Mutmaßungen über Omar oder Wahrheit, Lügen und die Legende des 11.9

von Chaim Kupferberg

Vorwort

Als ich von Horst Kleen (2004?) die Erlaubnis erhielt, seine Übersetzung hier auf 0815-Info zu veröffentlichen, ahnte ich noch nicht, das dies der meistgelesene Artikel auf meinem Webspace werden sollte. Die hier vorliegende HTML-Version wurde inzwischen mehrfach überarbeitet. Trotz allem können hier und da noch Fehler vorliegen. Die Seite kupferberg.html diente anfangs nur als Content für ein Nuke-CMS, das wir für unser Webprojekt verwendeten. Doch Design und  Aufbau von 0815-Info haben sich inzwischen gewaltig geändert hat und zwischenzeitlich war diese Seite gar nicht mehr auf dem Server, weil sie in neuer Form einen anderen Platz erhalten hatte. Erst das Statistik-Tool unseres Servers macht uns auf die vielen Zugriffe der Kupferberg-Datei aufmerksam, die jetzt als Fehler registriert wurden. Wir waren uns gar nicht bewusst, wie viele Seiten auf diese Datei verlinken. Ein dickes Dankeschön dafür und die kupferberg.html bleibt zukünftig dauerhaft erhalten, egal welches Design 0815-Info jemals noch erhalten sollte - versprochen.

Tilo Schönberg, Admin 0815-Info





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"Spökenkieker" nennt mein "Lieblingskampfblatt" "Der Spiegel" solche Leute, die lieber "Verschwörungstheoretikern" wie Brökers, Hauß, Wischnewski oder von Bülow hinterherlaufen und sowieso die "offiziellen" Darstellungen rund um den 11.September 2001 in Frage stellen. 

Einer dieser "Spökenkieker" ist Horst Kleen. Horst hat sich die immense Arbeit gemacht, einen der genialsten Artikel über die "Masterminds" der Terroranschläge aus dem Englischen ins Deutsche zu übersetzen. Chaim Kupferbergs Arbeit deckt das auf, was Mainstream-Medien und die Drahtzieher der Terroranschläge von New York nur zu gern unter den berühmten Teppich kehren möchten - ein Netz aus Lügen, Intrigen und das beliebige Einfügen und/oder Entfernen von Personen - so wie man es für richtig hält, um die Geschichte von "Osama und den 19 Räubern" glaubhaft zu machen.  


0815-Info bedankt sich bei Horst Kleen für seine Erlaubnis, diese Übersetzung veröffentlichen zu dürfen! 
 
 
 
Mutmaßungen über Omar oder Wahrheit, Lügen und die Legende des 11.9. 
von Chaim Kupferberg
» www.globalresearch.ca
Centre for Research on Globalisation 
There's Something About Omar: 
Truth, Lies, and The Legend of 9/11

Die URL des Englischen Orginaltextes ist:
» http://globalresearch.ca/articles/KUP310A.html
 
Es war fast ein verspäteter Einfall. Am 1. März 2003 förderte der Krieg gegen den Terror den angeblichen Zahlmeister zutage, einen geheimnisvollen Saudi namens Mustafa Ahmed al-Hisawi. Seine Inhaftierung fiel fast mit der Gefangennahme eines viel größeren Fisches zusammen, dem führenden Kopf des 11.9. Höchstselbst, Khalid Shaik Mohammed - das machte Mustafa Ahmed zu einer Fußnote der offiziellen 9/11-Legende.

Aber es gab noch eine andere, explosivere Seite dieser Geschichte. Nur siebzehn Monate vorher war ein früherer Londoner Schuljunge namens Omar Saeed Sheikh zuerst als 9/11-Zahlmeister enttarnt worden, der unter der Schirmherrschaft eines Pakistanischen Generals gehandelt haben sollte, der sich am 11. September just mit jenen beiden Volksvertretern getroffen hatte, die später den 'offiziellen' 9/11-Untersuchungsausschuss leiten sollten.

Omar Saeed, so wurde von CNN berichtet, handelte unter dem Aliasnamen von... Mustafa Ahmed. Wo ist Omar jetzt? Er sitzt in einem pakistanischen Gefängnis und wartet auf seine Hinrichtung wegen der Entführung von Daniel Pearl - während ein anderer sein Pseudonym angenommen hat. 

Es folgt die Rekonstruktion einer der größten Desinformationskampagnen der Geschichte und die Chronik einer Legende, die ein verheerendes Schlaglicht wirft auf die Clique die hinter dem 11.9. steckt - und der FBI-Direktor verheimlicht die schriftlichen Spuren. 

