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Seit gut zwei Wochen führt VW nun die Öffentlichkeit an der Nase herum. Seit zwei Wochen?

Ja, was den „Streit“ mit den Zulieferern betrifft.

Nein, was das Spiel mit den Abgasbetrügereien betrifft.

Das dauert nun schon einige Jahre.

Und die IG Metall und der Betriebsratschef Osterloh helfen dem Konzern auch noch dabei.

 


VW-Logo

von RA Dr. Rolf Geffken

Bei den Abgasmanipulationen waren es angeblich verantwortungslose Mitarbeiter, die Verantwortung trugen. Die Konzernspitze wußte von nichts. Beim Streit mit den Autozulieferern sei „ein mieses Spiel“ auf dem Rücken der Beschäftigten betrieben worden, so Osterloh.

Natürlich wieder durch „die anderen“, durch die bösen Zulieferer.

Und die Aufsichtsratsmitglieder Stefan Weil und Olaf Lies, die sich gerade im Wahlkampfmodus befinden, hauen in dieselbe Kerbe. Die meisten Medien folgten bereitwillig der Strategie des Automobilonzerns möglichst nichts über die Gründe des Lieferstopps zu erzählen.

 

 

  • Hier wie wie dort wurde nur die Darstellung des Konzerns übernommen.
  • Hier wie dort wurde die Position der Zulieferer noch nicht einmal genannt, geschweige denn über sie recherchiert.
  • Hier wie dort wurde auf die prinzipiell „ausbeuterische“ Haltung des Konzerns gegenüber den Zulieferern und Dienstleistern gar nicht eingegangen.

VW diktiert denen die Preise und setzt sie einem bisweilen gnadenlosen Diktat aus. Es ist das gleiche Spiel, das westliche Handelskonzerne mit ihren Zulieferern in Bangla Desh, Sri Lanka und China betreiben. Am Ende bleibt für die Beschäftigten dieser Unternehmen nichts mehr übrig. So betreibt VW auf diese Weise, auf dem Wege des Outsourcings, massives Lohndumping.

Das gilt übrigens auch für die vielen „Fremdfirmen“, die in Gestalt sog. „Werkverträge“ schon bis zu 50 % der Produktion i m Betrieb abdecken und die ihren Beschäftigten einen Lohn w e i t unter dem IG Metall - Tarif zahlen. Warum sieht aber die IG Metall ihren „Bündnispartner“ in der Konzernspitze aber nicht in den vielen von VW abhängigen Firmen und Dienstleistern?

Der Verfasser dieser Zeilen war vor einigen Jahren selbst einmal von einem deutschen Automobilkonzern um eine Beratungsleistung gebeten worden. Als er wagte, nach 3 Monaten an die Begleichung seiner Rechnung zu erinnern, hieß es zynisch: „Ach so, wir dachten Sie wollten mit uns zusammenarbeiten…“. Übersetzt hieß das: Einen solchen Konzern „mahnt“ man nicht. Man betrachtet es vielmehr als Ehre, für ihn als Dienstleister zu arbeiten. Zahlungsziele setzt man nicht.

D a s ist der Hintergrund auch dieses „Streits“, bei dem sich ein Zulieferer zu Recht gegen die fristlose(!) Kündigung eines Vertrages gewehrt hat.

Anders als der niedersächsische Wirtschaftsminister Olaf Lies und anders als der Betriebsratschef Bernd Osterloh behaupten, ist ein solches Vorgehen aber eben k e i n „normales Geschäftsgebaren“ sondern Ausdruck einer brutalen wirtschaftlichen Arroganz. Und diese Arroganz wird auch nicht dadurch „erträglicher“, daß sie dann auch noch die Rückendeckung durch IG Metall und Herrn Osterloh erhält!

Wir sind a l l e Opfer dieser Strategie der Arroganz: Die Beschäftigten, die Mitarbeiter der „Fremdfirmen“, die Mitarbeiter der Zulieferer, die Kunden, die Öffentlichkeit.

Auf dies alles gibt das Grundgesetz eine Antwort in »Art. 14 und »Art 15: Überführung des Unternehmens in Gemeineigentum aus Gründen des Allgemeinwohls. Es wird Zeit, diese Forderung wieder zu erheben.

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