue Jacke. Nun wäre es allerdings doch recht dienlich, wenn eben die Personenbeschreibung mal publiziert würde, samt Quelle - und wenn dann der Widerspruch aufgeklärt würde. In dieser Meldung wird nur - immerhin endlich einmal - der Widerspruch anerkannt. Jedoch nicht geklärt.
• "Aus den Polizeiakten geht weiter hervor, dass der brisante Schlussakt des Amoklaufs vom 11. März zufällig gefilmt wurde. Die Überwachungskamera eines Paketdienstes in Wendlingen nahm die Konfrontation zwischen der Polizei und dem Täter ..."
Jetzt schon wird dies bekannt!
Die Abteilung Hollywood hatte nun genug Zeit, auch dieses Video zu bearbeiten. Wir werden es sehen und sind schon gespannt auf die Spiegelungen, Schnitt, Dramaturgie, Choreografie usw. Insbesondere werden die Abfolgen der Sequenzen spannend sein bei einer feststehenden Kamera: was geschah zuerst, was später? Und auch einen Untersuchungsausschuss soll es geben. Natürlich nur zu den Konsequenzen, nicht etwa zum Hergang der Tat(en).
• "Eine neue Information gibt es im Zusammenhang mit der angeblichen psychologischen Behandlung von Tim Kretschmer. So erklärte Günter Hetzel, der Ärztliche Direktor des Zentrums für Psychiatrie (ZFP) in Winnenden gegenüber der Stuttgarter Zeitung, es stimme nicht, dass der 17-Jährige im ZFP behandelt oder zur Behandlung angemeldet gewesen sei. “Wir haben keine Kinder- und Jugendpsychiatrie hier”, sagt er. Eine Behandlung in Winnenden sei nur von einem Alter von 18 Jahren an möglich, betont die Betriebsdirektorin Anke Bossert."
- Tim wurde am Tatort nicht gesichtet/identifiziert.
- Tim hat einen Amoklauf niemandem gegenüber angekündigt.
- Tim war nicht in psychiatrischer Behandlung.
- Tim war unauffällig und in weiterführender Schulausbildung, keineswegs hing er "abgewarackt in den Seilen" und schoss nur per Waffe und Ballerspiel.
- Tim wurde in Wendlingen erschossen - kein Selbstmord.
- Tim hat, sofern er überhaupt dort selbst geschossen hat, auf Zivilpolizisten ohne Uniform geschossen, die, ohne sich zu erkennen zu geben, auf ihn schossen.
- schwarze Kampfmontur und Maske tragen auch SEK-Leute. Jeder Zeuge, der Tim erkannt haben will oder über diesen oder jenen Schuss berichtet, muss daraufhin befragt werden, ob er beweisen kann oder Hinweise darauf hat, dass es eindeutig Tim war, der den jeweiligen Schuss abgab.
- Igor W.s Story ist frei erfunden. Er ist aber der einzige Zeuge für Tims Fahrt von W. nach W., das Bindeglied zwischen Winnenden und Wendlingen
- Es ist leicht, jemanden mit einer erfundenen Geschichte irgendwohin zu locken. Zumal wenn man Polizist ist. ("Wir brauchen Sie zur Identifikation des Wagens XY, der Waffe YZ, des Menschen ZX" usw.)
Der bzw. die Mörder von Winnenden und Wendlingen sind unter uns. Sie werden von der Polizei nicht nur nicht gesucht, sondern beschützt. Allein Letzteres ist ein Straftatbestand. Strafanzeige muss gestellt werden mit den obigen Themen und den Begründungen dafür, und der Untersuchungsausschuss gehört informiert. Die Mörder sind unter uns.
• "...dass der Sohn es wie die jüngere Tochter aufs Gymnasium schaffen könne."
Die 13 jährige Schwester Tims war also gar nicht an der Real-Schule in Winnenden, sondern saß irgendwo (vielleicht auch in Winnenden?) in einer Gymnasialklasse. Sie hatte also nur aus zweiter Hand vom Amoklauf gehört und ihre Mutter angerufen (etwa: 'Weißt du was ich gerade entsetzliches gehört habe?'). Zu diesem Zeitpunkt dürfte ihr unbekannt gewesen sein, daß ausgerechnet ihr Bruder der Amokläufer sein solle.
Und die Mutter hat Tim offenbar auch nur vom örtlichen Schocker aus Winnenden berichten wollen (etwa: 'Weißt du was ich gerade entsetzliches gehört habe?') Man vergleiche dazu die tendenziöse, irreleitende Berichterstattung in der Stuttgarter Zeitung.