 

"Die Hijacker haben keine schriftlichen Spuren hinterlassen",

 

verkündete der FBI-Direktor Robert Mueller am 30. April 2002. 

"Bei unseren Ermittlungen haben wir nicht einen einzigen Fetzten Papier entdeckt, auf dem in irgendeiner Weise der 11.9. erwähnt wurde."

 

In den Wochen jedoch, die unmittelbar dem 11. September folgten, wurde der Öffentlichkeit ein ganz anderer Eindruck vermittelt - der Eindruck das ganze Wagenladungen von Dokumenten zutage gefördert worden seien, die auf jede Weise auf die Schuld von Osama bin Laden an den Ereignissen vom 11.9. hindeuteten. Zum einen war da die infame handgeschriebene 'Checkliste' die nicht nur in Mohammed Attas verloren-gegangenem Gepäck gefunden wurde, sondern auch in dem auf al-Hazmis Namen gemieteten Wagen, der am Flughafen Dulles entdeckt worden war. Diese Scheckliste enthielt neben hochfliegenden arabischen Gebeten auch Ermahnungen in letzter Minute, "Messer, dein Testament, Pässe, alle deine Papiere" mitzubringen. Noch wichtiger, im Handschuhfach wurde ein Schriftstück gefunden, dessen Spur direkt nach London führte - und zur Festnahme des potentiellen Hauptverdächtigen.

Am 30. September berichtete der Telegraph-Reporter David Bamber, dass die Behörden Lofti Raissi festgenommen hätten, dessen Namen man in al Hazmis Mietwagen gefunden hatte. Eine Durchsuchung von Raissis Wohnung förderte ein Video zutage, auf dem Raissi mit Hani Hanjour zu sehen war - alles in allem noch ein Volltreffer gegen Al Qaida. Oder? Bis zum April 2002, als Mueller seine Bemerkung über die schriftlichen Beweise machte, sollte Raissi wieder auf freiem Fuß sein - aus Mangel an Beweisen.

Wie wir bald sehen werden, hatte Raissi seine Rolle in einem vorbereiteten Drama zu spielen, ein Drama, in dem verkündet wurde, dass eine maßgebliche Geldspur direkt zu al Qaida führe, gerade rechtzeitig am 7. Oktober, als man Afghanistan in Angriff nahm. Jedoch am 9. Oktober erschien in der Times of India ein kurzer, fast harmloser Bericht, der sich auf diesen Plan verheerend auswirkte und eine massive Vertuschung notwendig machte, sowie die Suche nach einem alternativen 'rauchenden Colt', der einer skeptischen Weltöffentlichkeit am 13. Dezember enthüllt wurde, in Form der offiziellen Bin Laden-Video-Beichte.

Ein wichtiger Mitspieler in diesem ursprünglichen Plan war Omar Saeed Shaikh (hier: Omar Saeed), ein 27-jähriger Mann der in London als Sohn pakistanischer Eltern geboren wurde, der die London School of Economics absolviert hatte, bevor er dem Ruf der Militanz folgte, nach Bosnien ging, von dort aus nach Pakistan, wo er an einer Entführung beteiligt war, einige Zeit in einer indischen Gefängniszelle verbrachte, bis er 1999 gegen eine Geisel einer Flugzeugentführung ausgetauscht wurde. Er packte ein ganzes Leben in die nächsten zwei Jahre, machte den militanten Flügel des pakistanischen ISI (die pakistanische CIA) auf sich aufmerksam und rundete seine Lehrzeit ab, indem er am Computer - Netzwerk der Al Qaida in Afghanistan herumdokterte. 

Omar Saeed hatte sein Post-9/11-Debüt am 23.September 2001, an genau jenem Tag, als sein Pseudonym Mustafa Ahmad ebenfalls zum ersten Mal auftauchte, durch Präsident Bushs Global Terrorist Exekutive Order, in dem ein 'Shaykh Sa'id (alias Mustafa Muham-mad Ahmad) als ein finanzieller Operateur innerhalb von Al Qaida erwähnt wurde, zusammen mit 27 anderen Individuen, die dazu verdammt worden seien, dass man ihre Vermögen eingefroren hätte. Am 23. September berichtete Nick Fielding in der Sunday Times:

 

"Britische Offizielle haben Indien um Amtshilfe gebeten, um den Verbleib von Omar [Saeed] Sheikh zu ermitteln. Britische Sicherheitsdienste bestätigten an diesem Wochenende, dass man ihn für ein Verhör suche."

