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Betreff: Programmbeschwerde: Manipulation durch Verschweigen - Libyen
Datum: 19. Januar 2017 um 18:08:21 MESZ
An: "NDR RR VWR" gremienbuero@ndr.de,

Programmbeschwerde: Manipulation durch Verschweigen (II) - Libyen

von Volker Bräutigam* & Friedhelm Klinkhammer**

Sehr geehrte NDR-Rundfunkräte, sehr geehrter Herr Intendant,

im einst blühenden Libyen herrscht wieder Krieg – und wie stets, wenn die Ereignisse kein gutes Licht auf die Westliche Wertegemeinschaft (WWG) werfen – sie ist schließlich Verursacher des libyschen Elends – , manipuliert ARD-aktuell seine Nachrichtengebung und unterschlägt auch Berichte über die Entwicklung in diesem nordafrikanischen Land. Elend und Mordbrennerei in diesem leidgeprüften Volk findet quasi unter Ausschluss der deutschen Öffentlichkeit statt. NDR-staatsvertragswidrig....

Gibt man in die Suchleiste auf Tagesschau.de das Stichwort „Libyen“ ein, so erhält man aus dem Zeitraum der letzten vier Wochen gerade mal drei Berichte (Links s.o.). Allesamt befassen sie sich ausschließlich mit der Flüchtlingsproblematik und zwar unter dem Gesichtspunkt einer erneut „drohenden“ Massenflucht übers Mittelmeer nach Europa. Es sind rein egoistische, auf deutsche und europäische Interessen an einem „Bollwerk“ ausgerichtete Informationen, einseitig, tendenziös, unvollständig. Weder unterrichten sie über die aktuellen Kämpfe zwischen den verfeindeten Lagern in Libyen, noch zeigen sie die Gründe für den Zusammenbruch der „Einheitsregierung“ in Tripolis auf, noch gar die Aktivitäten des IS in Libyen und die russischen Angebote, gemeinsam mit neuen militärischen und politischen Führern in Libyen den dortigen Terrorismus zu bekämpfen.

Erst recht findet keinerlei Aufklärung über den historischen Kontext statt: Gaddafi hatte in seinem Land ein hoch-funktionales Bildungssystem, ein Sozialsystem mit guter Alterssicherung und eine umfassende Gesundheitsfürsorge geschaffen. Das Durchschnittseinkommen der Libyer war das mit Abstand höchste in ganz Afrika. Gaddafis Pläne zur Wasserversorgung nicht nur seines Staates, sondern auch der benachbarten Länder hätten den gesamten nordafrikanischen Raum erblühen lassen können.

Gaddafi wurde beseitigt, weil er eine goldgestützte Währungszone für Libyen und für weitere afrikanische Länder einführen und sich vom US-Dollar lossagen wollte – und weil er nicht bereit war, die verstaatlichte Ölförderung Libyens wieder in die Hand US-dominierter Konzerne gleiten zu lassen.

Die historischen Fakten wären leicht kürzer und noch verständlicher darstellbar, sie gehörten zu einer schlüssigen Lagebeschreibung, die dem deutschen Zuschauer verständlich machen könnte, was sich derzeit in Libyen tut. Nichts dergleichen leistet die ARD-aktuell. Sie vermeidet vor allem jegliche Erinnerung daran, dass die Ursachen für frühere und möglicherweise noch bevorstehende Massenflucht aus Libyen von den USA, Frankreich und Großbritannien geschaffen wurden, nach dem altbekannten Muster unserer das Völkerrecht missachtenden Imperialmacht USA: Erst ethnische Unterschiede zum Schüren von Unruhen nutzen und diese finanzieren, dann die „Rebellen“ bewaffnen und einen „Bürgerkrieg“ inszenieren, dann schwere Menschenrechtsverletzungen des „Regimes“ beklagen und das R2P (right to protect) für sich beanspruchen, dann eine Flugverbotszone im UN-Sicherheitsrat durchsetzen und schließlich Land und Leute mit Westlicher Luftüberlegenheit in Grund und Boden bomben. Und dabei zusehen, wie die Aufständischen den im Westen verhassten Ghaddafi auf viehische Weise umbringen (Hillary Clinton: »We came, we saw, he died“. Das wahre Gesicht einer mörderisch kriminellen US-Politikern).

Was geht in Libyen gerade vor? Wen das interessiert, der findet aufschlussreiche Informationen natürlich nicht bei ARD-aktuell, sondern zum Beispiel hier:

Hinter den Deutschen Wirtschaftsnachrichten steht die schwedische Verlagsgruppe Bonner, einer der großen europäischen Medienkonzerne. Es handelt sich allerdings um eine Quelle, die sich dem Mainstream häufig entzieht und deshalb vom Chefredakteur ARD-aktuell nicht als seriös erachtet wird. Der Herr Oberqualitätsjournalist treibt es eben lieber mit schmierigen Kleiderhändlern, gekauft vom britischen Geheimdienst, die als »Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" außer einem volltönenden Namen hauptsächlich pro-westliches AgitProp-Material liefern. Um objektive, staatsvertragskonforme, umfassende Berichterstattung geht es ihm schließlich nicht.

Denn Dr. Gniffke ist ein ehrenwerter Journalist. ....

Mit freundlichen Grüßen
»Volker Bräutigam & Friedhelm Klinkhammer

»*Volker Bräutigam war von 1975 bis 1985 Redakteur in der Tagesschau-Zentrale Hamburg und auch danach noch, bis 1995, beim öffentlich-rechtlichen NDR (in der Hauptabteilung Kultur) als Journalist tätig. Er schreibt heute für die Politik-Zeitschrift Ossietzky. Als Nachfolgerin der "Weltbühne" orientiert sie sich strikt an diesem Vorbild. (s.a.»http://ossietzky.net). 

**Friedhelm Klinkhammer war langjähriger Gesamtpersonalvorsitzender des NDR

Quellenangaben:

  • Grafik: mit freundlicher Genehmigung © www.egonkramer.de

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