about me
Berichte aus dem Hinterhof
Vor einigen Monaten bin ich durch einen Hinweis bei Bröckers, in seinem Zweitausendeins Writersblog auf den „Datenscheich" im taz-Blog aufmerksam geworden. Der brachte mich zu Kuddel und seine 0815 News und jetzt versuche ich halt dort die eurozentrische Sicht, mit einem Blickwinkel aus der Perspektive lateinamerikanischer Barrios, zu ergänzen.
Nach über vier Jahren Funkpause maile ich mal wieder. Wir sind hier der Hinterhof der USA, deshalb auch el Patio. Aber ein Patio ist natürlich auch immer Treffpunkt und Kommunikationsmittelpunkt.
Da wird die Wäsche gewaschen, da wird, wenn möglich geschlachtet und gekocht, da werden die Kinder gebadet und am Samstag Nachmittag verwandeln sich die Patios in Schönheitssalons, dann werden die „Negerkrausen" geglättet, die Plastikfingernägel angeklebt und phantasievoll bemalt, Zöpfe geflochten und Kleider vorgeführt, geändert, gekürzt und getauscht ...
Das Leben im Patio ist ein öffentliches, Nachbarn schauen vorbei, Kaffee wird ausgeschenkt, Zigaretten werden geteilt, in einer Ecke wird der Hahn für seinen sonntäglichen Auftritt in der Arena trainiert, die älteren Männer spielen Domino und die Jüngeren basteln halt an ihren Mopeds herum.
Die Musik, sowie das Lachen und Geschrei von Kindern verbinden sich mit dem Klackern der Dominosteine, dem Krähen der Kampfhähne, dem Kichern und „Schnattern" der Chicas und dem Knattern des frisch frisierten Mopeds, zu einer einmaligen Kakophonie!
En vivo, desde el barrio La Puya
El Patio