 

Eine Woche später, am 30. September 2001, wir haben schon gesehen warum, berichtete David Bamber im Telegraph: 

"Die Polizei glaubt auch, dass...Omar(Saeed) Sheikh, der Brite ist, der die Terroristen in Hijackertechniken trainierte." 
Bamber implizierte, dass Omar Saeed mit Lofti Raissi gemeinsame Sache gemacht habe, der erst kürzlich inhaftiert worden war und dem vorgeworfen wurde, die Attentäter trainiert zu haben. In anderen Worten, in weniger als drei Wochen waren die Behörden Omar Saeed und Raissi auf der Spur, den mutmaßlichen Trainern der mutmaßlichen Attentäter. Alles was jetzt noch davon übrig ist, ist die Tatsache, dass man rechtzeitig, durch eine Geldspur die direkt zu Al Qaida führte, die geplante Invasion Afghanistans am 7. Oktober mit einem 'rauchenden Colt' versorgte.

 

Am exakt dem gleichen Tag als Raissi und Omar Saeed als 9/11-Trainer geoutet wurden, gab ABC-News This Week bekannt, dass eine 100.000 Dollar Spur von Mohammed in Florida zu "Leuten, die mit Osama Bin Laden in Verbindung stehen" führen würde. Schon einen Tag später, am 1. Oktober berichtete Judith Miller in der New York Times, dass der Attentäter Atta das Geld von jemandem empfangen habe, der den Aliasnamen 'Mustafa Ahmed' trage. Fünf Tage später, am 6. Oktober, zitierte Maria Ressa auf CNN den Terrorismusexperten Magnus Ranstorp, die Behörden hätten Omar Saeed als den Pseudonymus enttarnt, der im Zusammenhang mit dem 11.9. der Geldbote gewesen sei: 

 

"Er [Omar Saeed] steht in Verbindung mit dem finanziellen Netzwerk, dass Bin Ladens Vermögen mit Geld versorgt, deshalb ist er ein wichtiger Mann.... weil er die Geldtransfers zwischen den verschiedenen Akteuren besorgt und weil er ein Knotenpunkt zwischen al Qaida und den Soldaten an der Front ist." 

 

Ressa fährt fort:

 

"Ermittler haben herausgefunden, dass Omar Saeed und Mustafa Muhammad Ahmad [DasPseudonym] dieselbe Person ist. Es ist der entscheidende Hinweis, dass bin Laden der führende Kopf des gesamten Unternehmens des 11.9. war."

 

Zwei Tage später, am 8. Oktober, revidierte Ressa ihre Story, dieses Mal brachte sie Omar Saeed mit einem Terroranschlag auf ein Provinzparlament in Kashmir in Verbindung, ein Vorfall der Indien und Pakistan näher an den Rand eines Krieges brachte. Am 8. Oktober, nebenbei bemerkt, war also das allerletzte Mal, dass CNN Omar Saeed erwähnte, zumindest bis er einige Monate später plötzlich wieder auftauchte, als Hauptverdächtigter im Entführungsfall Daniel Pearl. Jedoch bis dahin waren Maria Ressa und CNN von einem merkwürdigen Fall von Amnesie befallen, denn sie vermied es zu erwähnen, dass sie Omar Saeed noch kürzlich als 9/11-Geldboten enttarnt hatte. Warum diese plötzliche Stille? Und genauer gefragt, warum verschwand Omar Saeed nach dem 8. Oktober praktisch vom Radar des CNN?







Vielleicht liegt die Antwort in diesem Sprengsatz, der mit freundlicher Genehmigung der Times of India zitiert wird:
"Obwohl der Pakistanische Dienst für internationale Öffentlichkeitsarbeit behauptete, dass der frühere ISI[Pakistanischer Geheim-dienst]-Direktor General Mahmud Ahmad sich in den Ruhestand zurückgezogen hätte, nachdem er am Montag suspendiert worden war, ist doch die Wahrheit viel schockierender. Erstklassig informierte Quellen versicherten am Dienstag, dass er seinen Job deswegen verloren habe, weil Indien Beweise vorlegen wolle, die eine Verbindung zu einem der Selbstmordattentäter, die das World Trade Center zerstört haben, zeigten. US-Behörden erwirkten seinen Rücktritt, nachdem sie sich versichert hatten, dass der WTC-Hijacker Mohammad Atta von Pakistan durch Omar Saeed 100.000 Dollar auf Veranlassung von General Mahmud [Ahmad] erhalten hatte."


