aktuelle News Bereits letzte Woche Freitag berichtete die »Neue Züricher Zeitung (NNZ), das die USA dem Grammy-Preisträger Ibrahim Ferrer die Einreise in das "Land of the free" verweigern. Ibrahim Ferrer, der die "wichtigste Auszeichnung der US-amerikanischen Unterhaltungsindustrie" übrigens schon dreimal erhalten hat, wollte zur Grammy-Verleihung nach Los Angeles, bei der er in der Sparte "Latin Singer" erneut nominiert worden war.

Foto Jochen Scholz

von Tilo Schönberg

Möglich gemacht hat das Einreiseverbot ein Passus im Einwanderungsgesetz der USA.
Der Abschnitt 212f erlaubt dem Präsidenten der USA - in diesem Fall Georg W.Bush - Personen die Einreise zu verweigern, wenn ihr Besuch "schädlich für die Interessen der USA" sei. Der kubanische Kulturminister, Abel Acosta, der das Ablehnungsschreiben am Freitag der Presse zugänglich machte, sprach von politischen Motiven, denen die Kunst geopfert wird. Bereits im vergangenen September wurde Ferrer und seinen Begleitern, der Pianist Chucho Valdes und andere kubanische Musiker, die Einreise nach Miami zu den "Latin Grammy Awards" verweigert - hier allerdings noch mit der Begründung, die Visaanträge wären zu spät eingereicht worden.







Ibrahim Ferres ist also schädlich für die Interessen der USA. Das kann man gut nachvollziehen, wenn man die "Retortenbabys" sieht, die in den USA als Stars verkauft werden. 76-jährige Musiker, die ihrer Gedanken und Gefühle in ihren eigenen Liedern ausdrücken und dazu die Instrumente auch noch selbst spielen - gefährlich, gefährlich!

Der Pianist Ibrahim Ferrer und seine genialen Kollegen vom »"Buena Vista Social Club" sollten trotz aller vertändlichen Traurigkeit die Köpfe nicht allzusehr hängen lassen. Die USA schneiden sich doch mit ihrer politischen und wirtschaftlichen Embargo-Politik ins eigene Fleisch. Jungs, nehmt eure Instrumente, schnappt euch eine gute, alte "Monte Christo N 5"-Zigarre, greift zu einem Glas "Havanna Club 25 anós" und pfeift auf die Amis.

Quellen: NZZ, JungeWelt, Freace

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