WELT-Phantasien: "Fünf Mal war er im Jahr 2008 in psychologischer Behandlung – der spätere Amokläufer war depressiv. Im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg nahe Heidelberg wurde er betreut. Allerdings nicht stationär, sondern ambulant, wie der ärztliche Direktor der Klinik, Matthias Michel, sagte. Tim K. sollte seine Behandlung, nachdem er sich mehreren Tests unterzogen hatte, künftig in Winnenden fortsetzen. Doch an der dortigen Klinik meldete er sich nie."
Psychisch Erkrankte werden nicht "Tests unterzogen". Vielmehr bestätigt sich hier, was RA Bächle vortrug, dass Tims Eltern ein psychologisches Berufsgutachten erstellen ließen (nicht üblich, aber auch keineswegs selten!). Und da wird man in der Tat getestet.
Tim war also in der Tat im Jahr 2008 im Klinikum am Weissenhof gewesen. In der Psychiatrie in Winnenden hingegen war er nie. In Winnenden einen Mitarbeiter der dortigen Klinik zu erschießen, wäre auf seitens Tims demnach völlig ohne Motiv erfolgt. Genauso unmotiviert wie sein Erscheinen in einer alten Schule, die er mal besucht und erfolgreich abgeschlossen hatte.
Laut WELT aber war Tim, bildlich gesprochen, ein "Junge im Keller" - eine unglaubliche Hetze.

1. Der Rucksack im Klo
"Vor seinem Verbrechen habe Tim K. seinen Rucksack in der Schultoilette zurückgelassen, berichtet das Magazin. Dort sei eine Monatskarte der Stuttgarter Verkehrsbetriebe sowie sein Personalausweis verstaut gewesen. Dazu machte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft keine Angaben."
Zur Glaubhaftigkeit:
a) Wäre der Rucksack am 11.03.09 gefunden worden, hätte es die Presse herausbekommen. Ausgaben (Stern: 20.000 € für Igor) waren jedenfalls kein Thema. Wenn Kripo oder Staatsanwaltschaft den Rucksackfund hätten verheimlichen wollen (warum?) hätte ein Polizist oder ein Schüler, welche den Fund mitbekommen hätten, geplaudert.
Auch hätte die Staatsanwaltschaft bzw. die Kripo, welche doch Tim sehr gerne belastete, keinen Grund gehabt, dieses Tim erneut belastende Indiz zu verschweigen. Der wochenlang verschwiegene (angebliche) Rucksackfund ist mit dem sonstigen Verhalten der Ermittlungsbehörden nicht in Übereinstimmung zu bringen.
b) Dass Tim den Personalausweis und die Monatskarte im Rucksack aufbewahrt hätte, ist nicht völlig ausgeschlossen aber - zumindest: ohne weitere Aufklärung - nicht glaubhaft. Denn wenn Tim die Stuttgarter Verkehrsbetriebe nutzte, musste er die Monatskarte jederzeit vorweisen können - also auch, wenn er ohne Rucksack unterwegs war. Dasselbe gilt für den Personalausweis (PA). Beide gehören also ins Portemonnaie. Zumindest Männer haben auch solche Portemonnaies die extra Fächer für solche Dinge (auch für die Konto- oder Kreditkarte) haben. Warum hätte Tim den Personalausweis (PA) und die Monatskarte extra aus dem Portemonnaie nehmen und sie im Rucksack deponieren sollen?
Hinzu kommt, dass man einen Rucksack auch mal ablegt und dann kann er geklaut oder vergessen werden. Ärgerlich ist es dann, wenn neben dem Rucksackinhalt unnötiger Weise auch noch Monatskarte und PA futsch sind oder zumindest fehlen.
c) Die Art wie die Staatsanwaltschaft oder Kripo 'leaked' ist ebenfalls merkwürdig. Gesetzt, es war die Monatskarte und der PA im Rucksack: Seitens des "Focus" wird man aber dann doch diese Quelle gefragt haben: Was denn noch? Der "Focus" will seinen Lesern bekanntlich möglichst viel zuwerfen. Auch uninteressante Details haben bei unseren Medien selten eine Chance, unbehelligt davon zu kommen. Wenn die Quelle dem "Focus" mitgeteilt hätte, dass auch ein gebrauchtes Tempotaschentuch im Rucksack gewesen wäre - der Focus hätte das gnadenlos ("Fakten, Fakten, Fakten!") berichtet. Gerade, ob z. B. jede Menge Munition im Rucksack war - und/oder ein Pornoheft - hätte den Focus stark interessiert.
d) Die Dürftigkeit der Info über den Rucksack weist auch sonst darauf hin, dass ihr zu misstrauen ist.