Kurz, die Times of India enthüllte, dass Omar Saeed im Auftrag des Chefs des pakistanischen Geheimdienstes handelte und nicht Osama bin Ladens. Dies allein hätte vielleicht noch hinweg erklärt werden können, weil es allgemein bekannt war, dass islamistische Elemente in der ISI mit den Taliban und ihren al Qaida-Gästen sympathisierten. Da aber die Spur des Geldes, der 'rauchende Colt' jetzt zu General Ahmad führte, hatte man jetzt einen vollkommen neuen 'rauchenden Colt', der eine Verbindung geradewegs zu Washington D.C. herstellte, denn es wurde bereits berichtet, dass General Ahmad am Morgen des 9. September mit dem Senator Bob Graham und dessen Stellvertreter Porter Gross gefrühstückt hatte (Graham und Gross führten gemeinsam den Vorsitz im Senatshaus im 9/11-Untersuchungsausschuss).

 
Tatsächlich hatte sich schon am 9. September, zwei Tage vor dem 11. September, für diejenigen, denen das nicht auffällt, die Karachi News mit folgender Beobachtung zu Wort gemeldet: 

"Die wochenlange Anwesenheit des ISI-Chefs [General Mahmud Ahmad] hat Spekulationen ausgelöst, was die Agenda dieser geheimnisvollen Treffen im Pentagon und dem Nationalen Sicherheitsrat sein könnte... Was seinen Besuch noch interessanter macht, ist die Geschichte solcher Besuche. Als zuletzt Ziauddin Butt, General Ahmads Vorgänger, während der Regierung von Nawaz Sharifs dort weilte, herrschte innerhalb von Tagen eine heillose Unruhe in der Innenpolitik. Das dieses nicht das erste Treffen General Ahmads in den letzten drei Monaten ist, zeigt die Bedeutung der laufenden Verhandlungen."

 

Wenn es überhaupt eine schriftliche Spur gibt, die zu den Verschwörern des 11.9. führt, dann liefern diese Artikel die druckverschmierte Pflasterung.

Zusammengefasst beschwören diese Meldungen folgendes plausibles Szenario herauf: Omar Saeed handelte unter der Leitung von General Ahmad und der ISI, hatte die Hijacker mit Geld und 'Training' versorgt, während er sich gegenüber den Hijackern als Al Qaida-Mann ausgab. Der General auf der anderen Seite, mag gegenüber Omar Saeed den Eindruck erweckt haben, allein im Auftrag der ISI zu handeln, während er tatsächlich unter der Anleitung seiner angloamerikanischen Auftraggeber handelte. Omar Saeed hatte die Saat der Legende gelegt, dass es eine verlässliche Geldspur gebe, die zu Al Qaida zurückführe und wurde dadurch zum Hauptverdächtigen, der den 'rauchenden Colt' einer 9/11-Qaida Verschwörung geliefert hatte. Jedoch an einem gewissen Punkt kam diese sorgfältig inszenierte 'Legende' ins Wanken, als nämlich der indische Geheimdienst eine Verbindung von Saeed zu General Ahmad herstellte (oder absichtlich durchsickern ließ) und erforderte eine widerwillige FBI - oder alternativ, ein kooperatives Element innerhalb des FBI, außerhalb des hermetisch abgeschotteten Zirkels - Reaktion um die Lage zu sichern. 

Im Licht der Bombe der Times of India vom 9. Oktober, musste jemand natürlich eine prophylaktische Strategie der Schadensbegrenzung organisieren. Obgleich die ursprüngliche Geldspur-'Legende' sorgfältig, ja fast kunstvoll arrangiert worden war, fiel ihr vorzeitiger Abbruch doch unsystematisch und schlecht konzipiert aus und der größte Schaden wurde dadurch verursacht, dass ein Licht auf die Mitwirkenden der Vertuschungsaktion geworfen wurde. Eine umfassende Vertuschungsstrategie musste folgende Ziele haben:

  1.  den"plötzlichen Rücktritt" von General Mahmud erklären
  2.  die Geldspur teilweise herunterspielen indem man sie subtil abänderte
  3.  für einen neuen 'rauchenden Colt' sorgen
  4.  eine alternative 'Legende' für Omar Saeed produzieren und gleichzeitig einen alternativen Zahlmeister.

