Zur aktuellen RAF-Debatte Teil II
Gedacht werden
… oder wie eine Gesellschaft ihre eigenen Kinder in die Kriminalität treibt und bis heute nichts daraus gelernt hat
Aber, da „das Bewusstsein von vornherein schon ein gesellschaftliches Produkt ist und bleibt, so lange überhaupt Menschen existieren," (3) kann es kaum verwundern, wenn der Vorstandsvorsitzende der FDP-Nahen Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, eben diesen Herrn Kissinger in das Berliner Reichstagsgebäude zu einen Festvortrag über "Menschenrechte als Leitprinzip der Weltpolitik" einlädt. Die „Wirklichkeit" der FDP Politiker und die eines 3. Welt-Bewohners ist nicht kompatibel.
Dazu Ulrike Meinhof: „In Vietnam verteidigt Amerika die westliche Freiheit; in Vietnam stellt Amerika seine Bündnistreue unter harten, rührenden, dankenswerten Beweis; Vietnam – das könnte morgen schon Deutschland sein. Nichts von all dem ist wahr. Nachweisbar ist nur, dass die Bevölkerung, die derlei glauben gemacht wird und die Presse, die derlei glauben macht, bis hin zu den Politikern, die das bekräftigen, in diesem Krieg eine Funktion haben."
Erinnert sei hier nur, um den Zeitgeist zu begreifen, an die Aktion der Berliner-Presse Freiheitsglocken nach Vietnam zu schicken und den Skandal den Wolfgang Neuss auslöste als er Geld für Fahrräder für den Vietkong sammelte.
Aber Johnson brauchte, das hatte Dean Rusk auf der NATO-Minister-Tagung in Paris sehr deutlich gemacht, die Unterstützung der Nato-Länder für seinen Krieg, als Argument gegen die wachsende Opposition im eigenen Land.
Der Verein „Moralische Aufrüstung" konnte ganzseitige Anzeigen in der Tagespresse schalten, sie spiegelten die „Volksmeinung" wieder, darin wurde Johnson und dem amerikanischem Volk gedankt für die Opfer an Leben und Gut, die Amerika für die Freiheit – auch unsere Freiheit- brachte. Heute wird diese Freiheit, glaubt man den Sozialdemokraten, am Hindukusch verteidigt, die Zeit scheint stehen geblieben zu sein. Gegen Wolfgang Neuss verhängte die Berliner Presse dagegen einen Anzeigenboykott, die Erklärung der Schriftsteller und Hochschullehrer gegen den Krieg fand medial kaum einen Niederschlag, Springers Welt war sie 8 Zeilen wert, dafür gab es aber dreimal eine Serie von Leserbriefen gegen diese praktisch unveröffentlichte Schriftstellererklärung.
Die viel beschworene Pressefreiheit hatte sich aus der Sicht der Studenten, die in dem Glauben an genau diese Freiheit erzogen worden waren, verflüchtigt, und dass das Grundgesetz mit seinem Artikel 26: „Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören.....sind verfassungswidrig", für Politiker schon damals nicht galt, das lernten sie bei der Gelegenheit gleich mit.
So erklärte der damalige Vizepräsident Humphrey: „ Die Vereinigten Staaten haben Soldaten in Vietnam stehen, weil die eigene Sicherheit der Vereinigten Staaten auf dem Spiel steht. Der Feind muss wissen, dass wir niemals aufgeben und dort bleiben werden, bis das Geschäft erledigt ist." Die Worte könnten direkt aus einer Rede von Bush zu Afghanistan oder dem Irak stammen.
Begnügte sich das römische Imperium noch mit „panem et circencis", um den gesellschaftlichen „Glaubens-Prozess" zu steuern, die Kirche hatte die Beichte, das Monopol über das geschriebene Wort und die Inquisition, so wird daraus heute Infotainment, bzw. Entertainment oder in der Übersetzung von Zbignew Brzezinski eben: Tittitainment.
