Die Maueröffnung: eine Medieninszenierung des Westens

aktuelle News "Er sagte mir, ich solle nicht vergessen, Schabowski dort nach dem Reisegesetz zu fragen."


von Andreas Hauß

Also nicht ganz zufällig. Gewiss war es aber ein Zufall, dass Hajo Friedrichs abends in den Nachrichten davon sprach, die Tore der Mauer ständen weit offen.

Ebenso wie Schabowski zufälligerweise nicht wusste, was auf seinem Sprechzettel stand und wie es gemeint war.

Jede Interpretation  des Vorgangs als inszenierte Grenzaufhebung  wäre schiere Verschwörungstheorie. Gewiss, man könnte sich fragen, weshalb um alles in der Welt der ADN-Chef einen Journalisten quasi "beauftragt", nach dem zu fragen, was tagtäglich Thema in der DDR und  der BRD war: die Reisefreiheit von DDR-Bürgern. Auch könnte man sich fragen, weshalb  womöglich die DDR-Führung ein Interesse daran haben könnte, um drei Ecken diesen Ball zu spielen - da Schabowski dieser angehörte, hätte er freudestrahlend die Nachricht verkünden können, als souveränen Akt eben der DDR. Mit Visa-Antrag natürlich, unter Wahrung der Grenze.

"Darin stehen Sätze wie: "Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt." Und: "Die zuständigen Abteilungen Pass- und Meldewesen" der Volkspolizei seien "angewiesen, Visa zur ständigen Ausreise unverzüglich zu erteilen". Damit ist eigentlich klar, dass die DDR-Bürger zunächst zur Behörde müssen, um dort einen Antrag zu stellen - wenn die Ämter am nächsten Morgen wieder öffnen. Doch Schabowski unterläuft ein für die Existenz der DDR verhängnisvoller Fehler. "Wann tritt das in Kraft?", fragt einer der Journalisten nochmals. Und der Informationssekretär des ZK stottert: "Das tritt nach meiner Kenntnis ... ist das sofort, unverzüglich." Schabowski kann ja nicht ahnen, dass die DDR-Bürger ihn beim Wort nehmen und "sofort" losstürmen.

Kann er nicht? Kann er: wenn seine letzten Sätze aus dem Zusammenhang gerissen in den West-Sendern getrötet werden. Dafür war u.a. Friedrichs zuständig. Verbunden mit der Fehlinformation, die Mauer sei offen.

"... ist ihm die von Schabowski in die Welt gesetzte Information entgangen, die sich in den Medien binnen kurzem zu der Formel verkürzt hat: "Die Grenzen sind offen."
Da hat SICH die Information verkürzt. Zu einer Formel. Um 19.00 Uhr.

NICHTS
war zu der Zeit offen.  Nur scheinen  die Herren West-Schlapphüte zu wissen, dass das Grenzregime verwundbar ist, dass strikte Anweisung gegeben wurde, nicht zu schießen. Oder sie wissen es auch nicht und lassen es darauf ankommen?

Nun gibt es sowohl den ADN-Chef nicht mehr, noch Hajo Friedrichs und nicht mehr die DDR-Führung. Also lässt sich viel erzählen. Und auf jeden Fall war alles Zufall. Keinesfalls handelt es sich bei den drei Journalisten bzw. Medienzuständigen Friedrichs, Schabowski und Ehrmann um gekaufte Subjekte.
 



6. November 1989. Das DDR-Fernsehen sendet Meinungen von Bürgern zum neuen Reisegesetz-Entwurf:
Es war DAS Thema in diesen Tagen. Der Schabowski-"Versprecher" war abgekartet, und zwar  ganz bestimmt nicht durch die SED. Damit war aber das chaotische Durcheinander an den DDR-Grenzübergangsstellen mit dem Potential zu unbedachtem Schusswaffengebrauch der DDR-Grenzer PROVOZIERT.

Ein Glück, dass alles friedlich abging. Aber dafür gab es kein Zusammenwachsen von DDR und BRD, sondern eine Übernahme. Das war das Ziel, mission accomplished.

»Für ein halbes Jahrhundert Frieden hat es sich gelohnt«
Gespräch mit Manfred Döring. Über das Wachregiment »Feliks Dzierzynski« des Ministeriums für Staatssicherheit, über Gewissheiten, Zweifel und das Ende der DDR

Gefälschte Geschichte
Rede. »Die Öffnung der Staatsgrenze der DDR am 9. November 1989 – ein Ereignis von historischer Tragweite und widersprüchlichem politischen Charakter« (Teil I)
von Egon Krenz

Ringen um die DDR
Rede. »Die Öffnung der Staatsgrenze der DDR am 9. November 1989 – ein Ereignis von historischer Tragweite und widersprüchlichem politischen Charakter« (Teil II)
von Egon Krenz

Ohne einen Schuß
Rede. »Die Öffnung der Staatsgrenze der DDR am 9. November 1989 – ein Ereignis von historischer Tragweite und widersprüchlichem politischen Charakter« (Teil III)
Von Egon Krenz

"Den Bürgermeister trifft die Weltsensation nicht gänzlich unvorbereitet. Am 29. Oktober hat er seinen Ost-Berliner Kollegen Erhard Krack nebst SED-Sekretär Schabowski bei einem Gespräch im Palasthotel kennen gelernt. Am Ende der Unterredung eröffnete Schabowski ihm, wie Momper fand, ziemlich unvermittelt: "Übrigens - wir werden Reisefreiheit geben." Was er denn damit meine, fragte Momper. "Richtige Reisefreiheit", versicherte Schabowski: "Jeder DDR-Bürger kann reisen, wohin er will. Er kann die DDR auch auf Dauer verlassen.