Von diesen vier Aufgabenstellungen erwies sich der alternative Zahlmeister als die komplizierteste. 
Währenddessen ignorierten die Mainstreammedien, abgesehen von einer kurzen Meldung im Wall Street Journal, größtenteils den Beitrag der Times of India. Die 'plötzliche Entlassung' von General Mahmud erklärten TIME und Washington Post mit seiner Talibantreue - die Spur des Geldes und seine Verbindung zu al Qaida wurden nicht erwähnt. Indem General Mahmud auf diese Weise sicher 'aus den Augen' geriet, verschwand er auch 'aus dem Sinn'.

Bei Omar Saeed andererseits, war die Sache etwas heikler, weil die Behörden und die Mainstreammedien zumindest CNN - schon über ihn geschrieben und ihn als Finanzier des 11.9. hingestellt hatten. Außerdem war Omar Saeed ursprünglich als einer der Hauptdarsteller in der 9/11-Legende vorgesehen. Wie wir sehen werden, viele Mitwirkendem in dieser sorgfältig geplanten, jahrzehntelangen 'Legende' - Ramzi Yousef, Mohammad Atta, Ramzi Binalshib ( oder bin al-shibh), Khalid Shaikh Mohammed, Zacarias Moussaoui und die Rolle des Zahlmeisters - waren kompliziert in einem Netz miteinander verwoben, der sich in ihren Aktivitäten und in enthüllenden Entdeckungen zeigte. Da man den Finanzier bereits identifiziert hatte, musste für die volle Herausbildung der 9/11-'Legende' eine günstigere Zeit abgewartet werden.

 
Auf den Punkt gebracht, Omar Saeed musste verschwinden, doch wegen seiner frühen Entlarvung in den Medien und da er mit so vielen anderen Mitspielern in der Legende zutiefst verbunden war, musste seine Rolle letzten Endes irgendwie erklärt werden. Deshalb musste Omar Saeed in das 9/11-Bild re-integriert werden, durch eine alternative Legende, die größtenteils nach dem 11. September spielte. Die Geschichte um die Spur des Geldes war lawinenartig angewachsen und nach dem 9. Oktober dazu verdammt, einem schrittweisen Tod der Unwichtigkeit zugeführt und zeitweise durch einen neuen 'rauchenden Colt' ersetzt zu werden. In der Zwischenzeit erhielt das Pseudonym 'Mustafa Ahmad' einen neuen Eigentümer oder gleich mehrere, abhängig davon, welche Version die Medien gerade anboten. In einigen Berichten wurde ein Ägypter namens 'Shayk Saiid' mit dem Zahlmeister-Alias etikettiert. In seiner Ausgabe vom 11. November 2001 vermachte Newsweek das Alias einem 33-jährigen Saudi, der auf einem von einer Überwachungskamera aufgenommenen Video zu sehen war, wie er ein Paket annahm,das Hijacker Mohammad Atta verschickt hatte.

Am 18. Dezember 2001 fügte Associated Press weitere Details hinzu, nämlich das 'Shaikh Saiid' auch der Aliasname von bin Ladens Schwager Sa'd al-Sharif war. Wenn man diese Beiträge zusammennimmt, dann würde das bedeuten, dass man ein aktuelles Video von bin Ladens Schwager hätte, wie er gerade ein Paket annimmt, dass von einem der Hijacker stammt und es ist ein weiteres Beispiel dafür, mit welcher Nachlässigkeit solche Wegwerfdetails als 'Beweise' enthüllt werden. Auf jeden Fall wurde der ursprüngliche 'rauchende Colt', die Geschichte um die Spur des Geldes, eine Woche vorher durch die weltweite Freigabe der offiziellen bin Laden Video-Beichte verdrängt.

Alles was jetzt noch blieb war, sich der Omar-Saeed-Legende gründlich zu entledigen. Ob eine neue Legende für Saeed direkt nach dem 9. Oktober gefertigt wurde oder beträchtlich später, wird man nie mit Sicherheit wissen. Was wir jedoch wissen ist, dass Saeed später mit einem Selbstmordanschlag auf das indische Parlament am 13. Dezember 2001 in Verbindung gebracht wurde, sowie darüber hinaus, mit einem Anschlag auf das Amerikanische Kulturzentrum in Kalkutta. Tatsächlich war der 22. Januar 2002 ein Schlüsseldatum für den Plan, eine neue Legende für Saeed zu gestalten. FBI-Direktor Robert Müller erschien in Indien, seine entscheidende Rolle in dem sich entwickelnden Drama erwartend, ausgerechnet einen Tag bevor Daniel Pearl von den Straßen von Karachi verschwand.


...wird fortgesetzt

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Publiziert am: Sonntag, 19. Mai 2013 (17218 mal gelesen)
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