Noch mal Ulrike Meinhof: „Wer die Diskussion mit dem Gummiknüppel führt, wer die Berichterstattung über den Inhalt der Meinungsverschiedenheiten verweigert, wer der Bevölkerung die Tatsachen über den Charakter der amerikanischen Kriegsführung in Vietnam vorenthält, so dass die Demonstranten in den Augen der Bevölkerung, der Bild-Zeitungsleser, zu Idioten werden müssen, macht aus der Demokratie einen Polizeistaat, aus Staatsbürgern Befehlsempfängern. Man kann heute schon sagen, dass die Gegner des amerikanischen Krieges in Vietnam nicht deshalb in der Bevölkerung der Bundesrepublik eine Minderheit sind, weil die Masse der Bevölkerung diesen Krieg befürwortet, sondern weil nur noch einigermaßen ausgebildete Leute, meist Intellektuelle, die Möglichkeit haben, sich ausführlich zu informieren, was bei der Bildungsstruktur der bundesdeutschen Bevölkerung allerdings nur von einer Minderheit geleistet werden kann"
Die eigene Ohnmacht, diesen Krieg zu stoppen, wurde als eine Art Komplizenschaft mit denen, die ihn führten empfunden, die Machtverhältnisse wurden nicht einmal angekratzt. Der Widerstand gegen die Verbrechen von Staaten, gegen die Bomben in Vietnam, gegen den Terror in Persien, gegen die Folter in Südafrika wurde als sinnlose Freizeitbeschäftigung, die Steinwürfe und Brandstiftungen als nutzloser Protest wahrgenommen. Erst dass bereitete den Boden für die RAF, erst der Tot von Ohnesorg und das Attentat auf Dutschke, erst die Verweigerung jeden Dialogs, erst die tägliche Hetze der Presse und da besonders der Springer Blätter, schufen die Voraussetzung für die Radikalisierung von der Demokratie enttäuschter Bürgerkinder.
Wenn Claus Christian Malzahn im EhNaMag* schreibt: „ Christian Klar hat sich mit seinem düsteren Grußwort um Kopf und Kragen geredet. Die Politik überschlägt sich vor Entsetzen." Wenn er von „schwarzer Prosa", vom „Ghetto-Sound der RAF", redet, wenn er den „ kriminellen Trieb der Terror-Truppe" heraufbeschwört, wenn er vor diesen „kalten Dialekt" warnt, wenn C.C. Malzahn feststellt: „Was Klar hier schwülstig formuliert, ist eben jenes reaktionäre, antiamerikanische Dummdeutsch, das längst nicht nur auf ominösen Konferenzen von linken Sektierern Beifall findet," dann ist Malzahn auf dem besten Weg einer neuen Generation von moralisch desillusionierten Bürgerkindern den Weg in den Untergrund aufzubereiten.
Wenn der CIA für sich das Recht in Anspruch nimmt, gezielt Politiker in der 3. Welt, die sich für soziale Reformen einsetzen zu ermorden, wie Jaime Roldós aus Ecuador, der die Beziehungen zu den amerikanischen Ölkonzernen reformieren wollte, oder Omar Torrijos, der sich in den Kopf gesetzt hatte Panama zu demokratisieren, 2 von Hunderten, wie wir mit 20 jähriger Verspätung immer wieder lernen dürfen, dann darf man sich nicht wundern, wenn dasselbe Recht auch von den Bewohnern der 3. Welt in Anspruch genommen wird, bzw. von eben jenen moralisch desillusionierten Bürgerkindern aus der 1. Welt.
Klars "Grußwort" ist vor allem eine Schlagwortsammlung aus dem linksextremen Poesiealbum. In die Kollektion linker Klassiker wird das Pamphlet wohl kaum aufgenommen werden. Die vulgärmarxistischen Phrasen belegen vor allem eins: dass Klar in der Zelle nicht klüger geworden ist." Soweit der Politik-Chef vom EhNaMag*.


Wenn aber Harold Pinter, in seiner Rede aus Anlass der Verleihung des Nobelpreises, über die nordamerikanischen Politik zu Gericht sitzt, dann wird ihm nicht „reaktionäres, antiamerikanisches Dummdeutsch" unterstellt, dann schwingt sich keine politische Kaste auf und fordert Spielverbot auf deutschen Bühnen, dann wird nicht in einer Magazin-Sendung der neue Terror an die Wand gemalt, denn dann hüllen sich die Massenmedien in betroffenes Schweigen, vertuschen und verharmlosen.