Welche Farbe hatte er (z. B. 'einen grünen Rucksack'). Ein kleines Adjektiv (groß, klein, schmutzig, usw.) wäre jedem echten Zeugen automatisch über die Zunge gekommen. Oder war vielleicht die "Maske" darin, die vor Wochen noch erwähnt wurde? Oder der schwarze Kampfanzug, der so merkwürdig verschwand? "Focus" hätte vermutlich wohl gefragt!! Wäre ein leibhaftiger Zeuge zu greifen, der entgegen einem unerfindlichen Polizeiinteresse Geheimnisse ausplauderte. Zu besichtigen ist jedoch eine offenbar "gesteckte" Info der Art: "Bringt das mal". Von der man sich notfalls distanzieren kann oder die per "wir äußern uns nicht dazu" (warum eigentlich nicht?) im medialen Geplapper hängen bleibt.
Wo wurde der Rucksack gefunden: Neben der Kloschüssel, wo immer so eklig daneben gepinkelt wird? Oder unter dem Waschbecken? Oder auf dem Fenstersims? Warum hört man dazu nichts? Der Focus wäre auch in dieser Sache dankbar gewesen! Die sterile Farblosigkeit von Zeugenaussagen - hier die Umstände des (angeblichen) Rucksackfunds - kennzeichnet diese erfahrungsgemäß als unglaubwürdig.
e) Was heißt "seinen Rucksack"? Woher will man das wissen? Das kann doch der Rucksack vom Vater sein, der den benutzt, wenn er man viel Munition einkauft. Oder der der kleine Schwester, der in der Garderobe hing und den Tim sich einfach geschnappt hat. Jeder echte Polizist, der dem Focus heimlich gegen Geld ausplaudert, hätte hier sachlich von "einen Rucksack" (trotz des PA und der Monatskarte darin) gesprochen.
f) Der "Focus" hat die Info über den Rucksack zwar völlig umsonst, dafür aber auch auf ein Minimum reduziert erhalten. Hier verfolgte nicht "Focus" sein Interesse - vielmehr verfolgte der Informant mit dem 'leaken' einseitig sein Interesse. WELCHES Interesse ist es?
Damit scheidet z. B. ein Polizist, dem gegen Handgeld und anonym die Zunge gelöst wird aus. Der hätte, gefragt, mehr erzählt. Auch etwaige Anwälte (von Tims Vater oder von Nebenklägern) scheiden aus. Als Quelle dieser Info bleiben also nur die Ermittlungsbehörden. Das sollte zu denken geben!
Schlussfolgerung: Die Rucksack-Schote wird in Umlauf gebracht, weil es - entgegen vereinzelter Meldungen in den Medien - ganz offensichtlich keine Zeugen gibt, die Tim in der Schule als Täter erkannt hatten.
2.) Die abweichende Personenbeschreibung
"Die Besatzung eines Hubschraubers habe ihn auf dem Hinterhof eines Autohauses im baden-württembergischen Wendlingen entdeckt, berichtete das Nachrichtenmagazin „Focus“. Er sei jedoch von den Beamten „aufgrund seines unauffälligen Verhaltens und der abweichenden Personenbeschreibung zunächst nicht als Täter erkannt“ worden, zitiert das Magazin aus den Ermittlungsakten"
Die vorstehende Schlussfolgerung (der angebliche Rücksackfund wurde in die Welt gesetzt damit man überhaupt irgend etwas hat, was auf Tim als Täter weist) wird dadurch bestätigt, dass bei der Fahndung am 11.03.09 polizeiintern eine Personenbeschreibung vom Täter verbreitet wurde, die mit Tims körperlichen (ggf. auch stimmlichen) Merkmalen nicht übereinstimmte.
Dies lässt nur den Schluss zu, dass die Zeugen in der Schule (Lehrer und Schüler) nicht nur nicht Tim erkannt hatten, sondern darüber hinaus einen Täter beschrieben, der schon von den persönlichen Merkmalen her ("abweichenden Personenbeschreibung") nicht Tim gewesen sein kann.
Noch nicht einzuordnen:
"und dann bebte plötzlich die Schule, so dass wir dachten, die Schule bricht zusammen, und dann bebte nochmal die Schule..." Aussage eines Schülers in Begleitung anderer Mitschüler, die keineswegs diese Aussage korrigierten. Was bebte da?
mehr Winnenden
Quelle: Medienanalyse International









