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Alexandre Dumas: "Die schlimmsten Kerker sind die Schädel der Menschen."

 


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Syrien: Das Stalingrad der Regime-changer
von Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Der Journalist der Süddeutschen Zeitung Julian Hans ist bekannt für seine Tiraden gegen Russland und seine anti-russischen Ressentiments. Wie so viele Journalisten seiner Generation hat er sicherlich von seinen Vorfahren die tiefe Frustration assimiliert, als Berlin eine vernichtende Niederlage erleben musste, bevor die hochmütige dumme Nazi-Clique die totale Kapitulation akzeptierte. Es waren die Sowjets bzw. die Russen, die mit einem hohen Blutzoll Berlin besiegten und okkuppierten. Der tiefe Fall in den Untergang hatte schon Stalingrad markiert, aber Hochmut und Blindheit führen zum kompletten Desaster. "Die schlimmsten Kerker sind die Schädel der Menschen", schrieb Alexandre Dumas. Vor den abscheulichen Verbrechen der Nazi-Diktatur haben Generäle und andere Führungskräfte der Wehrmacht geschwiegen. Wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, wäre die braune Bestie immer noch da? Die Haltung der Medien mit Journalisten wie Julian Hans und anderen und die führenden deutschen Politiker lassen keine substantielle Veränderung erkennen. Wenn Julian Hans Stalingrad nennt, ist er nicht in der Lage zu sehen, dass Syrien das Stalingrad der „Regime-changer“ darstellt. Hochmut und Blindheit sind leider sein Markenzeichen.

Sich an Grundsätze der Zivilisation halten
Paul-Anton Krüger, ein weiterer Journalist der Süddeutschen Zeitung (SZ), bewegt sich leider auch nur im vorherrschenden US-Propagandafeld (SZ 12.9.). Völlig unkritisch sieht er die Unterstützung der Obama-Regierung für bewaffnete Rebellen, also kriminelle Banden. Offensichtlich unwillig oder unfähig, sich an Grundsätze der Zivilisation zu halten, kann Krüger eine politische Opposition nicht von bewaffneten Rebellen, von Dschihadisten unterscheiden. Er macht sich lieber zum kakophonischen Echo vom US-Außenminister John Kerry, ohne die Sachlage gemäß internationaler Regeln zu bewerten. Minderwertigkeitskomplexe, ja die Unterwürfigkeit gegenüber den Amerikanern erklären das geistige Defizit bei deutschen Medien, das wirklich am deutlichsten zutage tritt, wenn es um Syrien geht.

US-Obsession und Unfug eines Regierungssturzes in Syrien
Die Waffenlieferungen aus Westeuropa und den USA in den Krieg nach Syrien sind seit 2012 bekannt.

Die Golfstaaten schickten den Rebellen noch mehr Waffen 2013, kurz darauf verstärkten die USA ihr Engagement [...] Die meisten dieser Konflikte enden, wenn Moral und Ressourcen einer oder aller Fraktionen erschöpft sind. Im Falle von Syrien geschah das jedoch nicht. Im Gegenteil, immer mehr Waffen und Kämpfer fluteten das Land, bis es ein einziges Schlachtfeld war. So berichtet Moritz Baumstieger (SZ, 12.9.).

Die US-Obsession und der völkerrechtswidrige Unfug, die amtierende syrische Regierung stürzen zu wollen und einen Regierungswechsel in Syrien in ihrem Sinne herbeizuführen, ist das zentrale Problem einer Obama-Regierung, der gerade deshalb nicht zu trauen ist. Sie paktiert skrupellos mit bewaffneten Elementen, die sie unredlicherweise als „Opposition“ bezeichnet, die eigentlich an der Seite von Terror-Milizien das Land verwüsten.

Die kriminellen Absichten der USA im Visier
Ein klarer Kopf, der sich nicht in Propaganda-Schmutz hineinziehen lässt, kann leicht erkennen, dass Russland auf der richtigen Seite steht, wenn Moskau sich an die internationalen Regeln hält und die amtliche Regierung Syriens unterstützt gegen solche Vandalen und unerwünschten US-Komplizen. Die kriminellen Absichten der USA hat selbst Paul-Anton Krüger im Visier (SZ 12.9.). Schockierend ist nur, dass der Journalist keine Stellung dagegen einnimmt, als ob er damit einverstanden wäre: Viele Rebellen dagegen hoffen, dass sie unter einer neuen US-Regierung (geführt von Hillary Clinton) mehr Unterstützung bekommen – oder von den Golfstaaten... Den Syrern stünde dann ein weiterer blutiger Winter bevor... Diese kriminelle Perspektive für Syrien, die auf die USA hinweist, lässt aber den SZ-Journalisten Paul-Anton Krüger menschlich kalt, als ob über 250.000 Lebensopfer nicht genug wären. Das erzeugt Abscheu. Wo gibt es eine Veränderung zur Nazi-Zeit?

© Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait

Quellenangaben:

Grafik: © Propagandaschau

  • Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 12.9.: Kolumne „Der Preis der Ruinen“ von Julian Hans;
    Artikel „Wenn die Sonne sinkt“ und Titelseite „Bombenangriffe stellen Friedensplan infrage“ von Paul-Anton Krüger
    und Kommentar „Waffenstillstand in Syrien – Die Tücken der Statistik“ von Moritz Baumstieger

Foto: Tlaxcala*Luz María De Stéfano Zuloaga de Lenkait ist eine chilenische Rechtsanwältin und Diplomatin (a.D.). Studium der Rechtswissenschaften an der Katholischen Universität in Santiago de Chile mit Spezialisierung auf das Völkerrecht und Praxis im Strafrecht. Nach ihrer Arbeit im Außenministerium war sie Diplomatin in Washington D.C., Wien und Jerusalem und wurde unter der Militärdiktatur aus dem Auswärtigen Dienst entlassen.

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