Schabowski und Momper und damit "der Westen" wussten Bescheid.
Sie PLANTEN. Sie richteten sich darauf ein.
Ein "spontanes" Gestammel gab es nicht.
Kohl überrascht? Vergesst es. 

Die einzigen, die spontan waren, waren DDR-Bürger und DDR-Grenzer. Auf deren Rücken wurde Weltpolitik ausgetragen, sie waren die Versuchskaninchen für die Frage, ob Blut fließt oder nicht.

Nachtrag bei M.A.I. am 09.11.:
"Der Bürgerprotest stellte die Legitimitäts-, aber nicht die Systemfrage" - weshalb auch viele SED-Mitglieder unter den Demonstranten und auch unter den Rednern auf den Kundgebungen waren. Also eine systeminterne Auseinandersetzung. Geheimdienste, die in dieser Situation NICHT versuchen, das Ruder  zu ihren Gunsten, im Sinne ihrer Auftraggeber herumzureißen, müßte man wegen Arbeitsverweigerung  rechtlich belangen. Es grenzt an Irrsinn, davon auszugehen, dass die Dienste in ihrer geballten Konzentration in Westberlin untätig geblieben waren. (Hervorhebungen: 0815-Info)

Nachtrag bei M.A.I. am 10.11.:
"Als SED-Politbüromitglied Günter Schabowski am 9. November 1989 um 18.53 Uhr auf einer internationalen Pressekonferenz verkündete, dass eine neue Reiseregelung "unverzüglich" in Kraft trete, war der West-Berliner Senat bereits seit gut sechs Stunden alarmiert. Am Mittag hatte aus Ost-Berlin "Bild"-Reporter Peter Brinkmann dem West-Berliner Wirtschaftsstaatssekretär Jörg Rommerskirchen ausrichten lassen, dass die innerdeutsche Grenze noch am Abend geöffnet werde - Rommerskrischen vertraute der Nachricht und ließ die Verwaltung im Eiltempo die nötigsten Vorbereitungen treffen."

Wusste der Senat also auch, dass sich  Schabowski "versprechen" würde?
"Rommerskirchen: Was mich heute sehr wundert ist, dass man sich in dieser Schabowski-Sache nicht vernünftig verständigen kann. Das war für mich kein Versprecher."

"Die Medien haben hier als Geschichtsbeschleuniger gewirkt"
Gründungsintendant Elitz schreibt Journalisten eine aktive Rolle beim Mauerfall zu Ernst Elitz im Gespräch mit Friedbert Meurer

© Medienanalyse-International



Die Maueröffnung: eine Medieninszenierung des Westens

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  1. kohba * schreibt am 10.11.2009 18:56

    Ich hab selden erlebt in men Leben , das ein Staat so schnel Ihr Volk verachtet  hat wie die West Deutschland mit die Osteudche gemacht hat . Man sieht  das es nicht wirklich um die Freicheit des Volkes gehandelt hat sondan nur um die Prinzipien der teritorialen Einspruch .


    Mir tun die menchen eht Leit.


  2. kein X4U * schreibt am 10.11.2009 18:36
    Es wird ja praktisch einerseits unterstellt, dass die Maueröffnung vorher einigen Personen bekannt war, Momper etwa. Hingegen geht aus den zitierten Artikeln lediglich hervor, dass eine Reiserefelung erwartet wurde. Und das war wirklich ein offenes Geheimnis. Nur wie die genau aussehen würde, wußte keiner.
    Welche Konsquenzen eine Maueröffnung haben würde, wußte wohl auch jeder ausserhalb der SED. Aber auch das passt: Wer geht dann schon mit dem falschen Zettel unvorbereitet zur Pressekonferenz. Jedoch geht aus dem NBC-Interview hervor, dass er glaubte, was er sagte, es aber nicht wirklich verstanden hatte.

    Auch die Tickermeldungen sind zurückhaltend gewesen und bezogen sich auf die Aussagen von Schabowski. Sollen die Journalisten vielleicht gar nichts melden? Dazu war doch die PK da. Die Journalisten, zumal im Osten akkreditierte, konnten sich gar keine tendenziöse Berichterstattung leisten. Sie transportierten nur das unsichere Gestammel und die Unprofessionalität von Schabowski.

    Es gibt nicht wirklich eine Grundlage, da etwas hinein zu geheimnissen. Und dass Leute beim ZDF der Meinung sind, die Medien hätten an der Maueröffnung mitgebastelt, sehe ich als misslungenen Versuch, ihre Bedeutung anzuheben. Gähn.

    Die These dieses Artikels "Die Maueröffnung: eine Medieninszenierung des Westens" ist für mich vollkommen unhaltbar. Blödheit der SED trifft es eher.

    ---------------------------------------------------------------




    18:51 DDR-Fernsehen live
    Auf der PK erklärt DDR-Regierungssprecher Günter Schabowski:

    "Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."

    "Ab sofort - unverzüglich."



