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Autor Thema: Literatur und Holocaust, ein Roman aus Tätersicht  (Gelesen 1147 mal)
Sandro
Newbie

Geschlecht: Männlich
Beiträge: 1


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« am: 28. August 2009, 13:39:42 »

Hallo,

ich studiere PW und Geschichte in Jena und lese natürlich auch historische Romane. Durch zwei Besprechungen wurde ich auf den Roman "Letzte Haut" von Volker Altwasser aufmerksam, die eine Besprechung von shoa.de die andere von VVN-BDA. Nachfolgend die links:

http://www.shoa.de/rezensionen/184-literaturrezensionen/1874-letzte-haut--von-volker-harry-altwasser.html

http://weimar.vvn-bda.de/artikel/2009/20090707.html
Volker Altwasser greift ein brisantes Thema auf. Ein "SS-Richter" ermittelt in dem KZ Buchenwald 1943/1944 gegen den ehemaligen Kommandanten des KZ, Karl Koch und seinen Helfershelfern, wie dem "Lagerarzt", Hoven. Der Vorwurf: "Mord und Korruption". Am Ende wird Koch zum Tode verurteilt und im Februar 1945 hingerichtet.

Der Plot des Romans entspricht den historischen Tatsachen und wurde gut recherchiert. Der tatsächliche "SS-Richter" war Dr. Konrad Morgen, ein Zeuge im Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess und später dann im sogenannten "Auschwitzprozess".

Altwasser benutzt über weite Strecken die "Sprache der Zeit", wie sollte er es auch anders in einem historischen Roman. Er zeigt seinen Protagonisten, Dr. Schmelz, wie er in karrieristischer Manie seinen Job macht, unberührt von den Leiden der Häftlinge. Filigran unterscheidet er zwischen "erlaubten" Mord an Häftlingen (den Holocaust) und "unerlaubten" Mord zur Verdeckung von Korruption in den KZ's. Am Ende wird er selbst zum Mörder an sowjetischen Kriegsgefangenen, um seine juristische Theorie zu beweisen.

Lesenswert!

Godwana



P.S.: Für Geschichtsinteressierte ein Thread in dem die Quellenlage des Romans diskutiert wird:

http://www.geschichtsforum.de/f82/dr-konrad-morgen-27746/







Ein bewegendes Buch über den Nationalsozialismus, über Karrierestreben und die Verstrickung in die Verbrechen des "Dritten Reiches".




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