„Die weltweite Vorgehensweise der Vereinigten
Staaten macht ihre Überzeugung deutlich, für ihr Handeln völlig freie
Hand zu besitzen. Sie haben vorwiegend den von ihnen so genannten „Low
Intensity Conflict" favorisiert. „Low Intensity Conflict" bedeutet,
dass tausende von Menschen sterben aber langsamer als würde man sie auf
einen Schlag mit einer Bombe auslöschen. Es bedeutet, dass man das Herz
des Landes infiziert, dass man eine bösartige Wucherung in Gang setzt
und zuschaut wie der Faulbrand erblüht. Ist die Bevölkerung unterjocht
worden oder tot geprügelt, es läuft auf dasselbe hinaus, und sitzen die
eigenen Freunde, das Militär und die großen Kapitalgesellschaften,
bequem am Schalthebel, tritt man vor die Kamera und sagt, die
Demokratie habe sich behauptet. Das war in den Jahren, auf die ich mich
hier beziehe, gang und gäbe in der Außenpolitik der USA.
Die
Tragödie Nicaraguas war ein hochsignifikanter Fall. Ich präsentiere ihn
hier als schlagendes Beispiel für Amerikas Sicht seiner eigenen Rolle
in der Welt, damals wie heute.
Ende der 80er Jahre nahm ich (Harold Pinter) an einem Treffen in der amerikanischen Botschaft in London teil.
Der
Kongress der Vereinigten Staaten sollte entscheiden, ob man die Contras
in ihrem Feldzug gegen den nicaraguanischen Staat mit mehr Geld
unterstützt. Ich gehörte der Delegation an, die für Nicaragua sprach,
doch das wichtigste Delegationsmitglied war Father John Metcalf. Der
Leiter der amerikanischen Gruppe war Raymond Seitz (damals nach dem
Botschafter die Nummer Zwei, später selber Botschafter). Father Metcalf
sagte: „Sir, ich leite eine Gemeinde im Norden Nicaraguas. Meine
Gemeindeglieder haben eine Schule gebaut, ein medizinisches
Versorgungszentrum, ein Kulturzentrum. Wir haben in Frieden gelebt. Vor
einigen Monaten griffen Contratruppen die Gemeinde an. Sie zerstörten
alles: die Schule, das medizinische Versorgungszentrum, das
Kulturzentrum. Sie vergewaltigten Krankenschwestern und Lehrerinnen,
schlachteten die Ärzte aufs brutalste ab. Sie benahmen sich wie
Berserker. Bitte fordern Sie, dass die US-Regierung diesen empörenden
terroristischen Umtrieben die Unterstützung entzieht."
Ich darf
Sie daran erinnern, dass Präsident Reagan damals folgendes Statement
abgab: „Die Contras stehen moralisch auf einer Stufe mit unseren
Gründervätern."
Die Vereinigten Staaten unterstützten die
brutale Somoza-Diktatur in Nicaragua über 40 Jahre. Angeführt von den
Sandinisten, stürzte das nicaraguanische Volk 1979 dieses Regime, ein
atemberaubender Volksaufstand.
Die Sandinisten waren nicht
vollkommen. Auch sie verfügten über eine gewisse Arroganz, und ihre
politische Philosophie beinhaltete eine Reihe widersprüchlicher
Elemente. Aber sie waren intelligent, einsichtig und zivilisiert. Sie
machten sich daran, eine stabile, anständige, pluralistische
Gesellschaft zu gründen. Die Todesstrafe wurde abgeschafft.
Hunderttausende verarmter Bauern wurden quasi ins Leben zurückgeholt.
Über 100.000 Familien erhielten Grundbesitz. Zweitausend Schulen
entstanden. Eine äußerst bemerkenswerte Alphabetisierungskampagne
verringerte den Anteil der Analphabeten im Land auf unter ein Siebtel.
Freies Bildungswesen und kostenlose Gesundheitsfürsorge wurden
eingeführt. Die Kindersterblichkeit ging um ein Drittel zurück. Polio
wurde ausgerottet.
Die Vereinigten Staaten denunzierten diese
Leistungen als marxistisch-leninistische Unterwanderung. Aus Sicht der
US-Regierung war dies ein gefährliches Beispiel. Erlaubte man
Nicaragua, elementare Normen sozialer und ökonomischer Gerechtigkeit zu
etablieren, erlaubte man dem Land, den Standard der Gesundheitsfürsorge
und des Bildungswesens anzuheben und soziale Einheit und nationale
Selbstachtung zu erreichen, würden benachbarte Länder dieselben Fragen
stellen und dieselben Dinge tun."[4]
Dazu Claus Peymann vom
Berliner Ensemble in einem Interview mit der jungen Welt:„Das, was Klar
sagt, ist doch eigentlich die Meinung von fünf Milliarden Menschen auf
der Welt. Er spricht das aus, was der weitaus größte Teil der
Weltbevölkerung außerhalb von Westeuropa und Amerika denkt".