    TICKERMELDUNGEN (AUSZUG)
    -------------------------
    Reuters-Eilmeldung 19:02
    „Ausreise über alle DDR-Grenzübergänge ab sofort möglich – Schabowski“
    anschl. Reuters-Detail
    „Ausreisewillige DDR-Bürger können ab sofort über alle Grenzübergänge der DDR in die Bundesrepublik Deutschland ausreisen. Das teilte SED-Politbüromitglied Günter Schabowski am Donnerstagabend vor Journalisten in Ost-Berlin mit. Schabowski sagte, die Ausreisewilligen bräuchten nicht mehr den Umweg über die Tschechoslowakei zu nehmen. Die zuständigen Ämter der Polizei seien angewiesen worden, Visa für die Übersiedlung sofort auszustellen.“

    dpa 19.04
    „Von sofort an können DDR-Bürger direkt über alle Grenzstellen zwischen der DDR und der Bundesrepublik ausreisen.“

    ADN 19:04
    +++ Die neuen Reiseregelungen +++ (Volltext)

    AP 19:04 (EIL)
    "Die DDR öffnet nach Angaben von SED-Politbüromitglied Günter Schabowski ihre Grenzen. Dies sei eine Übergangsregelung bis zum Erlass eines Reisegesetzes, sagte Schabowski."



    +++++++++++++++++++++++++++++++++
    ca. 19:10
    NBC-Interview von Schabowski

    Vor laufender NBC-Kamera sagt Schabowski nun noch einmal, was DDR-Bürger seiner Ansicht nach „ab sofort“ dürfen:
    „They are not further forced to leave GDR by transit through another country.“
    Brokaw fragt nach: „It is possible for them to go through the wall...?“

    Schabowski antwortet: „It is possible for them to go through the border.“
    +++++++++++++++++++++++++++++++++

    ZDF 19:17
    „Noch einmal zurück nach Ost-Berlin. SED-Politbüromitglied Günter Schabowski hat vor wenigen Minuten mitgeteilt, dass von sofort an DDR-Bürger direkt über alle Grenzübergänge zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland ausreisen dürfen. Mit dieser heutigen Entscheidung sei eine Übergangsregelung bis zur Verabschiedung des neuen Reisegesetzes geschaffen worden. Schabowski äußerte sich vor der internationalen Presse.“


    19:33 "Aktuelle" Kamera , DDR-Fernsehen, Angelika Unterlauf
    bring
  3. kein X4U * schreibt am 10.11.2009 12:12
    18:51 DDR-Fernsehen live
    Auf der PK erklärt Günter Schabowski:

    "Und deshalb haben wir uns dazu entschlossen, heute eine Regelung zu treffen, die es jedem Bürger der DDR möglich macht, über Grenzübergangspunkte der DDR auszureisen."

    "Ab sofort - unverzüglich."

    Da gibt es nichts dran zu deuteln. Und verbreitet hat das zuallerst das DDR-Fernsehen selber live.



    Nochmals zum Spiegelbericht, den der Autor selber zitiert:



    19:17 "Heute"-Sendung ZDF
    "... berichtet der Nachrichtensprecher von Schabowskis Auftritt."

    19:33 "Aktuelle" Kamera , DDR-Fernsehen, Angelika Unterlauf
    bringt die PK von Schabowsky und die Meldung:
    "Alle DDR-Bürger dürfen kurzfristig ohne besondere Angabe von Gründen private Reisen ins Ausland unternehmen."


    20:00 "Tagesschau" (ARD)
    "Ausreisewillige DDR-Bürger müssen nach den Worten von SED-Politbüromitglied Schabowski nicht mehr den Umweg über die Tschechoslowakei nehmen. Dies kündigte er am Abend vor der Presse in Ost-Berlin an."


    Die nächste TV-Nachrichtensendung war erst 21:45.
  4. kein X4U * schreibt am 10.11.2009 11:12
    Sagtest Du nicht oben, es gab gar keinen Schiessbefehl..
    Es gab also angeblich keinen Schiessbefehl und "zusätzlich" war der Einsatz der Schusswaffe strikt verboten.
    Was hat es denn dann angeblich mit irgendwelchen Grenzern zu tun. - Unlogisch oder..

    Die durften eben nur mit Wattebäuschen werfen. Das haben sie befehlsgemäss gemacht, wie sie eein halbes Jahr vorher ebenfalls nach Befehlslage den Geoffroy erschossen haben.

    Der Druck an der Grenze wurde zu hoch, weil die Leute der Sache auf den Grund gehen wollten.
    Deswegen wurde aufgemacht.

    Um 19 Uhr wurde lediglich das gemeldet, was Schabowski verkündet hatte.

    Wenn täglich 20.000 über CSSR und Ungarn abhauen, wären (und sind) noch mehr angehauen, wenn es direkt vor der Haustür möglich ist. Das war auch Leuten wie Schabowski bewußt, sonst hätte ja niemand den Westen vorwarnen müssen. Niemand hat die Sache forciert als das Chaos in der SED und Schabowski selbst. Ausserdem: die Zeit war einfach reif dafür.

    Aber bastele mal weiter an Deiner von Krenz in die Welt gesetzten Dolchstoßlegende. Manche sind einfach unbelehrbar ducrh die Geschichte.
  5. Kuddel schreibt am 10.11.2009 10:48

    Hallo,
    du machst ja doch ein X4U!

    Hauß schreibt in seinem Beitrag, das um 19.00 Uhr (da ratterten die ersten Meldungen über die westlichen Nachrichtenkanäle!!!) noch nichts offen war. Du kannst alle Grenzübergänge der DDR auflisten, es wird keiner dabei sein, der um 19:00 Uhr offen war. Wie chaotisch der Übergang gehandhabt wurde, sieht man auch an den unterschiedlichen Zeiten danach.

    Nochmal: Den westlichen "Medienexperten" war durchaus bewusst, wieviele Menschen in der DDR ihre Nachrichten aus dem Westfernsehen bezogen. Mit dieser Meldung "Die Grenzen sind offen!" hat man sie bewusst an eine, zu der Zeit noch immer gesicherte Grenze geschickt. Nochmal: Es war verantwortungsbewussten DDR-Grenzern zu verdanken, das es in dieser Nacht nicht zu Auseinandersetzungen und Blutvergiesen kam.

    Thema Schießbefehl
    Auch bei dir das gleiche Schema und da wiederhole mich:
    "Interessant ist auch, das immer wieder Originaldokumente zur allgemeinen Grenzsicherung der DDR auftauchen, aber beim Thema "Schießbefehl" Vermutungen, Behauptungen und Hörensagen dominieren."

     
  6. kein X4U * schreibt am 09.11.2009 20:25
  7. kein X4U * schreibt am 09.11.2009 20:13
    Zur "Vorwarnung" zum Reisegesetz - ganz ohne Mystik, Verrat und VT

    Zunächst gab es einen Hinweis an den Berliner Senat bezüglich des Reisegesetzes der DDR. Das Reisegesetz sollte regeln, dass jeder DDR-Bürger das Recht haben sollte, einmal im Jahr in den Westen zu reisen und ausserdem, dass es ein Recht auf "ständige Ausreise" geben sollte, die darin gesetzlich geregelt werden sollte. Das war ein grosses Thema nicht nur in der DDR, sondern auch mit der CSSR, Ungarn und der Sowjetunion.

    Am 29. Oktober 1989 wurde dem damaligen Regierenden Bürgermeister von Berlin, Momper, durch Schabowski mitgeteilt, dass die DDR ein Reisegesetz in Planung hat, das die weitgehende Reisefreiheit mit sich bringen wird.

    Und am 07. November 1989 wurde das Bundeskanzleramt informiert, dass die DDR den Teil des Reisegesetzes, der sich mit ständigen Ausreisen befaßte, baldmöglichst in Kraft setzen werde.

    Daran ist nichts neu. Und wenn 20.000 pro Tag "abhauen", ist eine Warnung wohl angemessen, da die Auffanglager dafür unterdimensioniert waren.




    Zur Öffnung der angeblich ersten Grenzübergangsstelle gibt es eine Reportage vom ZDF, nach der der Grenzübergang Waltersdorfer Chaussee zwischen Berlin-Rudow und Schönefeld (also DDR-Westberlin) sogar schon um 20.30 Uhr und als erster die Grenze öffnete:

    "Exklusiv berichtet Heinz Schäfer, 1989 Kommandant des Grenzübergangs Waltersdorfer Chaussee zwischen Berlin-Rudow und Schönefeld, wie er als erster die Grenze öffnete: "Zwischen halb neun und neun sind die durch bei uns, da war offen." Zeitzeugen bestätigen, dass sie tatsächlich gegen 20.30 Uhr an der "Waltersdorfer Chaussee" ungehindert die Grenze passieren konnten. Am Grenzübergang Bornholmer Straße hob sich der Schlagbaum erst eine Stunde später."

    http://www.presseportal.de/pm/7840/1498881/zdf



    In dieser Quelle finden sich weitere Übergänge.

    Bln-Zehlendorf/ Potsdam B1 09.11.1989 20:00 Uhr
    Lübeck/Schlutup B 104 09.11.1989 22:30 Uhr

    https://publikationen.sachsen.de/bdb/download.do;jsessionid=71004D0C5221C31FF848872AD48AF4F4.bdb_lb?id=1957912



    Demnach sähe die Chronologie der Grenzöffnung vor der Ansage in der ARD etwa so aus:

    Bln-Zehlendorf/ Potsdam 20:00 Uhr
    Bln-Rudow / Schönefeld 20:30 Uhr
    Bln, Bornholmer Str. 21:45 Uhr
    Lübeck/Schlutup 22:30 Uhr


    Meines Wissens waren noch mehr Übergänge offen in Berlin, z.B. Heinrich-Heine-Str./Moritzplatz, Chaussestr. und Friedrichstrasse.
  8. kein X4U * schreibt am 09.11.2009 19:11
    Nix da der böse Westen,
    Krenz sagte zu Mielke: >..wir lassen den Dingen freien Lauf.<

    Zur Chronologie
    -----------------

    1.
    PK Schabowski, live übertragen und von vielen DDR-Bürgen gesehen, weil sie gross angekündigt war

    18.53 Uhr

    Reiseregelung laut Schabowski:

    "Privatreisen nach dem Ausland können ohne Vorliegen von Voraussetzungen - Reiseanlässe und Verwandtschaftsverhältnisse - beantragt werden. Die Genehmigungen werden kurzfristig erteilt."

    "Bild"-Reporter Peter Brinkmann: "Ab wann, sofort? Ab wann tritt das in Kraft?"

    Schabowski: "Das tritt nach meiner Kenntnis - ist das sofort, unverzüglich."

    Brinkmann: "Sie haben nur BRD gesagt, gilt das auch für West-Berlin?"