Nur
wenn diese fünf Milliarden ihre Rechte einfordern, dann ist dass für
Schreiberlinge wie C.C. Malzahn, „ die quasi religiöse Botschaft, dass
die kommunistische Gesellschaftsanalyse von vorgestern auch noch die
gültige Kritik von morgen sein soll, " halt ein beharren auf
politischen Mythen.
Noch mal Harold Pinter : „Sechs der weltweit
namhaftesten Jesuiten wurden 1989 in der Central American University in
San Salvador von einem Batallion des in Fort Benning, Georgia, USA,
ausgebildeten Alcatl-Regiments getötet. Der außergewöhnlich mutige
Erzbischof Romero wurde ermordet, als er die Messe las. Schätzungsweise
kamen 75.000 Menschen ums Leben. Weshalb wurden sie getötet? Sie wurden
getötet, weil sie ein besseres Leben nicht nur für möglich hielten
sondern auch verwirklichen wollten. Dieser Glaube stempelte sie sofort
zu Kommunisten. Sie starben, weil sie es wagten, den Status quo infrage
zu stellen, das endlose Plateau von Armut, Krankheit, Erniedrigung und
Unterdrückung, das ihr Geburtsrecht gewesen war."
Die
Bewusstseins-Industrie verhindert erfolgreich, dass die Durchsetzung
der Menschenrechte für diese 5 Milliarden Erdenbürger ernsthaft auf die
politische Tagesordnung kommt. Sie verhindert, dass die ökonomischen
Verursacher von Armut, Krankheit, Erniedrigung und Unterdrückung
angeklagt werden. Diese Industrie ist ein Kind der letzten 100 Jahre.
Sie hat sich so rapide, so vielfältig entwickelt, vom Rotationsdruck
der ersten Massenblätter, über das Radio, hin zu Film und Fernsehen,
von der alten Schallplatte bis zum iPod, das wir zwar täglich alle
diese Dinge nutzen, sie aber als gesellschaftliches Phänomen noch immer
„unbegreiflich" erscheinen.
Die Natur der Massenmedien kann aber
von ihren technologischen Voraussetzungen und Bedingungen her nicht
erschlossen werden. Die Bewusstseins-Industrie ist die „eigentliche"
Schlüsselindustrie des zwanzigsten Jahrhunderts. Wo immer es heute auf
der Welt zu einem Staatsstreich, einer Revolution oder einem Umsturz
kommt, bemächtigt sich das neue Regime zuerst der Fernsehsender und der
Radiostationen, es besetzt die Druckereien und verhindert das
Erscheinen der Printmedien. In diesen extremen Lagen tritt die
Schlüsselstellung der Massenmedien für jeden sichtbar hervor.
Drei Bedingungen lassen sich für das Entstehen der Massenmedien auf den ersten Blick und stark verkürzt, so postulieren:
- Im philosophischen Sinn brauchten sie den „mündigen" Menschen. Die Medien müssen diese Illusion um jeden Preis, schon um ihrer selbst willen, aufrechterhalten. Denn nur mit einem „Mündigen" können sie das Geschäft der Entmündigung betreiben. Die Monopole der Medienindustrie sind daher ohne die Parolen der Aufklärung nicht denkbar.
- Die politische Voraussetzung der Bewusstseins-Industrie ist die Proklamation, nicht zu Verwechseln mit der Verwirklichung, der Menschenrechte. Erst die Fiktion, als habe jeder Mensch das Recht, über die Geschicke des Gemeinwesens und über sein eigenes Geschick frei zu verfügen, macht das Bewusstsein, das der Einzelne, sowie die Gesellschaft von sich selbst hat, zum Politikum. Erst diese Illusion macht die industrielle Induktion von „Realitäts-Relationen", die Schaffung eines gesellschaftlichen „Glaubenskonsens" zur Bedingung einer jeden Herrschaft.