    Schabowski: "Doch, doch: Die ständige Ausreise kann über alle Grenzübergangsstellen der DDR zur BRD beziehungsweise zu West-Berlin erfolgen."
    [1]


    2. 19:30
    dito "Aktuelle Kamera", nochmals dasselbe
    [1]



    3.
    21:20 Grenzübergang Bornholmer Straße
    "Im Laufe des Abends versammelten sich tausende DDR-Bürger am Grenzübergang, um nach West-Berlin zu gelangen. Der Leiter des Grenzübergangs Bornholmer Straße, Oberstleutnant Harald Jäger, fragte bei seinen Vorgesetzten mehrmals nach, wie weiter zu verfahren sei und erhielt von denen keine bzw. nichtssagende Anweisungen. Nach dem Auslösen der Alarmkette kam die Anweisung (ab zirka 21:20 Uhr) einzelnen Leuten die Ausreise zu genehmigen."
    [2]

    4.
    2:.30, Grenzübergang Bornholmer Straße
    Zwischen 500 und 1.000 Menschen haben sich am Grenzübergang Bornholmer Straße eingefunden. Die Staatssicherheit setzt auf eine "Ventillösung".
    [3]


    5.
    22.00
    "Nach Abschluss der ZK-Tagung hat sich Egon Krenz in sein Arbeitszimmer im ZK-Gebäude begeben."..."Da erreicht ihn ein Anruf von Erich Mielke, der ihn über die Lage an der Grenze informiert. Egon Krenz, SED-Generalsekretär, zu seiner Entscheidungssituation: >Ich habe mich dann dafür entschieden, wir lassen den Dingen freien Lauf.<"[3]

    5.
    22.41 Uhr Tagesthemen
    Hans-Joachim Friedrichs
    [1][3]




    ________________

    [1]
    http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article1261715/Ach-uebrigens-die-Mauer-ist-offen.html

    [2]
    http://de.wikipedia.org/wiki/Grenz%C3%BCbergang_Bornholmer_Stra%C3%9Fe#Der_9._November_1989_und_Erinnerung_an_die_.C3.96ffnung_der_innerdeutschen_Grenze

    [3]
    http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/chronik/Chronical/Detail/day/9/month/November/year/1989

    Zum Schiessbefehl:
    http://www.welt.de/politik/article3491088/Warum-die-Leugner-des-Schiessbefehls-luegen.html
  9. Kuddel schreibt am 09.11.2009 19:04
    Hallo S, F ... (wir können gerne noch das ganze Alphabet durchgehen)
    "Janee is klar, die Mauertoten sind alle beim Waffe reinigen umgekommen."

    "Zwischen 1946 bis 1952 seien 31 Schmuggler und zwei Zöllner erschossen
    worden, behauptet der Aachener Lokalhistoriker und Journalist Wolfgang
    Trees in seinem Buch "Schmuggler, Zöllner und die Kaffeepanzer".
    Es habe zudem mehr als hundert Schwerverletzte auf beiden Seiten
    gegeben. "Oft trifft es Jugendliche, oft trifft es Schmuggler, die nur
    Bagatellmengen bei sich haben", schreibt der inzwischen verstorbene
    Trees, der sich jahrzehntelang mit dem Thema befasst hat.

    Einige der Fälle belegt er in seinem Buch. So starb 1948 der 16-jährige
    Heinz Bertram an den Folgen eines Schulterschusses, der seine Schlagader
    anriss, 1951 wurde eine 36-jährige Frau erschossen - obwohl sie keine
    Schmuggelware bei sich hatte. Ein Jahr später tötete ein Zollbeamter
    einen 18-jährigen Pferdepfleger, der zwei Warnschüsse ignoriert hatte,
    mit einem Kopfschuss - bei sich trug er Schmuggelware im Wert von 60
    Mark. Ein Gericht bescheinigte dem Todesschützen später, er habe "nach
    Dienstvorschrift" gehandelt.
    "(Hervorhebung 0815-Info)
    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/4904/kaffeepanzer_im_bohnenkampf.html

    Mauertote, Zolltote - welche Namen sollen die Toten von illegalen Grenzübertritten noch bekommen.
    Was ist mit den DDR-Grenzern, die von "Fluchthelfern" erschossen wurden? Übrigens die gleiche Sorte "Helfer" die im Zusammenhang mit afrikanischen Boatpeople von unseren glorreichen Medien gern als skrupellose Menschenschmuggler bezeichnet werden. Gerechte Tote? Weil im "Kampf für die Freiheit" notwendig?

    Wenn ich illegal eine Grenze übertrete, kann es sein, das ich dabei umkomme ... eine Binsenweisheit
  10. S * schreibt am 09.11.2009 18:26
    Janee is klar, die Mauertoten sind alle beim Waffe reinigen umgekommen.

    Dreh mal den Spieß um und frage, was mit einem kleinen Gefreiten passiert ist, in dessen Dienst einer die Grenze pasiert hat. Weiß auch jeder, gelle...

    Warum hätte man einen Befehl , den es angeblich gar nicht gab, dann explizit aufzuheben sollen.. Mit der Hervorhebung dass die Waffe NICHT anzwenden sei.

    Der Befehl wurde wegen der KSZE aufgehoben und weil es der BRD-Führung, u.a. Seiters, so zugesichert wurde.