- Der ökonomische Prozess der Industrialisierung bringt die technologischen Voraussetzungen, ohne die Bewusstsein eben nicht „industriell" induziert werden kann, gleichsam von selber mit.
„Nach dem Ende des 2. Weltkriegs unterstützten die Vereinigten
Staaten jede rechtsgerichtete Militärdiktatur auf der Welt, und in
vielen Fällen brachten sie sie erst hervor. Ich verweise auf
Indonesien, Griechenland, Uruguay, Brasilien, Paraguay, Haiti, die
Türkei, die Philippinen, Guatemala, El Salvador und natürlich Chile.
Die Schrecken, die Amerika Chile 1973 zufügte, können nie gesühnt und
nie verziehen werden" fährt Pinter in seiner Nobelpreisrede fort. (4)
"In
diesen Ländern hat es Hunderttausende von Toten gegeben. Hat es sie
wirklich gegeben? Und sind sie wirklich alle der US-Außenpolitik
zuzuschreiben? Die Antwort lautet ja, es hat sie gegeben, und sie sind
der amerikanischen Außenpolitik zuzuschreiben. Aber davon weiß man
natürlich nichts. Es ist nie passiert. Nichts ist jemals passiert.
Sogar als es passierte, passierte es nicht. Es spielte keine Rolle. Es
interessierte niemand. Die Verbrechen der Vereinigten Staaten waren
systematisch, konstant, infam, unbarmherzig, aber nur sehr wenige
Menschen haben wirklich darüber gesprochen. Das muss man Amerika
lassen. Es hat weltweit eine ziemlich kühl operierende
Machtmanipulation betrieben, und sich dabei als Streiter für das
universelle Gute gebärdet. Ein glänzender, sogar geistreicher, äußerst
erfolgreicher Hypnoseakt".
Dieser Hypnoseakt, das Verschwinden
lassen der eigenen Verbrechen, die Kontrolle über die weltweite
Bewusstseins-Industrie, das verschleiern der ökonomischen
Gesetzmäßigkeiten, die hinter diesen Verbrechen stecken, dass ist die
Leistung der Massenmedien. Sie sind heute selbst in den Ländern
präsent, und omnipotente Informationsquelle, in denen weder eine
„intellektuelle Revolution" im Sinne der europäischen Aufklärung, noch
eine „industrielle Revolution" je stattgefunden haben, nur weltweit
befinden sich die Medien im Besitz der jeweils herrschenden kleinen
nationalen Elite, die Sender und Zeitungen beziehen ihre „Wirklichkeit"
von den großen internationalen Agenturen, sie füllen ihre Sender mit
Konserven aus Hollywood.
Es handelt sich, solange die Völker
nicht wirkliche Pressefreiheit als ein Bürgerrecht einklagen, um einen
irreversiblen Prozess, einmal in den industriellen Ballungszentren der
Welt entstanden, traten die Medien ihren weltweiten Siegeszug an. Ab
jetzt wurden nicht mehr nur „Güter" gehandelt sondern
„Bewusstseins-Inhalte" unter die Leute gebracht.
Das
Fernsehen, das Radio, die Printmedien und seit einigen Jahren das
Internet, verschaffen uns Zugriff auf nahezu jede gewünschte
Information. Wir können uns nach Belieben mit Daten versorgen. Kein
Teil der Welt, kein Fachgebiet, keine Intimität bleibt uns
verschlossen. Nur im Gegenzug zu diesem Informationsüberfluss haben wir
unser Urteilsvermögen eingebüsst. Wir bemessen die Wichtigkeit
weltweiter Vorgänge daran, wie lange und oft im Fernsehen darüber
berichtet wird oder wie groß die Schlagzeilen unserer Printmedien
diesen Vorgang dramatisieren.
Wir haben uns angewöhnt, dieser
von den Massenmedien vorgenommenen Wertung mehr oder weniger blind zu
vertrauen. Als Folge unterliegen wir einem Irrtum, wir finden uns in
Platons Höhle wieder, die Realität verschwindet aus unserem „Gedacht
werden“.
En vivo, desde el barrio La Puya
El Patio
Quellen:
| 03. Karl Marx |
| 04. » poetenladen.de |
» © 0815-Info, 07.03.2007
Publiziert am: Donnerstag, 16. August 2007 (2216 mal gelesen)
Copyright © by 0815-Info
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