    Zum Fernsehen. Der Übergang an der Bornholmer war offen, als Hajo Friedrich das meldete. Ausserdem hatte der italienische Journalist nach Hause gemeldet, dass die Mauer auf ist. Die erschien so am nächsten Tag. Das ging vermutlich auch durch die Agenturen. Es hatten nämlich eine Menge Leute den Schabowsky genau so verstanden. Nur er selber stand offensichtlich auf der Leitung. Das DDR-Fernsehen hatte sicher an diesem Tag die höchsten Einschaltqouten. Erst Schabowskys Gestammel, dann hoffte man in der "Aktuellen Kamera" etwas zu erfahren. Die neue "Reiseregelung" war dann ja auch die Top-Meldung in der "Aktuellen Kamera" an diesem Abend und wurde meines Wissens um 19:30 verlesen. Und zwar genauso, wie sie auf dem Zettel von Schabowsky stand. Und das nahmen die Leute dann beim Wort.
  11. Kuddel schreibt am 09.11.2009 17:08
    @ A.G.
    Wer lesen kann, ist klar im Vorteil!

    Der Autor des Beitrages heißt Andreas Hauß. Der Mann ist Historiker und wohnt in der Nähe vom Bodensee. Er sitzt also ein paar Meter weg vom Berliner Geschehen und das ist, als Historiker, mitunter klar von Vorteil, weil es eben einen anderen Blickwinkel ermöglicht, als bei einem, der da mittendrinn, in der Grütze hing.

    Fakt ist, das Hajo Friedrichs in den Nachrichten am 9.11.89 vermeldete die Grenzen wären offen – was sie aber nicht waren!!! Somit wurde bewusst in Kauf genommen, dass es an den Grenzübergängen der DDR zu Komplikationen (Tumulten, Aufruhr, Krawalle etc.) kommen könnte. Dass es dazu nicht kam, hat man verantwortungsvollen Grenzern der DDR zu verdanken!

    Die Information: „Die Grenzen sind offen!“ war eine Meldung westlicher Medien und sie war falsch – eine Inszenierung  eben.

    Hier noch ein O-Ton einer Person, die die Öffnung der Mauer hautnah miterlebte. Wolfgang Lieb war zu derzeit Pressesprecher von Johannes Rau:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=4321
     
  12. Kuddel schreibt am 09.11.2009 16:43
    Hallo F* wer auch immer

    Original aus deinem angegeben Link:
    "In den Strafverfahren der vergangenen Jahre um die Toten an der Grenze
    bestritten die Mit­glieder der ehemaligen politischen und militärischen
    Führung der DDR vehement, daß es je­mals einen Schießbefehl gegeben
    habe.
    Streng juristisch betrachtet haben sie recht (Hervorhebung durch 0815-Info), denn die Gesetze,
    Anordnungen und Befehle zum Schußwaffengebrauch begründeten lediglich,
    so auch die Strafgerichte, einen "Erlaubnistatbestand", nicht jedoch
    die Verpflichtung zum To­desschuß.
    "

    Mein Reden ...

    Interessant ist auch, das immer wieder Originaldokumente zur allgemeinen Grenzsicherung der DDR auftauchen, aber beim Thema "Schießbefehl" Vermutungen, Behauptungen und Hörensagen dominieren.

    Hier gibt es noch mehr Originaldokumente:
    http://www.grenztruppen-der-ddr.de/index.php?show=law

     
  13. F * schreibt am 09.11.2009 16:10
    ZUM SCHIESSBEFEHL

    Festlegungen zum Gebrauch der Schusswaffe in der Dienstvorschrift 018/0/008 der DDR Grenztruppen, 1974
    http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Common/Document/field/file/id/44803



    "Wenn notwendig, dann treffen mit dem ersten Schuß", Rede-Konspekt von DDR-Grenztruppen-Chef Klaus-Dieter Baumgarten, 9. Juli 1982

    .."Ein weiterer Komplex der unzweckmäßigen Anwendung der Schußwaffe, aus dem uns politischer Schaden erwächst, ist die Nichtdurchsetzung der Forderungen des § 27, Absatz 5, daß bei Anwendung der Schußwaffe das Leben von Personen zu schonen ist. Die Abgabe von gezielten Schüssen hat so zu erfolgen, daß die betreffende Person in ihrer Bewegungsfreiheit so behindert wird, daß sie angriffs- und fluchtunfähig ist und ihr Vorhaben nicht ausführen kann."...



    Über den DDR-Schießbefehl, der nie existierte
    ..."Grenzverletzer sind festzunehmen oder zu vernichten"...
    http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Media/TextPopup/id/592981/oldAction/TextPopup/oldId/856754/oldModule/Media/page/0



    Aufhebung des Schießbefehls
    am 12. April 1989
    Quelle: BStU
    http://www.chronik-der-mauer.de/index.php/de/Common/Image/field/original/filename/1989_12_04_schiessbefehl.jpg/id/14859/width/392
  14. A.G. * schreibt am 09.11.2009 10:19
    Vielen Dank für die Klarstellung, dass es ein ehemaliger Berufssoldat der DDR ist, der die Maueröffnung für eine Medieninszenierung des Westens halten will.
  15. Kuddel schreibt am 09.11.2009 08:05
    Hallo Stephan,
    der gesamte Kommentar von unserem Kennedy-Freund aus Kansas riecht nach „Paste & Copy“!

    Da du ja auch nicht zum ersten Mal hier bist, solltest du wissen, dass ich mit User-Kommentaren behutsam umgehe, es sei denn, sie beginnen gleich mit Beleidigungen

    Was deinen Vorwurf von Unterstellung und Nichtwissen angeht:
    Ich freue mich immer, wenn mir „Landsleute“ erklären wollen, wie ich in der DDR gelebt haben soll. Als ehemaliger Berufssoldat kenne ich auch die Befehlsketten innerhalb der Streitkräfte in- und auswendig. (Gut, nach 20 Jahren kommen ein paar Lücken, aber der Großteil klappt noch)

    Und für wie blöd hältst du mich, das ich einen „Grenzsicherungsbefehl“, den es in diesem oder fast ähnlichen Wortlaut in jedem Land der Welt gibt (die Kaffeeschmuggler an der belgischen Grenze würden ein  Lied davon singen, wenn sie noch könnten) nicht von einem „Schießbefehl“ unterscheiden kann.

    Hoffmanns Verschärfungs-Befehl, für den es nach wie vor keine Beweise gibt, beruht ja selbst nach deinen eigenen Worten auf dem Grenzsicherungsbefehl: erst anrufen, dann Warnschuss, dann gezielt auf den unteren Körperbereich … Also nix „Schießbefehl“ sondern Grenzsicherung – in jedem Staat der Welt üblich.

    Seit 20 Jahren suchen unsere glorreichen Medien, allen voran Springer, krampfhaft nach dem „Schießbefehl“ – sie finden ihn nicht und sie können ihn nicht finden, weil – es gab keinen!
     
    Bis heute, denn jetzt bist du ja da.

    In einem hast du Recht – und tschüss …!
  16. Stephan * schreibt am 09.11.2009 00:14
    Regel Nr. 1. Wer etwas wissen will, sollte zuhören. Dir hat wohl gerade ausführlich jemand über Tatsachen berichtet, aber Du stellst das auf Basis von Unterstellungen und Nichtwissen in Frage.

    Ob es in dein Weltbild passt oder nicht, das ist Tatsache zum Thema Schiessbefehl:

    >> Für den Dienst an der Grenze galt offiziell die Grenzdienstordnung sowie ab dem 1. Mai 1982 das Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik (Grenzgesetz).

    Die Grenzsoldaten hatten danach die Aufgabe: „Die Staatsgrenze der DDR zu sichern, Grenzverletzungen nicht zuzulassen, sowie die Ausdehnung von Provokationen auf das Hoheitsgebiet der DDR zu verhindern.“ Für den Gebrauch der Schusswaffe galt die Schusswaffengebrauchsbestimmung [2] sowie ab dem 1. Mai 1982 der § 27 Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik (Grenzgesetz).

    Die Schusswaffe ist danach die äußerste Maßnahme der Gewaltanwendung gegen Personen. Der Gebrauch der Schusswaffe ist nur gerechtfertigt, wenn andere Maßnahmen wie z. B. körperliche Gewalt gegen mitgeführte Sachen oder Tiere nicht den gewünschten Erfolg bringen. Vor der Schusswaffenanwendung ist ein Warnruf „Halt, Grenzposten Stehenbleiben!“ abzugeben. Wird der Warnruf nicht befolgt, ist ein Warnschuss in die Luft abzugeben. Wird auch der Warnschuss nicht befolgt, ist ein Warnruf "Halt! Grenzposten, stehenbleiben oder ich schieße!" abzugeben. Wird auch dieser Zuruf nicht befolgt, ist der Grenzverletzer durch einen gezielten Schuss in die Beine der/des Grenzverletzers zu stoppen. Gegen Personen die dem äußeren Eindruck nach im Kindesalter, Jugendliche oder Frauen sind, sind Schusswaffen nicht anzuwenden.

    Seit dem 6. Oktober 1961 gab es einen Befehl des damaligen DDR-Verteidigungsministers Armeegeneral Hoffmann, der die Grenztruppen verpflichtete, die Schusswaffe nach Zuruf und Warnschuss sofort scharf anzuwenden und Flüchtende zu vernichten, wenn sie nicht auf andere Weise festzunehmen seien. Seit 1982 wurde der Schießbefehl täglich mündlich an die Grenztruppen ausgegeben: „Grenzverletzer sind festzunehmen oder zu vernichten.“ <<

    Auf der Basis von Nichtwissens denjenigen, die etwas wissen die Welt zu erklären, ist ebenso bizarr wie bezeichnend für die Matschbirnen aus dem Truther-Milieu.

    Ich dachte eigentlich, das wäre hier anders.

    Du unterstellst und glaubst und meinst - aber das ist alles nur in Deinem Kopf. Willst Du etwas wissen oder nicht? Warum soll sich jemand, der über Tatsachen redet, damit abgeben, was alles in Deinem Kopf herum spukt? Komm doch erst mal damit klar Tatsachen von Vermutungen zu trennen!



    Und tschüss!
  17. Kuddel schreibt am 08.11.2009 21:58
    @ Kennedy-Freund:

    ich kopier mal den "freundlicheren" Teil der Antwort auf deinen Sesselfurzer-Geschwalle-Vorwurf:
    "Als Verschwörungstheorie bezeichne ich jede Theorie, die davon ausgeht, dass die Geheimdienste der westlichen Welt, allesamt in Westberlin vertreten, däumchendrehend nichts tun, während Schabowski dem Momper steckt, die DDR habe vor, die ideologische Brechstange  "Verweigerung der Reisefreiheit" gegenstandslos werden zu lassen.
    Man stelle sich vor: eine DDR MIT Reisefreiheit, sozialer Sicherheit, Diskussionskultur, Kinderkrippen, usw. usf.  Ein HORROR für den Westen ..."


    Ende des Zitates

    Ich vermute mal, du gehörtest, wenn überhaupt, am 9.11.89 zu den "spontanen" DDR-Bürgern, nicht zu den DDR-Grenzern. Das erklärt auch dein Unwissen über den sog. "Schießbefehl". Das ahnte ich schon, wollte aber dem Autor nicht vorgreifen ...

    Als aktiven Zeitzeugen sehe ich dich nicht, da sind mir zuviele "gehört"- und "gelesen"-Attribute drin ...
  18. Kranich05 * schreibt am 08.11.2009 21:20
    Ich schätze, sämtliche Geheimdienste waren 1 Jahr, mindestens, in Urlaub.
    Liegt doch auf der Hand.
  19. Kuddel schreibt am 08.11.2009 20:32
    Dummgeschwalle ist die Leier vom Schießbefehl - den gab es schlicht nicht. Auch nicht, wenn man es immer und immer wieder behauptet.
    Ansonsten habe ich deinen Kommentar an den Autor weitergeleitet - Danke dafür ...
  20. Eim (a Berlinner) * schreibt am 08.11.2009 17:48
    Für mich ist der Artikel, sorry, Dummgeschwalle eines Sesselfurzers, der die Quellen so zusammen setzt, dass sie in das eigene verschrobene VT-Bild passen.

    An der Situation war für Gemeindienste wenig zu drehen, denn sie hatte sich für jeden unübersehbar über Jahre zugespitzt. Ungarn hatte schon seit ein paar Jahren nur noch laxe Grenzkontrollen, hinzu kamen die Leute aus der Botschaft in Prag. Anfang November hauten jeden Tag 20.000 Leute ab, da konnte sich die SED ganz einfach ausrechnen, wann alle "rüber gemacht" hatten und die DDR "leer" war.

    Den ganzen Sommer über verschärfte sich die Situation weiter, vor allem durch die Montagszüge in Leipzig und die Stasiknüppelgarden in Berlin.

    Anfang November hatte sich der Ärger bis weit in die Mehrheit der Bevölkerung durchgefressen. Es gab viele Aufrufe von den neuen Oppositionsgruppen für die grosse Demo in Berlin am Samstag, den 4. November in Berlin. Es ging zuallererst um eine Demokratisierung der DDR, also vor allem Rede-, Presse- und Versammlungsfreiheit sowie Mitbestimmung und freie Wahlen.

    Ein paar Tage vorher gab es schon Befürchtungen, dass einige kleinere Demonstrationszüge, die in Richtung Brandenburger Tor liefen, nicht links in Richtung Palsast der Republik abbiegen würden, sondern einfach geradeaus weiter laufen würden Richtung Siegessäule. So weit war man davon gar nicht entfernt, denn es war ja bekannt, dass der Schießbefehl an der Mauer seit einem halben Jahr aufgehoben war.

    Der Alex und alle angrenzenden Straßen war schwarz von Menschen und nach den Angaben, die bei SED-Demos gemacht wurden, war es mindestens doppelt soviel. Eine Menschenmenge also, die quer etwa 1,5 km breit war und vielleicht 1 km tief. Geschätzt also etwas über eine Million Menschen und damit in etwa soviel, wie Ostberlin Einwohner hatte, die im Wohnzimmer der SED standen und alles gnadenlos auspfiffen, was mit SED zu tun hatte. Markus Wolf, der Stasichef, desssen Gesicht ja angeblich jahrelang keiner kannte, kam minutenlang in dem gellenden Pfeifkonzert nicht zu Worte. Jemand von den andern Rednern sorgte dann dafür, das er überhaupt zu Worte kam.

    Es sprachen jede Menge Oppositioneller und es wurden ganz klare politische Forderungen aufgemacht. All das war ein unglaublicher Vorgang, ja geradezu Majestätsbeleidigung, die Erichs Augen wahrscheinlich mindestens drei Zentimeter aus den Augenhöhlen getrieben hat.

    Den alten Säcken vom Politbüro ging der uuups auf Grundeis! In Leipzig hatte es geheissen "Wir sind das Volk" - in Berlin hatte das Volk gesprochen! Freie Wahlen waren das Minimum, das verlangt wurde. Wenn es mit der SED also irgendwie weiter gehen sollte, mußte ganz dringend etwas geschehen. Es war auch klar, dass am nächsten Samstag wieder Demo sein würde in Berlin.

    Die SED hatte die Panik, dass sie nächste Woche einfach davon gejagt werden würde. Es gab natürlich mehrere Strömungen in der SED, die Bremser und die, die wirklich die Chance auf eine demokratische DDR nutzen wollten.

    In Berlin hatte das Volk gesprochen! Die Rednertribüne stand unmittelbar unterhalb des ADN-Gebäudes (ADN=DDR-Nachrichtenagentur) und keine 300 Meter weg vom "Berliner Verlag", in dem die grossen Ostberliner Zeitungen zusammen gezimmert wurden. Man mußte praktisch nur die Kameras und Mikrophone aus dem Fenster halten.

    Gerade unter den Ostberliner Journalisten brodelte es. Dass der Chef vom ND und von der ADN in der SED waren, wußte jeder. Natürlich wußten die auch von der Reiseregelung. Es ging darum, überhaupt jemand glaubwürdigen zu finden, der für die SED sprechen konnte ohne ausgepfiffen zu werden - und das war Schabowsky. Und es ging darum , dass sich nicht die SED-Bremser um Honnecker durchsetzten.

    Ich gehe davon aus, dass der ADN-Chef das genau deshalb weiter gab, damit das Thema nicht unter den Tisch fiel und sich nicht die Bremser durchsetzten. Die dringendsten Probleme, die vorher 25 Jahre "geruht" hatten, wurden nach die

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